die neue Kurztaktpresse der Wemhöner Surface Technologies ist Teil einer rund 70m langen und 20m breiten Anlage zur Herstellung von Laminat. Angesichts des kontinuierlichen Strebens nach Standardisierung setzt das Unternehmen aus Herford reglerseitig durchgängig die Servo Drives 9400 von Lenze ein, für Anwendungen mit geschlossenem Regelkreis genauso wie für Aufgaben ohne Rückführung im Rahmen eines Open-Loop. In Summe sind in den Schaltschränken mehr als 60 Regler zu Gruppen zusammengefasst installiert. Die Sicherheitstechnik zum Schutz der Bediener – aber auch der Maschinen selbst – vor Fehlfunktionen hat Wemhöner antriebsbasiert umgesetzt. Sicherheitsfunktionen lassen sich mit zwei grundsätzlichen technischen Ansätzen realisieren. Bei herkömmlichen Lösungen trennen externe Komponenten, also Schütze, die Leistungsversorgung der Antriebe. Beim von Wemhöner gewählten Weg erfolgt die Stillsetzung direkt im Antrieb durch Abschaltung der Impulsmuster über Optokoppler. Schnell Stillsetzen Die antriebsintegrierte Lösung mit der Unterbrechung der Impulsmuster sorgt für das schnelle Abschalten des Antriebs. Im Vergleich dazu arbeitet die rein kontaktbehaftete Versorgungsunterbrechung träge und benötigt nicht selten 50ms, bis der Stromfluss sicher beendet ist. In diesem Zeitraum kann ein dynamischer Antrieb bereits eine Gefahr bringende Drehzahl erreicht haben. Die Drive-based Safety erzielt eine hohe Sicherheit und bringt Produktivitätsgewinne mit sich. Das belegt das Kassettensystem, das die Hochdichten Faserplatten (HDF) als Basismaterial für das Laminat flexibel mit den für einen Auftrag benötigten Dekor- und Trägerfolien bestückt. Damit sich Produktwechsel per Knopfdruck innerhalb von Sekunden ohne zeitfressende Umrüstarbeiten und Maschinenstillstände realisieren lassen, hat Wemhöner doppelstöckige Einheiten konzipiert. Während eine Etage den laufenden Produktionsprozess versorgt, lässt sich die andere in dieser Zeit bestücken. Dazu betreten die Maschinenbediener einen durch Schutzgitter gesicherten Bereich. Dieser wird von der Sicherheitstechnik dann in den Sicheren Halt gebracht, während die angrenzenden Prozesse weiter mit Hochgeschwindigkeit arbeiten. Sind die Kassetten bestückt, kann dieser Bereich nach der Freigabe unmittelbar wieder anfahren. Durch die Integration der funktionalen Sicherheit in die Antriebsregler werden höhere Taktzahlen erreicht. \“Dadurch ergeben sich sinkende Stückkosten als Folge höherer Produktivität\“, sagt Klaus Riemen, Leiter der Elektrokonstruktion von Wemhöner. Außerdem verkürzen sich die Inbetriebnahmezeiten. Hier habe sich die Kommunikation mit Ethernet als gute Lösung bewährt. Sämtliche Achsregler ließen sich von einem zentralen PC aus programmieren. Als Software kam der L-force Engineer von Lenze zum Einsatz, mit dem sich sämtliche Antriebe einer Anlage zentral parametrieren lassen, auch die Sicherheitstechnik. \“Unsere Kunden profitieren vom schnelleren Engineering, weil die bestellten Anlagen schneller in Betrieb gehen und Geld verdienen\“, erklärt Riemen. Technisch umgesetzt wurde der \’Sichere Halt\‘ in der Fertigungsstraße mit dem steckbaren Modul SM100 für die Servo Drives 9400. Diese Basisausstattung verfügt über einen sicheren Eingang für aktive Sensoren mit funktionaler Rückmeldung und erfüllt die Steuerungskategorie 4 nach EN954-1. Die Regler selbst haben insgesamt vier Einsteckplätze, von denen der unterste ausschließlich für die Drive-based Safety reserviert ist. Die Sicherheitsmodule bieten einen abgestuften Funktionsumfang. Innerhalb der Skalierung verfügt das nächsthöhere SM300 beispielsweise zusätzlich über den Sicheren Stopp 1 und kommuniziert mit Profisafe mit einer Sicherheits-SPS. Den kompletten Umfang deckt das SM301 ab. Zum Funktionsumfang der Maximalausbaustufe gehören Sicherheitsfunktionen wie: – STO, SS1, SS2 – Sicher begrenzte Geschwindigkeit (SLS) – Sichere Maximalgeschwindigkeit (SMS) – Sichere Geschwindigkeitsrückmeldung (SSM) – Betriebsartenwahlschalter (OMS) mit Zustimmung (ES) – Sicherheits-Bussystem Profisafe über Profibus und Profinet – Sichere zweikanalig ausgeführte E/As – Sichere Parametrierung zur Anpassung der sicheren Parameter Die Umsetzung der integrierten Sicherheitstechnik mit steckbaren Modulen schafft die Grundlage, um bei einem späterer Maschinenausbau, der weiterführende Sicherheitsfunktionen erforderlich macht, das bis dato eingesetzte Modul einfach durch ein höherwertiges zu ersetzen. Diese Zukunftssicherheit wird flankiert durch die Offenheit für weitere Entwicklungen. Die Steckbarkeit sorgt im Service zudem für schnelleres Arbeiten, weil das Modul mit wenigen Handgriffen ausgebaut und wieder in den neuen Regler eingebaut ist. Die Verfügbarkeit einer Maschine erhöht sich, weil sie sich schneller wieder anfahren lässt. Wemhöner schätzt die Trennung von Funktion und Gerätehardware aber auch wegen der Vorteile, die aus der Standardisierung resultieren. \“Wir reduzieren mit dem durchgängigen Einsatz von nur einer Reglerfamilie unsere Bauteilevielfalt\“, erläutert Klaus Riemen. Dieser Weg senkt beim Maschinenbauer die Inbetriebnahmezeiten und erhöht betreiberseitig den Aufwand für Ersatzteilhaltung und Schulung. Kasten So funktioniert die Drive-based Safety Kennzeichnend für die Drive-based Safety ist die strikte Trennung zwischen Sicherheitsmodul (gelb) und Servo-Umrichter (blau). Das Sicherheitsmodul ist mit zwei Mikrocontrollern ausgestattet, die sich fortlaufend gegenseitig überwachen und Diagnosefunktionen durchführen. Der Mikrocontroller des Reglers ist nicht in die sicherheitsrelevanten Vorgänge einbezogen, sodass jegliche Änderungen und Erweiterungen am Betriebssystem des Antriebs rückwirkungsfrei auf die Sicherheitstechnik bleiben. Für Sicherheitsfunktionen, die eine Drehzahlauswertung benötigen, kommt nur der vorhandene Motorgeber zum Einsatz. Die Drehzahlauswertung findet auf mehreren Wegen statt. Während das Sicherheitsmodul diesen Wert aufbereitet und im Mikrocontroller 1 vorhält, stellt der Servo-Umrichter dem Mikrocontroller 2 auf dem Sicherheitsmodul über eine interne Schnittstelle eine zweite Auswertung zur Verfügung. Kommt es zu einer Abweichung, schlägt die Fail-Safe-Logik zu und schaltet zweikanalig die Spannungsversorgung für die Optokoppler der IGBTs vom Wechselrichter ab. Somit ist sichergestellt, dass kein Drehmoment bildendes Wechselfeld mehr an den Motorklemmen ausgegeben werden kann. Der Antrieb ist sicher stillgesetzt. Motek Halle 9 Stand 425
Sicherheit fürs Dekor: Drive-based Safety beschleunigt Nachschub in Laminat-Produktion
-
SPS-Entwicklung trifft DevOps: Wie CODESYS 4 IT-Methoden in die Automatisierung bringt
Git, CI/CD-Pipelines, automatisierte Builds, Code-Reviews im Team: in der Softwareentwicklung seit Jahren Standard, in der SPS-Programmierung bisher kaum umsetzbar.
-
Importpreise im Juli: +6,8% gegenüber Juli 2025
Die Importpreise waren im Juli um 6,8% höher als im Juli 2025.
-
Wie intelligent ist Licht?
Maschinen kommunizieren, reagieren und steuern Prozesse. Nur ihr Licht wird oft noch als passive Komponente behandelt. Dabei zeigen SPS-Anbindung, IO-Link und Signalfunktionen: Intelligentes Licht kann längst mehr als…
-
Anzeige
SPS-Entwicklung trifft DevOps: Wie CODESYS 4 IT-Methoden in die Automatisierung bringt
Git, CI/CD-Pipelines, automatisierte Builds, Code-Reviews im Team: in der Softwareentwicklung seit Jahren Standard,…
-
TQ-Prüflabor bekommt neue Doppelspitze
Die TQ-Group stellt die Führung ihres Prüflabors TQ-PCC (TQ-Product-Compliance-Center) neu auf.
-
Anzeige
Wie intelligent ist Licht?
Maschinen kommunizieren, reagieren und steuern Prozesse. Nur ihr Licht wird oft noch als…
-
Unternehmen geben nur knapp 10% ihrer Investitionen für Klimaschutz aus
Unternehmen in Deutschland gaben im Jahr 2025 durchschnittlich 9,3% ihrer Investitionen für Klimaschutzmaßnahmen…
-
Geprüft für hohe Reinraumanforderungen
Kabeldurchführungen für sensible Produktionsbereiche
Icotek bietet geprüfte Kabeldurchführungen und Kabelmanagement-Lösungen für Reinraumanwendungen.
-
Maschinensicherheit mit großer Reichweite
Laserscanner überwacht Sicherheitsbereiche bis 10m
Datasensing erweitert sein Portfolio um den Sicherheits-Laserscanner SLS10 mit einer Sicherheitsreichweite von bis…
-
Interview zu 60 Jahre Steckverbinderkompetenz
Warum moderne Steckverbinder längst intelligente Systemschnittstellen sind
Steckverbinder gelten oft als unscheinbare Standardkomponenten. Tatsächlich sind sie längst zu hochentwickelten Systemschnittstellen…
-
Berührungslose Übertragung: Die Alternative zu Schleifring und Steckverbinder
Wenn Daten und Energie ohne Kontakt fließen
Die industrielle Automatisierung befindet sich im Umbruch. Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigen die…
-
Induktive Wegsensoren
In Serienanwendungen müssen Sensoren häufig nicht nur präzise messen, sondern sich nahtlos in…
-
Gateway für Modbus und MQTT
Mit dem Universal Gateway JUG 25 stellt Janitza ein Produkt vor, das UMG-Geräte…
-
Stromversorgung für Labor und Service
Kompakte Netzgeräte mit AC-, DC- und Akkubetrieb
Voltcraft erweitert sein Angebot um die CSP-Netzteilserie mit zwölf kompakten Modellen für Labor,…
-
Vom Feldgerät bis zur Cloud
Vorkonfigurierte IIoT-Systeme vereinfachen die Integration
IoTmaxx entwickelt projektspezifische IIoT-Komplettlösungen.
-
Nachgefragt: Virtuelle SPS – Teil 2
Die Zukunft der SPS ist hybrid
Die virtuelle SPS gilt inzwischen als technisch ausgereift. Offen ist jedoch, welche Rolle…
-
Schulung mittels Augmented Reality
Vom digitalen Zwilling zum digitalen Trainer
Durch immer kürzere Innovationszyklen wird der Druck zur Weiterbildung und Wissensvermittlung immer größer.…
-
Werma erreicht wichtigen Meilenstein bei Standorterweiterung in Rietheim-Weilheim
Bei der Erweiterung des Werma-Stammsitzes in Rietheim-Weilheim wurde ein weiterer bedeutender Meilenstein erreicht:…
-
Profinet V2.5 wird durch Sicherheitsstufen und Zertifikate zum durchgängigen Sicherheitsstandard
Security serienmäßig
Mit der Version 2.5 unterstützt Profinet die digitale Transformation. Mit dem Vorstandsvorsitzenden Xaver…
-
Whitepaper zur Wirtschaftlichkeit von Maschinensicherheit
Viele Industriebetriebe beschäftigen sich derzeit intensiv mit den regulatorischen Anforderungen der neuen EU-Maschinenverordnung.
-
Autonome Produktion mit digitalen Zwillingen und Agentensystemen
Wie die SmartFactory-KL die Fabrik der Zukunft neu denkt
Automatisierung sorgt seit Jahrzehnten für zuverlässige und reproduzierbare Produktionsabläufe. Doch steigende Variantenvielfalt, volatile…
das könnte sie auch interessieren
-
Was der Robotik-Boom für die Mess- und Prüftechnik bedeutet
Wenn der Roboter zum Prüfobjekt wird
-
-
Lokale KI-Agenten als Assistenz zur SPS
Der intelligente ServiceTechniker an der Maschine
-
Dezentrale Automatisierung im Praxis-Check vor Ort
Reallabor statt Showroom
















