Wann und mit welchem Unternehmensziel wurde Copa-Data gegründet? Kommt Copa-Data aus der IT-Welt oder aus der Automatisierungswelt? COPA-DATA: Copa-Data kommt aus der Steuerungs- und Automatisierungswelt. Thomas Punzenberger hat das Unternehmen mit der Zielsetzung gegründet, eine Lösung zu schaffen, die Daten schnell und effizient aufzeichnen, verarbeiten und visuell umsetzen kann. Zum Zeitpunkt der Unternehmensgründung im Jahr 1987 war dies eine echte Herausforderung. Heute bieten wir mit zenon ein Leistungsspektrum an, das von der Feldebene über die Bedienebene bis hin zur Leittechnik und zur MES-Ebene reicht. Im Bereich MES bieten wir beispielsweise ein neues Produkt an, den zenon Analyzer für dynamisches Reporting. Produktionsverantwortliche sowie auch das Management können damit alle Prozesse sowie die erbrachten Leistungen kontinuierlich überwachen, umfassend analysieren sowie Potenziale für die Optimierung aufdecken. Was macht Ihrer Ansicht nach ein zeitgemäßes Scada-System aus? Welche Eigenschaften und Funktionen muss es mitbringen? COPA-DATA: Sehr wichtige Eigenschaften sind Offenheit, Herstellerunabhängigkeit und Treibervielfalt, die wir in zenon beispielsweise mit über 300 Kommunikationsprotokollen bieten. Damit ist gewährleistet, dass sich die Lösung in bestehende Landschaften ohne Aufwand integrieren lässt und sich die Software auf jeder marktüblichen Hardware einsetzen lässt. Darüber hinaus sollte eine Scada-Lösung objektorientiertes Arbeiten ermöglichen. So werden mit zenon Objekte lediglich einmal generiert und lassen sich vielfach wiederverwenden. Dies erleichtert nicht nur die Projektierung der Anwendung enorm, sondern auch die Wartung und Pflege der Lösung. Ein hoher Funktionsumfang out-of-the-box sowie ergonomische, durchdachte Tools für das Engineering runden eine zeitgemäße Scada-Lösung ab. Usability und Ergonomie betreffen zum einen die benutzerfreundliche Gestaltung eines Engineering-Tools, zum anderen ist es ebenso wichtig, mit einer HMI/Scada-Software eine benutzerfreundliche Lösung schaffen zu können. COPA-DATA: Unser Anspruch ist es, mit zenon ein Werkzeug anzubieten, das es Anwendern erlaubt, benutzerfreundliche Bedienoberflächen zu gestalten. Bereits in der zenon Version 6.50, die vor drei Jahren auf den Markt kam, haben wir bedeutende Erweiterungen hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten getroffen. Diesen Weg sind wir konsequent weiter gegangen und werden dies auch in Zukunft tun. Wir bieten die Möglichkeit, mit einem einzigen Softwarewerkzeug alle aktuellen Anforderungen an eine optimal gestaltete Benutzeroberfläche umzusetzen. Kunden – verstärkt auch Unternehmen aus dem Maschinenbau – fordern Werkzeuge, um ein individuelles und gleichzeitig an den Grundsätzen der Usability orientiertes Design für ihre Bedienoberflächen erstellen zu können. Dabei beziehen sie vermehrt auch Usability-Experten und Designer in die Entwicklung ein. Wie gewährleisten Sie Usability? COPA-DATA: Copa-Data hat im Jahr 2010 eine Abteilung geschaffen, die sich ausschließlich mit dem Thema Usability befasst. Diese Abteilung hat zwei Aufgaben. Zum einen gewährleistet das Usability-Team, dass der zenon-Editor den heutigen Maßstäben eines benutzerfreundlichen Softwarewerkzeugs entspricht. Zum anderen schafft diese Abteilung Möglichkeiten für den Anwender, eine benutzerfreundliche Oberfläche effizient und einfach aufzubauen. Dies umfasst unter anderem zahlreiche Vorlagen und Templates. Mit der neuen zenon Version 7, die Ende März 2012 erscheint, bieten wir hier nochmals bedeutende Erweiterungen wie Screen-Templates, die abhängig vom Anwendungsfall eingesetzt werden können – beispielsweise für ein multitouchfähiges HMI oder eine Scada-Anwendung mit Maus- und Tastaturbedienung. Diese Vorlagen kann der Anwender in dem bestehenden Look&Feel nutzen oder auch auf Wunsch modifizieren. Neben den technologischen Werkzeugen – welche Unterstützung bieten Sie Ihren Kunden darüber hinaus, um die steigende Komplexität in der Automatisierungslandschaft bewältigen zu können? COPA-DATA: Wir bieten unseren Kunden Trainings an – auch abgestimmt auf individuelle Anforderungen. Unsere Abteilung Technological Services realisiert darüber hinaus Demoprojekte für Kunden. Unsere erfahrenen Industry Manager, die auf die Branchen Automotive, Food & Beverage, Pharma und Energy spezialisiert sind, beraten Kunden in allen technischen, aber auch in Design-Fragen. Aktuell beschäftigt viele Unternehmen das Thema Multitouch, das fraglos ein großes Potenzial bietet. Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie für dieses Thema, das ursprünglich aus dem Consumer-Bereich kommt, in der Automatisierungstechnik? COPA-DATA: Das Thema wird den Automatisierungsmarkt zweifelsohne in diesem und dem kommenden Jahr dominieren. Hardware-Hersteller bieten schon heute multitouchfähige Lösungen an. Auf der SPS/IPC/Drives 2011 waren wir einer der ersten Anbieter, die eine Softwarelösung gezeigt haben, der Multitouch-Funktionalitäten umfassend implementiert hat. Die Chancen bestehen darin, Bedienoberflächen zu schaffen, die einfacher zu benutzen sind und den Aufwand für die Einarbeitung und Schulung der Mitarbeiter senken. Multitouch wird die Freude am Arbeiten sicher steigern. Die Herausforderung besteht heute darin, die Technologie nicht um ihrer selbst willen einzusetzen, sondern durchdachte Bedienkonzepte aufzusetzen, die effizienteres Arbeiten fördern und unterstützen. Zeichnen sich Ihrer Ansicht nach heute bereits Grenzen für den Einsatz der Multitouch-Technologie ab oder lässt sich dies aktuell noch nicht beantworten? COPA-DATA: Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung. Im Moment fokussieren sich Unternehmen darauf, den Nutzen und den Wert einer Multitouch-Anwendung zu evaluieren und zu prüfen. In der maschinennahen Bedienung sind die Vorteile klar ersichtlich. Für die Datenanalyse – eine wichtige Aufgabe im Scada-Umfeld – wird Multitouch keine bedeutende Rolle einnehmen. Dennoch schafft Multitouch auch im Leitstand die Möglichkeit für Anwender, effizienter zu arbeiten – beispielsweise bei der Navigation durch Anlagenbilder. Welche Bedeutung werden Standards und Normen für Touch-Gesten wie Tipp-, Wisch- und Zoom-Bewegungen im Automatisierungsumfeld haben? COPA-DATA: Standards und Normen wird es künftig sicher geben. Aktuell sammeln Unternehmen erste Erfahrungen mit Multitouch. Einige unserer Kunden setzen bereits seit dem vergangenen Jahr zenon-basierende Multitouch-Anwendungen ein und gehören damit zu den ersten Unternehmen in der Industrieautomation, die diese neue Technologie konsequent umsetzen. Welche Entwicklungen erwarten Sie im HMI/Scada-Umfeld in den kommenden Jahren? COPA-DATA: Unternehmen müssen heute mehr denn je ihre Produktionsprozesse wie auch ihre Geschäftsprozesse straffen und optimieren. Die umfassende Analyse von Informationen bildet die Basis hierfür. Es gilt, aus Informationen Wissen zu schaffen. Wir bieten mit zenon schon heute eine Lösung an, die diesen Herausforderungen gewachsen ist – von der Feldebene über die Bedienebene bis hin zur Leittechnik und zur MES-Ebene. Vielen Dank für das Interview.
Multitouch steht in den Startlöchern
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