Österreicher als Musterschüler

SPS-MAGAZIN: Mit dem 1. Oktober hat ja bei Rockwell das neue Finanzjahr begonnen. Wie ist das letzte für die österreichische Niederlassung gelaufen? Bernd Hildebrandt: Wir haben den Umsatz um knapp 30% gegenüber dem Vorjahr gesteigert und da bin ich unheimlich stolz darauf. Wir sind mit diesem Plus sogar gruppenintern, wenn ich uns jetzt im europäischen Vergleich sehe, auf Platz Drei hinter Polen und Russland gelandet. SPS-MAGAZIN: Wie schafft Ihr das immer wieder? Bernd Hildebrandt: Ich glaube, das liegt am Team. Da bin ich auch unheimlich stolz darauf, dass wir ein wirklich tolles, motiviertes, engagiertes Team sind. Und die Kunden spüren das auch, dass wenn man mit uns zusammenarbeitet, ein gutes, vernünftiges Team dahinter steht. SPS-MAGAZIN: In welchen Bereichen konntet Ihr am meisten zulegen? Bernd Hildebrandt: Wir haben wiederum querbeet gesteigert und da bin ich eigentlich auch ganz zufrieden damit, weil es ja eigentlich unsere Zielsetzung ist, über die ganze Produkt- und Dienstleistungspalette hinweg gleichmäßig zu steigern. Das ist uns prozentual gesehen ziemlich gut gelungen. SPS-MAGAZIN: Momentan spricht man ja überall von einer globalen Banken- und Finanzkrise, die ja in Amerika ihren Ursprung hatte – wie weit spürt man das in einem amerikanischem Konzern? Bernd Hildebrandt: Wir hier in Österreich spüren im Moment noch nichts von einer Krise. Und auch die Kundengespräche auf der vienna-tec spiegelten das wider: Die Auftragsbücher sind voll. Klar ist eine latente Gefahr gegeben, dass da noch was kommen wird und viele Unternehmen stellen sich bereits jetzt auf ein härteres 2009 ein, aber zurzeit ist von diesem konjunkturellen Gegenwind noch nichts zu spüren. Ich persönlich denke auch, dass Österreich mit seiner Vielzahl an kleinen und mittleren Unternehmen vielleicht flexibler auf solche Veränderungen reagieren kann als andere Länder, die hauptsächlich von großen Betrieben dominiert werden. Das hat mich schon damals, als ich nach Österreich kam, fasziniert, dass es hierzulande zwar nicht so viele allgemein bekannte, große Betriebe gibt, aber sobald man ein bisschen tiefer unter die Schale guckt, findet man plötzlich eine Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen, die in ihrer Nische ganz oft Weltmarktführer sind. Der amerikanische Markt ist im Moment natürlich sehr schwierig und man stellt sich sicherlich darauf ein, dass auch der Markt in Europa als schwierig prognostiziert ist für 2009, aber dafür geht man in Süd- und Lateinamerika sowie in Asien weiterhin von entsprechenden Steigerungsraten aus. Ich meine, hier in Österreich haben wir in den letzten drei Jahren immer wieder deutlich im zweistelligen Bereich gesteigert, da kann ich selbst nicht davon ausgehen, dass das die nächsten fünf Jahre so weitergeht. Das wäre zwar schön, aber bei der Wachstumsstrategie, die Rockwell in Europa fährt, geht es ja nicht darum, am Wirtschaftswachstum zu partizipieren sondern darum, aggressiv Marktanteile zu gewinnen. Und das wird natürlich schwieriger, wenn das Umfeld schwieriger wird, aber wir werden weiterhin daran arbeiten.