Modulares Sicherheitssystem erweitert Sicherheitslösungen

In der Automatisierung gibt es das längst, nämlich die große Auswahl an Steuerungskomponenten, die relativ einfach zu einer Automatisierungslösung kombiniert werden können. Die Hersteller von Sicherheitstechnik gehen sukzessive den gleichen Weg, müssen allerdings hier und da noch gewisse Lücken schließen. Siemens hat dies mit dem neuen Modularen Sicherheitssystem 3RK3 Sirius (MSS 3RK3) getan, das erstmals auf der Hannover-Messe 2008 vorgestellt wird. Das Besondere an dem neuen Gerät ist sein modularer Aufbau, durch den der Brückenschlag zwischen einfachsten Anwendungen und komplexen Sicherheitslösungen erreicht wird. Sind beispielsweise mehr als drei sicherheitsgerichtete Funktionen in einer Maschine oder Anlage vorhanden, erweist sich das Modulare Sicherheitssystem 3RK3 schon als rentable Auswahlmöglichkeit. Denn bereits das Basisgerät besitzt acht Sensoreingänge, einen Relaisausgang sowie einen elektronischen Ausgang – alle sicherheitsgerichtet. Für umfangreichere Sicherheitssysteme lässt sich dieses Zentralmodul mit bis zu sieben Erweiterungsmodulen unterschiedlicher Ausführung über Verbindungsstecker erweitern. Programmierung Der Clou daran ist die einfache Parametrierung des MSS 3RK3. Über die Software MSS ES erreichen Anwender die Zuordnung der Sensoren zu den Freigabekreisen. Auf einer grafischen Oberfläche wird per Drag & Drop übersichtlich visualisiert, was den Bedienkomfort von Sicherheitsschaltgeräten erheblich steigert. Das zeigt genau, wo sich das MMS 3RK3 in der Praxis positioniert: Einerseits deckt es Aufgabenstellungen ab, für die sich eine Bus-basierte Sicherheitstechnik nicht lohnt. Auf der anderen Seite versetzt es den Bediener in die Lage, alle Annehmlichkeiten der Programmierung und Parametrierung einer busbasierten Sicherheitstechnik zu nutzen. Was darüber hinaus erkennbar wird: Das MSS 3RK3 kann unabhängig vom gewählten Automatisierungssystem eingesetzt werden. Muss nämlich die speicherprogrammierbare Steuerung oder auch die dezentrale Peripherie in Maschinen und Anlagen nicht mit Sicherheitsfunktionalitäten ausgerüstet sein, wird Geld gespart. Auch \’Forcen\‘ ist machbar Selbst das \’Forcen\‘ während des Testbetriebs ist möglich. Damit sind das gezielte Setzen von Ausgängen und das Überprüfen der Reaktion nachgeschalteter Sicherheitslogik gemeint. Die Software MSS ES beinhaltet alle Elemente und Tools, die für die Projektierung, Diagnose und Inbetriebnahme erforderlich sind. Interessant dabei ist auch der geringe Schulungsaufwand für die Beherrschung der Software. Während die Sicherheitspakete auf der Basis von sicheren SPS bzw. sicherer dezentraler Peripherie relativ komplex sind, lässt sich das MSS ES intuitiv lernen und bedienen. Die hohe Flexibilität des MSS 3RK3 erweist sich vor allem auch bei Systemerweiterungen als besonders sinnvoll und praktisch. Dann nämlich sind keine Einzelgeräte mehr notwendig, die zudem noch unterschiedliche Funktionen realisieren, sondern es werden einfach nur weitere Zusatzmodule an das Basisgerät angereiht und über MSS ES programmiert. Das elektronische Interieur dieser Sicherheitsschaltgeräte ersetzt die sonst aufwendige Verdrahtung sowie die zeitintensive Inbetriebnahme. Denn die Ein- und Ausgänge sind frei parametrierbar, was dem Bediener nach der Installation die Freiheit gibt, die gesamte Funktionalität der Sicherheitssysteme softwareseitig anzupassen. Das senkt sowohl die Kosten für das Engineering als auch den finanziellen Aufwand bezüglich Installation und Inbetriebnahme. Die Auswahl der Erweiterungsbausteine hat Siemens entsprechend vielseitig gemacht, um Anwendern Anpassungsmöglichkeiten zu geben. Es gibt ein Modul mit acht einkanaligen Eingängen (8F-DI) sowie eines mit vier einkanaligen Ausgängen und zwei zweikanaligen elektronischen Ausgängen (2/4F-DI 2F-D0). Als Ergänzung gibt es ein Erweiterungsmodul mit vier einkanaligen Eingängen und zwei einkanaligen Relais-Ausgängen (2/4F-DI 1/2 F-R0) sowie ein Modul mit Standard­ausgängen. Alle Module sind beliebig miteinander kombinierbar. Damit lassen sich je nach Verwendung Sicherheitssysteme der Kategorie 4 gemäß EN 954-1, SIL 3 nach IEC 61508/62061 bzw. Performance Level e nach EN 13849-1 realisieren. Kommunikationsmodul für die Busanbindung Ein eigenes Kommunikationsmodul, das sich ebenfalls an das neue MSS 3RK3 anbinden lässt, schließt diese Lücke auf konventionelle Art. Denn damit gelingt der direkte Anschluss an Profibus DP, der in vielen Anlagen aufgrund der stetig wachsenden Automatisierungsperformance ohnehin vorhanden ist. Mit einer Datenübertragungsrate von 12MBit/s lassen sich so standardmäßig 32Bit Daten zyklisch übertragen und die Steuerung kann zudem die gewünschten Diagnosedaten bei Bedarf azyklisch abrufen. Nicht sicherheitsgerichtete Daten können sogar von der SPS direkt an das MSS 3RK3 gesendet werden. Zwischen \’simpel\‘ und \’High-End\‘ Das Modulare Sicherheitssystem 3RK3 Sirius eignet sich zur Entkopplung von sicherheitsgerichteten Funktionen und Steuerungsfunktionen. Dabei können die Geräte an den Profibus DP angeschlossen werden, ohne dass zur eigentlichen Funktion ein Bussystem notwendig wäre. Auf diese Weise lassen sich einzelne Sicherheitsfunktionen ebenso kostengünstig realisieren, wobei sich ab drei Sicherheitsfunktionen das Verbinden, Parametrieren und Programmieren bereits effizienter darstellt als mit rein hardwaremäßigen Sicherheitsschaltgeräten. Ergänzend öffnet die Systemlösung MSS 3RK3 das Tor zu übergeordneten Steuerungen über das modular ansteckbare Kommunikationsmodul für Profibus DP. Über Profibus DP lassen sich wertvolle Diagnosedaten an die übergeordneten Steuerungssysteme übertragen. Auf diese Weise können wichtige Informationen aus dem separat ausgelegten Sicherheitskreis übernommen werden. Alles in allem schließt das Modulare Sicherheitssystem 3RK3 die Lücke zwischen einfachen Gerätevarianten zur konventionellen Realisierung von Sicherheitskreisen und den komplexen Lösungen auf der Basis fehlersicherer Steuerungen, fehlersicherer dezentraler Peripherie und fehlersicherer Bussysteme wie ASIsafe und Profisafe. HMI 2008: Halle 9, Stand A72