Entwicklung eines modularen Konzeptes in Eigenregie
Auf dieser Grundlage begann man zunächst, in Eigenarbeit für das Technologiefeld \’Bahnverarbeitung\‘ ein modulares Konzept zu entwickeln, das für einzelne Funktionen Programmbausteine hinterlegte. Diese Module konnten dann individuell variiert bzw. aufgeteilt werden. Für diese Aufgabe war Ingo Haupt verantwortlich. Er erstellte auf der Basis von Visual Basic eine Programmbibliothek mit dem Ziel, für seine Kollegen eine auftrags- und maschinentypneutrale Vorlage für einzelne Maschinenfunktionen zu schaffen. Nach einem halben Jahr Arbeit sahen die Entwickler bei Harro Höfliger zwar den Nutzen dieser Systematik, aber sie erkannten auch den hohen Aufwand, den eine selbst erstellte Lösung kontinuierlich erfordert. Deshalb entschloss man sich, eine Standardlösung für diese Aufgabe zu suchen und fand auf einer Messe am Stand der Mind8 GmbH das richtige Konzept.
Produktentwicklung mit System
Mit Mind8.Studio steht dem Maschinen- und Steuerungsbau eine Software zur Verfügung, die die Voraussetzung für eine mechatronische Standardisierung schafft. Dr.-Ing. Marco Litto, Geschäftsführer der Mind8 GmbH, Stuttgart: \“Mit dem System werden Funktionsmodule oder mechatronische Komponenten definiert, die mit ihren spezifischen Informationen aus verschiedenen Gewerken gespeichert und abgerufen werden können.\“ Entscheidend ist dabei, dass es sich um Basismodule handelt, die jeweils individuell konfiguriert werden können. So findet der Programmierer, der die Materialzufuhr für eine Pflastermaschine entwickelt, in Mind8.Studio nicht etwa das Programm der Materialzufuhr einer bereits gebauten Maschine vor, sondern einen verallgemeinerten SPS-Programmiercode, der mit Hilfe von Mind8-Technologien so erweitert wurde, dass er allein durch Parametrierung an unterschiedlichste Varianten von Materialzufuhren anpassbar ist. Somit fängt der Programmierer nicht bei Null an, muss aber anderseits auch nichts an vorhandenen Entwicklungen ändern. Das bietet zugleich für den Anwender den Vorteil, dass – um beim Beispiel der Materialzufuhr zu bleiben – alle Maschinen über ein und dasselbe Zuführkonzept verfügen.
Einfache Implementierung dank guter Vorarbeit
Die Einführung von Mind8.Studio war bei Höfliger vergleichsweise einfach, weil Ingo Haupt schon Vorarbeit geleistet und funktionale Module in einer Programmierbibliothek strukturiert abgelegt hatte: \“Bei dieser ersten Bibliothek haben wir allerdings ein evolutionäres Konzept verfolgt, bei dem die Module aus der Abwandlung von vorhandenen Bausteinen von Projekt zu Projekt kopiert und weiterentwickelt wurden. Jetzt haben wir hingegen auf einen projektübergreifend gepflegten Baukasten aufgebaut, in den die Erfahrungen aller Software-Entwickler zentral einfließen.\“
















