Rami und Normen
Auf die Bedeutung von Rami im Bezug auf Normen wies Reinhold Pichler hin. Es sei das erklärte Ziel im Bereich Industrie 4.0 möglichst bereits vorhandene Normen zu nutzen. Rami ermögliche es, so Picher, zu evaluieren, an welchen Stellen vorhandene Normen genutzt werden könnten bzw. an welchen Stellen entsprechender Handlungsbedarf bestehe. Auch die Überarbeitung bestehender Normen zwecks Anpassung an die Anforderungen an die Industrie 4.0 könne mit Hilfe von Rami sehr schön sichtbar gemacht werden. So wurde Handlungsbedarf beispielsweise im Bereich der Semantik ausgemacht, erläuterte Pichler weiter.
Das Referenzarchitektur-Modell selbst werde von der IEC derzeit bereits evaluiert. Zudem wies Pichler auf die derzeit laufende Überarbeitung der Normungs-Roadmap hin. Geplant ist die Veröffentlichung der Normungs-Roadmap 2.0 im Oktober diesen Jahres. Sie wird Ergänzungen und Anpassungen im Bereich Rami, Industrie 4.0-Komponente sowie \’Mensch und Industrie 4.0\‘ enthalten. Schweichhart wies in diesem Zusammenhang noch einmal auf den Nutzen der Normung hin: \“Normen bringen Interoperabilität. Und das ist etwas, was wir alle brauchen können in der Industrie 4.0.\“ Auch international habe Rami gute Chancen, sich in der Normung durchzusetzen, so Pichler. Schweichhart sieht neben Rami kein weiteres Modell, dass für die Beschreibung der beteiligten Disziplinen so geeignet sei. Auch er räumt der internationalen Verwendung des Modells daher große Chancen ein. In diesem Zusammenhang rief Martin Hankel nochmals zur Mitarbeit und der Weiterentwicklung der Aktivitäten rund um Industrie 4.0 auf.
Zusammenhang von Sicherheit und Flexibilität
Eine Frage aus dem Publikum beschäftigte sich mit dem Thema Sicherheit: \“Wie schaffe ich es, in solch flexiblen Produktionsumgebungen und über mehrere Ebenen hinweg die Sicherheit für Mensch und Maschine zu gewährleisten?\“ Michael Hoffmeister wies zunächst darauf hin, dass es in der Plattform Industrie 4.0 unter anderem eine Arbeitsgruppe gibt, die sich mit dem Thema Safety befasst, sowie eine weitere, die sich mit dem Thema Security beschäftigt. Zudem sieht er in bestimmten Bereichen noch Handlungsbedarf für die rechtlichen Rahmenbedingungen, um sichere Anwendungen auch unter dynamischen Bedingungen zu ermöglichen. Technisch sieht er darin (auch über mehrere Ebenen) jedoch keine Hindernisse.
Fazit
Die Podiumsdiskussion gab nicht nur einen Einblick in die Funktionsweise von Rami, sondern zeigte auch, welche Möglichkeiten diese Basis für die Entwicklung der Industrie 4.0 bietet. Mit dem Referenzarchitektur-Modell hat die Arbeitsgruppe die Grundlage für viele weitere Entwicklungen rund um den Weg zur Industrie 4.0 gelegt. (kbn)
















