Informationen erzeugen

Entscheidend für die Produktivität eines Unternehmens ist, wie aus der großen Menge vorhandener Daten sinnvolle Informationen generiert werden. Um mit der Datenflut klar zu kommen, verdichten viele Systeme die ermittelten Daten von vornherein. Dabei gehen zwangsläufig Informationen verloren. Der Historian Server wählt einen anderen Weg: Die ermittelten Daten werden komprimiert und brauchen deutlich weniger Platz. \“Wir haben alle Prozessdaten, die wir seit 2004 erfasst haben, auf dem Server liegen und dabei keine Speicherplatzprobleme\“, berichtet Rosenski. Dennoch bietet die Visualisierung Proficy iFix unterschiedliche Möglichkeiten, wie Daten dargestellt werden können. Daten, die im Sekundentakt aufgezeichnet werden, lassen sich z.B. in Stunden-, Tages- oder Wochendiagrammen darstellen. Ein wesentlicher Vorteil zu früher, als Daten noch manuell ausgewertet wurden, liegt in verkürzten Reaktionszeiten. \“Bis wir bisher solche Diagramme erstellen konnten, vergingen oft ein bis zwei Arbeitstage\“, sagt Rosenski. \“Mit der GE Fanuc Proficy-Software kann ich heute Datendiagramme in den unterschiedlichen Formaten auf Knopfdruck erstellen, merke sofort, wenn etwas aus dem Ruder läuft, und kann unmittelbar eingreifen.\“ Zudem machen verschiedene Alarme sofort darauf aufmerksam, wenn Anlagenstörungen auftreten, wenn z.B. ein Ventil nicht öffnet oder die Temperatur in einem Kühlhaus nicht stimmt. Gleichzeitig liegen auch Jahre später, entsprechend der gesetzlichen Richtlinien, alle Produktionsdaten unverändert vor. Dabei lassen sich nicht nur die Daten einzelner Anlagen einsehen, sondern es können auch alle an einer Charge beteiligten Prozessdaten relational dargestellt werden. So lässt sich jederzeit der komplette Produktionsablauf nachvollziehen, und die geforderte Rückverfolgbarkeit ist gewährleistet.

Geschlossener Regelkreis

Die neue Automatisierungslösung bietet mehr als Prozessdatenüberwachung: Mit ihr kann ein sinnvolles Energiemanagement betrieben und die Gebäudeleittechnik überwacht werden. Mithilfe des Energiemanagements lassen sich z.B. teure Lastspitzen vermeiden. Wird der momentane Energieverbrauch permanent überwacht und ist der Prozess bekannt, kann regelnd eingegriffen werden und z.B. ein Kühlhaus für einen gewissen Zeitraum abgestellt werden, so lange die Temperatur darin unter dem vorgeschriebenen Wert bleibt. Damit können die Prozessdaten zur Regelgröße für das Energiemanagement werden. Gleichzeitig kann mit dem System Energie auf Kostenstellen gebucht werden, und es lassen sich unnötige \’Stromfresser\‘ aufdecken. Mittelfristig sollen die Daten aus dem Prozess auch in das ERP-System des Unternehmens eingebunden werden. So ist geplant, künftig OEE-Kennzahlen (Overall Equipment Effectiveness) für Effektivität, Qualität und Energie festzulegen, mit denen der Regelkreis im MES automatisch geschlossen werden kann. \“Die vertikale Integration der Prozessdaten ins ERP hatten wir von Anfang an als Zukunftswunsch im Blick, als wir uns für das neue System entschieden\“, sagt Rosenski. \“Das System ist von unten nach oben gewachsen, angefangen hat alles mit der Maschinenvisualisierung, heute haben wir auch die Prozessleittechnik realisiert.\“ Im nächsten Schritt soll dann ein sinnvolles MES-Konzept umgesetzt werden.

Seiten: 1 2