Messer gewetzt: PC-basierte CNC-Steuerung sorgt für scharfe Klingen

Gardena stellt mithilfe von CNC-Steuerungen der Firma Andron mehrere Millionen Messer pro Jahr her. Mit einer Taktzeit von höchstens 45s werden in Ulm Klingen für verschiedene Gartengeräte wie Ambossmesser, Heckenscheren oder Rasenmäher hergestellt. Jeder Griff und jeder Schliff muss sitzen, sonst entsteht Ausschussware, die einen hohen Zeit- und Geldverlust für das Unternehmen bedeuten würde. \“Unsere Messer müssen einwandfrei geschliffen sein, dürfen weder verbogen sein, noch darf Schleifbrand auftreten\“, sagt Hans-Jürgen Jahn, Fertigungsleiter bei Gardena. Schleifbrand entsteht, wenn das Material beim Schleifen warm wird. Die Folge ist, dass es sich blau verfärbt und spröde wird. Dadurch wird die Klinge unbrauchbar. Um dies zu verhindern, müssen die CNC-Programme, welche die Schleifmaschinen steuern, exakt die Schleifbahnen einhalten. Nur so gleicht jede Klinge der anderen. Auch sonstige Geometriedaten der Klingen müssen fehlerfrei vom Programm abgearbeitet werden können. Die fertige Klinge muss eine gewisse Rauhigkeit aufweisen, um präzise zu schneiden. Grafisch unterstützte Menüoberfläche Drei Schleifinseln mit je zwei CNC-gesteuerten Schleifmaschinen, deren Programm PC-basierend arbeitet, sorgen bei Gardena seit acht Jahren für den richtigen Schliff. \“CNC-Steuerungen, die auf einem PC basieren, bieten den Bedienern einige Vorteile\“, erklärt Karl-Heinz Rochlitzer von Andron in Wasserburg. \“Bei unseren Steuerungen erfolgt die Eingabe über eine grafisch unterstützte Menüoberfläche, die auf einem Windows-Betriebssystem basiert\“, sagt er. So erscheint beispielsweise die Klinge während ihrer Produktion als Grafik auf dem Bildschirm. An diesem Modell kann der Bediener bearbeitungsrelevante Daten wie Klingenlänge oder Messerrückenbreite eingeben. Der Mitarbeiter arbeitet nicht mit einem unübersichtlichen Programmcode, der aus Zahlentabellen besteht. Stattdessen kann er die Werte direkt dem Werkstück zuordnen. Sind die Eingaben getätigt, werden die Daten bestätigt. Anschließend arbeitet die Steuerung das Programm ab. \“An die Menüeingabemasken gewöhnen sich unsere Mitarbeiter schnell\“, bestätigt Fertigungsleiter Hans-Jürgen Jahn. Technische Neuerungen schnell übernehmen Außerdem ist Gardena mit der PC-basierten Steuerung immer auf den neuesten Stand der Technik. \“Die Steuerung läuft auf handelsüblichen Industrie-CPUs. So können wir die Maschine bei technischen Neuerungen nachrüsten und auf den neuesten Stand bringen\“, sagt Rochlitzer. Aber auch Fremdapplikationen können an die Maschinen angeschlossen werden. Das bietet den Anwendern weitere Gestaltungsmöglichkeiten. \“So kann beispielsweise der Verschleiß des Schleifsteins über eine installierte Kamera überwacht und über die CNC von der Zustellung automatisch kompensiert werden\“, erklärt Rochlitzer. Anspruchsvolle Klingen präzise schleifen Aufgrund der präzisen Arbeit der Steuerung und der Schleifmaschinen kann Gardena auch Klingen herstellen, die ein hohes Maß an Genauigkeit beim Schleifen erfordern. \“Unsere Ambossmesser für Ast- und Handscheren könnten wir ohne die schnellen Maschinen von Berger mit der CNC-Steuerung nicht herstellen\“, so Fertigungsleiter Jahn. Ambossmesser basieren darauf, dass eine bewegliche Klinge beim Schließen gegen einen feststehenden Block verläuft. Dabei kommt es darauf an, dass bei geschlossenem Zustand keine Öffnung zwischen den beiden Teilen zu erkennen ist. Andernfalls können beispielsweise Äste nicht optimal durchtrennt werden. Bereits seit 1991 setzt der Maschinenhersteller Heinz Berger aus Wuppertal deshalb Steuerungen von Andron in seinen Schleifmaschinen ein.