Software macht den Unterschied
Viele Automatisierungsunternehmen haben sehr viel eigenes Anwendungs-Knowhow in den für sie wichtigen Marktsegmenten aufgebaut. Das können die Bereiche Robotik, Schweißen, Lasertechnik oder viele andere sein. Die essentiellen Punkte sind dabei meist in der Software verpackt. Da die Software oft an eine Hardware-Plattform gebunden ist, stehen derartige Unternehmen einem Steuerungswechsel in der Regel skeptisch gegenüber – viel zu groß ist das Risiko dabei eigenes Anwendungskern-Know-how zu verlieren oder dieses nur mit enormem Aufwand – finanziell und zeitmäßig – auf eine andere Hardware-Plattform zu portieren. Daher fühlen sich viele dieser Unternehmen sehr stark an einen Steuerungshersteller gebunden und sind auch bei der Integration neuer Software-Module wie einem Web-Server oder bei der Implementierung von Industrie-4.0-Features abhängig. Darüber hinaus stehen und fallen auch Sicherheit und Stabilität des eigenen Systems mit der Qualität des angebotenen Security-Konzepts. Durch die benutzerfreundlichen Haupt-Features der offenen Keba-Steuerungsplattform lassen sich kundenspezifische Automatisierungen einfach und schnell umsetzen.
Einfache und schnelle Integration
Für die Integration eigener Software-Bausteine gibt es mehrere Lösungsansätze. Sie kann entweder direkt in der Applikation mittels C-IEC-Baustein erfolgen oder durch Neuprogrammieren der kompletten Applikation in C/C++, welche aus der IEC aufgerufen wird oder auch mittels einer direkten Ankopplung an das Betriebssystem als Laufzeitsystem. Typische Beispiele für C-IEC-Bausteine sind schwer in IEC umsetzbare Regler, die mit Programmen wie Matlab oder Octave in C/C++ erzeugt werden. Durch die direkte Integration von C-Code ist es nicht nötig, den Regler in der IEC nachzuprogrammieren. Eine Alternative besteht darin, die Applikation komplett in C/C++ zu programmieren, jedoch diese zyklisch aus dem IEC-Laufzeitsystem aufzurufen. Dadurch kann die eigene Applikation frei gestaltet werden und ist nicht abhängig von den IEC-Sprachen. Die dritte Möglichkeit ergibt sich mit einer Programmierung eines komplett unabhängigen Laufzeitsystems. Gerade die dritte Variante ist bei Firmen mit sehr viel eigenem Software-Know-how ein beliebter Lösungsweg. Meist ist diese Variante allerdings auch an die Entwicklung der kompletten Basis gebunden, da es bis jetzt keine Möglichkeiten gegeben hat, derart tief in bestehende Systeme einzugreifen. Mit der Linux-basierten Steuerungsplattform von Keba können nun eigene Software-Module beliebig auf allen drei beschriebenen Wegen einfach und schnell integriert werden. Dabei sind Echtzeitbetriebssysteme wie VxWorks oder QNX vollständig Posix-kompatibel. Durch die weitgehende Kompatibilität von Linux mit dem Posix-Standard ist ein Wechsel des Betriebssystems in kürzester Zeit möglich.
Durchgängig modular
Durch die flexible, skalierbare Struktur des offenen Steuerungssystems KeControl FlexCore ist vom reinen Betriebssystem bis hin zu High-End-Multi-Robotersystemen eine große Bandbreite an Applikationen möglich. Die kleinste Lösung beginnt beim reinen General Purpose Operating System (GPOS) ohne Echtzeitanforderungen. Ein typisches Beispiel sind hier Industrierechner für Visualisierungsaufgaben. Standardtreiber sind immer verfügbar und Zusatzmodule können ohne Probleme nachinstalliert werden. Hardware- und Diagnoseinformationen werden mittels einer umfangreichen API-Bibliothek zur Verfügung gestellt. Somit kann jeder Kunde sein System exakt entsprechend seinen Anforderungen anpassen. Verbesserte Programmierumgebungen mit Dokumentationen und Beispielen erleichtern den Einstieg ins System. Weitere Optionen ermöglichen dem Kunden eine schnelle und einfache Inbetriebnahme und bieten zahlreiche Vorteile in den Bereichen Diagnose und Wartung. Viele Unternehmen haben den Anspruch eigenentwickelte Software, also ihr ursprüngliches Kern-Knowhow, in ein echtzeitfähiges System zu integrieren. Das offene Steuerungssystem bietet durch Skalierbarkeit und Modularität auch dafür eine stabile Basis. Mit den erwähnten Möglichkeiten können Kunden eigene Applikationen und Software einfach und schnell einbinden. Keba bietet mit der Robotik- und Bewegungssteuerung KeMotion bereits eine fertige Branchenlösung, die auf einer offenen Systemplattform aufbaut. Von den dabei gesammelten Erfahrungen sollen nun auch die Anwender des offenen Steuerungssystem profitieren. Dazu zählen unter anderem kurze Inbetriebnahmezeiten durch Plug&Play sowie erprobte Bedien-Lösungen, die den Schulungsaufwand reduzieren. Darüber hinaus erleichtern Entwicklungs-Tools die Integration und die Diagnose.
















