OpenConfigurator steht unter der Open-Source-Lizenz BSD und kann kostenfrei im Internet heruntergeladen werden. Das Tool lässt sich Stand-alone verwenden oder – aufgrund des offengelegten und frei verwendbaren Quellcodes sowie der Plattform-unabhängigen Tcl/TK-basierten grafischen Benutzeroberfläche – in die Programmiersysteme oder Serviceanwendungen des Nutzers einbinden und beliebig anpassen. Im Folgenden erläutern wir, was zur Konfiguration eines Powerlink-Netzwerkes gehört und zeigen, welche Möglichkeiten zur einfachen Konfiguration das neue Tool bietet. Aufbau des Netzwerks In einem Powerlink-Netzwerk bekommt eine SPS oder ein Industrie-PC die Funktion des sogenannten Managing Nodes (MN) zugewiesen, alle anderen Geräte fungieren als Controlled Nodes (CN). Der Managing Node gibt den Zeittakt zur Synchronisation aller Geräte vor und steuert die zyklische Datenkommunikation. Innerhalb eines Taktzyklus, der alle Teilnehmer bedient, sendet der Managing Node Anfragen, PollRequests genannt, nacheinander an alle Controlled Nodes im Netzwerk. Die maximal zulässige Anzahl der Controlled Nodes in einem Netzwerk beträgt 240. Diese antworten mit PollResponses nach dem Broadcast-Prinzip auf die Anfragen. Powerlink gestattet eine Modularisierung des Netzwerks. Dafür übernehmen Komponenten, die aus Sicht des zentralen Managing Nodes als Controlled Nodes fungieren, innerhalb untergeordneter Segmente aber selbst die Rolle eines Managing Nodes. Powerlink-Objektverzeichnis Wie bei CANopen werden bei Powerlink sämtliche Kommunikations- und Anwenderobjekte in einem Objektverzeichnis zusammengefasst, das eine eindeutige Schnittstelle zwischen der Anwendung und der Kommunikation nach außen definiert. Das Objektverzeichnis oder Objectdictionary (OBD) enthält die Gerätebeschreibungen aller im Netzwerk vorkommender Geräte sowie die Zuordnung ihrer Speicherbereiche für die Datenkommunikation. Im Netzbetrieb \’kartographiert\‘ das Objektverzeichnis die Betriebszustände sämtlicher Geräte und gibt zu jedem Zeitpunkt ein laufend aktualisiertes Abbild der gesamten Prozesse wieder. Damit bildet das Objectdictionary gleichsam die Kommunikationszentrale des Powerlink-Netzwerks. Der openConfigurator dient der automatischen Erstellung des Objectdictionarys, das nach seiner Fertigstellung als CDC-Datei der Festlegung der Teilnehmer durch den Nutzer nur noch auf den Managing Node transferiert wird. Was openConfigurator leistet Zur Konfiguration des Netzwerks bzw. zur Generierung des Objectdictionarys gehören also die Festlegung der Geräte und ihrer Funktionalitäten sowie die Einrichtung der logischen Verknüpfungen untereinander. Damit gliedert sich die Einrichtung eines Powerlink-Netzwerks prinzipiell in zwei Abläufe: Im ersten werden die Netzwerkwerkteilnehmer selbst konfiguriert. Grundlage dafür ist die Gerätebeschreibung mit gerätespezifischen Parametern, die in Form der XDD-Dateien direkt vom Hersteller mitgeliefert wird. In Bezug auf das Netzwerk müssen die zeitabhängigen Parameter des Datenaustausches konfiguriert werden, wie z.B. die globale Zykluszeit und die Responsezeit der Controlled Nodes. Auch weitere Features, die Powerlink bietet, wie Querverkehr oder Multiplexing, können bei diesen Einstellungen festgelegt werden. Der zweite Schritt besteht im Mapping der Prozessdatenobjekte, also der Zuordnung der Speicheradressen für den Austausch der Daten unter den Netzwerkteilnehmern. Neben der CDC-Datei generiert openConfigurator eine XML-Application File (XAP)-Datei, die ein- und ausgehende Prozessdatenobjekte jedes Teilnehmers dokumentiert. Default-Einstellungen Der openConfigurator erfordert von Anwendern keine umfangreichen Kenntnisse der Netzwerkkonfiguration. Nutzer mit wenig Erfahrung verwenden die Default-Einstellungen und lassen sich von der grafischen Oberfläche in vier Schritten durch den Konfigurationsprozess leiten. Der erste Schritt besteht im Anlegen eines neuen Projekts. Ebenso lassen sich bestehende Projekte zur Überarbeitung, zum Einfügen neu hinzukommender Controlled Nodes oder zur Änderung der Kommunikationsparameter öffnen. Hat der Nutzer ein neues Projekt angelegt, gilt es zunächst, den Managing Node zu konfigurieren. Dabei hat der Anwender die Wahl zwischen einer Default-Einstellung oder dem Import einer XDD-Datei für den Managing Node. Darauf erscheint im Browser eine Baumstruktur, die mit dem Managing Node als überlagertem Ordner den einfachen und direkten Zugriff auf die Objekte und Parameter des Objektverzeichnisses erlaubt. Durch Anklicken öffnet sich im rechten Browserfenster eine Maske zur Bearbeitung der angewählten Parameter. Zum Zufügen von Controlled Nodes klickt der Anwender in die Baumstruktur und wählt über das Kontextmenü \’Add CN\‘. Auch hier hat er die Wahl, in einem Popup-Fenster dem Controlled Node eine Bezeichnung zu geben, die Knoten-ID zuzuweisen und für die Konfiguration entweder die Default-Einstellung zu wählen oder eine vorhandene XDD-Datei zu importieren. Wie schon beim Objektverzeichnis unter dem Managing Node lassen sich auch für die Controlled Nodes in einer Verzeichnisstruktur Objekte hinzufügen, entfernen oder bearbeiten, die durch die Default-Einstellung oder die importierte XDD-Datei nicht vorgesehen waren. Beispielsweise lässt sich über diese Option der Querverkehr unter den Controlled Nodes konfigurieren. Über eine Checkbox lässt sich grundsätzlich für jedes Objekt bestimmen, ob es zum CDC hinzugefügt werden soll oder nicht. Nachdem alle gewünschten Teilnehmer festgelegt und bei den Objektverzeichnissen die gewünschten Einstellungen getroffen sind, muss der Anwender nur noch den Build-Button drücken, wodurch die Generierung der CDC-gestartet sind. Ein Fenster im Browser gibt dem Anwender Auskunft über die erfolgreiche Datei-Erstellung: Das Projekt ist abgeschlossen. PDO-Mapping Zu Beginn des Projektierungsvorgangs kann sich der Nutzer für die Einstellung \’Autogenerate\‘ entscheiden, die ihm das manuelle Erstellen des Managing-Node-PDO-Mappings (Prozessdatenobjekte) erspart. In der Baumstruktur erscheinen alle Transmit-Prozessdatenobjekte (TPDO) und Receive-Prozessdatenobjekte (RPDO) im Objektverzeichnis-Ordner. Durch Anklicken der einzelnen Objekte öffnet sich im Browser eine Tabelle mit der jeweiligen Übersicht über die Aktualwerte. In dieser Tabelle kann der Anwender Offsets, Länge, Indice und Subindice bearbeiten. Ende der Konfiguration Am Ende des Prozesses generiert das Tool automatisch die CDC-Datei mit dem gesamten Objektverzeichnis sowie eine XML-Datei und einen Header in C, die die Variablennamen und Offsets dokumentieren. Erfahrene Anwender erhalten mit openConfigurator die vollständige Kontrolle über die Konfiguration in jeder Phase. So können Kommentare und Objekte manuell eingefügt, automatisch generierte Dateien angepasst und Querverkehr unter den Teilnehmern eingerichtet werden. openConfigurator besteht aus einer Sammlung von C++-dlls mit einer TcL/TK-basierten grafischen Oberfläche. Anwender, die ein eigenes Graphical User Interface (GUI) verwenden möchten, können auf das durch C++ zur Verfügung gestellte Application Programming Interface (API) zugreifen. Mit seinen Fähigkeiten ermöglicht es der openConfigurator sowohl Einsteigern, schnell und einfach ihr Netzwerk zu konfigurieren, als auch Fortgeschrittenen, ihre Applikation optimal an das Powerlink-Protokoll anzupassen. Kasten1: In fünf Schritten zur fertigen Konfiguration 1. Projekt anlegen 2. Knoten einfügen 3. Build-Button klicken 4. CDC in Applikation transferieren 5. Applikation kompilieren (z.B.in C) Kasten2: Der openConfigurator im Internet Der openConfigurator kann unter sourceforge.net heruntergeladen werden.
openConfigurator: Open-Source-Tool vereinfacht Powerlink-Konfiguration
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
IO-Link-Safety-Lösungen
Mit der Kombination robuster Sicherheitskomponenten und IO-Link Safety ermöglicht Euchner eine durchgängige, sichere Kommunikation in der Automatisierung – auf dem gesamten Weg von der Steuerung bis zum Sensor…
-
Im Interview: Wie NI und DataTec den europäischen Testmarkt neu denken
Vom Messgerät zur Datenplattform
Beim Besuch von National Instruments bei DataTec tauschten sich Ritu Favre, President Test & Measurement bei Emerson, und Markus Kohler, Vorstand DataTec, über aktuelle Entwicklungen im europäischen Test-…
-
Maßgeschneiderte Schwingungsüberwachung mit IO-Link
Gemeinsam zur Lösung
Steigende Anforderungen an die Überwachung von Schwingförder- und Siebmaschinen erfordern präzise und flexibel integrierbare Sensorlösungen. In einer Zusammenarbeit zwischen Hauber-Elektronik und der Jöst GmbH entstand auf Basis eines…
-
Kompakter Distanzsensor bis 150m
Mit dem OptoNCDT ILR1041-150-IO erweitert Micro-Epsilon sein Laser-Distanzsensoren-Portfolio um ein kompaktes Modell für Messbereiche bis zu 150m.
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten.…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von…
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
das könnte sie auch interessieren
-
-
Erster Bauabschnitt eingeweiht
Neues Werk in Mexiko für Phoenix Contact
-
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg
Nominierte für Hermes Award stehen fest
















