Maschinenbaukonjunktur 2011/2012 VDMA prognostiziert weiterhin gute Aussichten

Anhaltendes Wachstum prognostizierte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau im Rahmen der SPS/IPC/Drives am 23. November 2011 in Nürnberg. Die Produktion von Maschinen und Anlagen sei in den ersten acht Monaten des Jahres 2011 um knapp 17% gestiegen. Als Folge der andauernden wirtschaftlichen Erholung der Branche machen sich sogar zwölf Prozent der Maschinenbauer über Kapazitätsengpässe Sorgen, während knapp ein Viertel der befragten Betriebe über Materialknappheit klagten. Die Kapazitäten waren im Juli mit 89,9% im Durchschnitt wieder hoch ausgelastet. Allerdings leiden elf Prozent der Maschinenbauer immer noch unter Auftragsmangel. \“Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau kämpfte sich 2011 weiter erfolgreich an alte Vorkriseniveaus heran. Maschinenbestellungen, -umsätze und -exporte schrieben im Vorjahresvergleich bis zuletzt positive Wachstumsraten. Und das, obwohl sich 2011 rückblickend als Jahr der schlechten Nachrichten entpuppte und sich die Zeichen für eine abflauende Weltkonjunktur mehren\“, sagt Dr. Ralph Wiechers, Abteilungsleiter Volkswirtschaft und Statistik beim VDMA. Erste Einbrüche der Dynamik Allerdings zeige sich beim Auftragseingang ein erster Dynamikverlust, der sowohl In- als auch Ausland betreffe. Insgesamt rechnet der Verband aber nach Aussagen von Wiechers weiterhin damit, dass sich die Prognose von einem Zuwachs von etwa 14% in der deutschen Maschinenproduktion erfüllt. Für das Jahr 2012 erwartet der Branchenverband ein nochmaliges Produktionsplus von preisbereinigt vier Prozent, womit sich die Branche dem Produktionsrekord des Jahres 2008 von 196Mrd.E wieder annähern könnte. Signale stehen auf Wachstum Auch die elektrische Automation geht weiterhin gestärkt aus der Krise hervor: Der Verband berichtet über massive Steigerungsraten, die sich innerhalb der letzten 24 Monate im Vergleich zu den Vorjahreswerten kontinuierlich auf über 20 Prozent bewegten. Inzwischen nähmen Auftragsbestände und Liefersituation wieder normale Dimensionen an, was mit einem Rückgang der Zuwächse bei den Auftragseingängen einhergehe. Der Verband geht davon aus, dass der Umsatzzuwachs auf etwa 15% vergrößert und im nächsten Jahr in ein geringeres Wachstam von rund sieben Prozent übergehen wird. \“Die im Moment aus den Märkten vorhandenen Signale deuten auf ein langsameres Wachstum hin, wir rechnen aber keineswegs mit einem stärkeren oder sogar krisenhaften Abbruch\“, erläutert Ulrich Balbach, Vorstandsvorsitzender im Fachverband Elekrische Automation beim VDMA. Motor für Nachhaltigkeit Den Bogen von der wirtschaftlichen Leistung hin zur Rolle des Maschinen- und Anlagenbaus als Innovationstreiber für Nachhaltigkeitsprojekte schlug auf der Veranstaltung Dr. Darius Soßdorf von der VDMA-Initiative Blue Competence. Soßdorf stellte die zentrale Rolle in den Vordergrund, die Produkte des Maschinen- und Anlagenbaus für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsbestrebungen spielten: \“Der Maschinen- und Anlagenbau ist gleichermaßen Techniklieferant für gesellschaftliche Herausforderungen.\“ Als Beispiele nannte Soßdorf auch die Rolle neuer Technologien in Antriebstechnik und Metallbearbeitung für ökologische und ökonomische Verbesserungen. Um entsprechendes Engagement seiten zu unterstützen, hat der Verband die Initiative Blue Competence entwickelt. Damit will die Organisation nach eigenen Angaben Maschinenbau und Automation als Problemlöser und \’Enabler\‘ für gesellschaftliche Anforderungen insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Ressourcenschonung positionieren.