Eine konstante Umgebungstemperatur von 28°C, verbunden mit einer Luftfeuchtigkeit von 80°C – das sind nicht unbedingt die Wetterbedingungen, die man in Ostfriesland erwartet. Und doch: Mitten im Land zwischen Meer und Moor liegen 15.000m² im tropischen Klima. Im kleinen Örtchen Upschört produziert Jan Klusmann mit seinem auf Orchideen spezialisierten Gartenbaubetrieb jährlich etwa eine Million der auch als Königin der Blumen bezeichneten Pflanzen. Die riesige Halle in Upschört dient dabei nur der Aufzucht der Pflanzen, die als Setzlinge angeliefert und 12 Monate gehegt und gepflegt werden. In Klusmanns Stammhaus in Westerstede wachsen die Jungpflanzen dann weitere 20 Wochen, bevor sie in den Verkauf kommen. Vertrieben werden die Orchideen über Großhändler und Gartencenter in ganz Deutschland und Europa. Hoher Automationsgrad Um die Orchideen rentabel produzieren zu können, musste die Anlage so weit wie möglich automatisiert werden. Statt wie in Gewächshäusern üblich, die gesamte Kulturfläche der Halle mit einer Bewässerung zu versehen, fährt man in Upschört die Pflanzen zum Wasser. Dazu stehen die Orchideen in Töpfen auf Rollbeeten oder Containern, die auf Transportbahnen, den so genannten Spuren, durch die Anlage fahren. Bis zu 1.500 Rollbeete, aufgeteilt auf zehn Spurpaare, kann die Anlage aufnehmen. In jedem Spurpaar werden die Container automatisch durch die Kulturfläche der Halle bis zum Bearbeitungsplatz gefahren, an dem die Bewässerung erfolgt oder ein Rollbeet über einen Kran herausgenommen oder eingebracht werden kann. Das Containerprinzip ermöglicht den Durchlauf der Orchideenpflanzen ohne großartige manuelle Eingriffe. Lediglich beim Pikieren der angelieferten Jungpflanzen wird noch Hand angelegt, alles andere, einschließlich des Umtopfens nach sechs Monaten, erfolgt vollautomatisch. Mit der elektrotechnischen Planung und Realisation hat der Anlagenbauer in Upschört die Firma Atlantique Automatisierungstechnik GmbH in Ihlow beauftragt. Das Unternehmen hat sich auf Automatisierungslösungen für Gartenbaubetriebe spezialisiert, betreut aber auch namhafte Kunden in den Bereichen Automobil- und Maschinenbau. Zum Angebot zählen neben der Konstruktion und Fertigung von Steuerungen und Schaltanlagen inklusive SPS- und Datenbank-Programmierung auch die Förder-, Montage- und Prüftechnik. Unternehmensgründer Heinrich Winter ist mit seinem Team in ganz Europa aktiv, selbst in Israel hat Winter kürzlich einen Gartenbaubetrieb automatisiert. \“In Upschört haben wir jeden Container mit einem RFID-Datenträger versehen, der die Containernummer enthält und eine eindeutige Kennzeichnung garantiert\“, erklärt Winter sein Konzept. \“Zusätzlich sind an jedem Container ein Barcode sowie die Containernummer im Klartext angebracht, so dass jederzeit eine schnelle manuelle Auslesung mittels Handscanner möglich ist.\“ Der Handscanner kommuniziert über Wireless LAN mit der Steuerung, die auf demselben Weg übrigens auch den Kran mit Befehlen versorgt. Datenbankgestützte Pflanzenproduktion In einer eigens entwickelten Datenbank werden alle Kenndaten jedes Rollbeetes erfasst; dazu zählen unter anderem das Alter der Pflanzen, die Anzahl der Gießvorgänge sowie die aufgebrachten Wasser- und Düngermengen. So kann der Bediener am PC auf einen Blick den aktuellen Status jedes Containers in der Anlage erkennen. Nach ersten Erfahrungen mit einem RFID-System eines Wettbewerbers hat sich Winter für die BL ident-Lösung von Turck entschieden. \“Wir haben eine vergleichbare Anlage bereits einmal realisiert. Dort haben wir ein Wettbewerbs-RFID-System verwendet\“, erklärt Winter. \“Aufgrund unserer guten Erfahrungen mit Turck-Sensoren fiel dann die Entscheidung, hier in Upschört das Turck-RFID-System einzusetzen. Wie sich gezeigt hat, war die Entscheidung goldrichtig, denn das Turck-System ist wesentlich einfacher zu parametrieren. Zudem sind sowohl die Hardware-Komponenten als auch die Datenträger, die den tropischen Umgebungsbedingungen standhalten müssen, preisgünstiger als beim Wettbewerb.\“ Jeder der 1.500 Container ist mit einem 30mm großen Datenträger an der Unterseite ausgestattet. Ausgelesen werden diese so genannten Tags über robuste Schreibleseköpfe vom Typ TN-Q80-H1147 an den Bearbeitungsstationen, die sich an der Stirnseite jedes Spurpaares befinden. Für die Übertragung der ausgelesenen RFID-Daten an die Datenbank sorgen insgesamt vier BL20 Profibus-Interfaces (TI-BL20-DPV1) mit zwei- beziehungsweise vierkanaligen RFID-I/O-Karten. Fazit
Ostfriesischer Regenwald: Turcks RFID-System BL ident in der hochautomatisierten Orchideenproduktion im ostfriesischen Upschört
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
IO-Link-Safety-Lösungen
Mit der Kombination robuster Sicherheitskomponenten und IO-Link Safety ermöglicht Euchner eine durchgängige, sichere Kommunikation in der Automatisierung – auf dem gesamten Weg von der Steuerung bis zum Sensor…
-
Im Interview: Wie NI und DataTec den europäischen Testmarkt neu denken
Vom Messgerät zur Datenplattform
Beim Besuch von National Instruments bei DataTec tauschten sich Ritu Favre, President Test & Measurement bei Emerson, und Markus Kohler, Vorstand DataTec, über aktuelle Entwicklungen im europäischen Test-…
-
Maßgeschneiderte Schwingungsüberwachung mit IO-Link
Gemeinsam zur Lösung
Steigende Anforderungen an die Überwachung von Schwingförder- und Siebmaschinen erfordern präzise und flexibel integrierbare Sensorlösungen. In einer Zusammenarbeit zwischen Hauber-Elektronik und der Jöst GmbH entstand auf Basis eines…
-
Kompakter Distanzsensor bis 150m
Mit dem OptoNCDT ILR1041-150-IO erweitert Micro-Epsilon sein Laser-Distanzsensoren-Portfolio um ein kompaktes Modell für Messbereiche bis zu 150m.
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten.…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von…
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
das könnte sie auch interessieren
-
-
Erster Bauabschnitt eingeweiht
Neues Werk in Mexiko für Phoenix Contact
-
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg
Nominierte für Hermes Award stehen fest
















