Mithilfe von Fördermitteln des Förderprogramms \’Solarthermie 2000plus\‘ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) konnte die iba AG ein Projekt der \’Solarautarken Klimatisierung\‘ und in den eigenen Büroräumen ein neues Konzept zur Raumklimatisierung umsetzen. Hierbei wird Energie, die zur Erzeugung der Kälte erforderlich ist, im Wesentlichen von der Sonne geliefert. Ziel der thermischen Solaranlage ist es, den Primärenergiebedarf für Heizung und Warmwasserbereitung zu senken und in den Sommermonaten damit das Kühlsystem zu betreiben. Die dafür zur Verfügung stehende Kollektorfläche beträgt ca. 100m² und ist als Aufdachmontage auf die nach Süden orientierte Sparrendachkonstruktion gesetzt worden. Da im Sommer der Wärmebedarf für die Warmwasserbereitung beschränkt ist, wird mit der überschüssigen Energie der Solarkollektoren Kälte erzeugt. Dafür wird eine Absorptionskälteanlage eingesetzt. Energieeffiziente Umsetzung Die Energiebilanz für die zu klimatisierenden Gebäudeteile ergab eine erforderliche Kühlleistung von ca. 30kW. Die gewonnene thermische Solarenergie wird im Sommer zur Kälteerzeugung und außerhalb der Kühlperiode zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung genutzt. Die Kälteanlage wird im Sommer als solarautarkes System betrieben. Es erfolgt keine Nachheizung aus dem Brennwertkessel. Die solare Kältedeckungsrate beträgt im Sommer 100%. Wenn die Leistung des Kollektorfeldes nicht für eine vollständige Kältebedarfsdeckung ausreicht, ergeben sich höhere Kaltwassertemperaturen und eine geringere Leistungsfähigkeit der Raumkühlsysteme. Die Raumlufttemperaturen werden verringert. Das entspricht dem Ziel, hauptsächlich die Temperaturspitzen bei minimalem Primärenergieeinsatz zu reduzieren. Außerdem werden die negativen Effekte von Klimaanlagen auf die Nutzer durch zu große Temperaturunterschiede gegenüber der herrschenden Außentemperatur, kalte Zugluft und Entfeuchtung vermieden. Trotz des autarken Betriebs der solaren Absorptionskälteanlage ist eine Anbindung an den vorhandenen Brennwertkessel vorgesehen, um z.B. einen Messbetrieb zum Teillastverhalten unabhängig vom Strahlungsangebot durchführen zu können. Im Winter soll eine solare Heizungsunterstützung erfolgen. Automatisierung der Anlage Als Automatisierungssystem zur Führung der gesamten Anlage und zur Integration in die bestehende Haustechnik wurde die PC-basierte Steuerungssoftware ibaLogic in der Version 4 verwendet. Seit nunmehr fünf Jahren wird die Heizung aller Räume im Gebäude von einer zentralen Steuerung mit dem System ibaLogic gesteuert. Bereits hier konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Anfangs verfügte jede Komponente der neuen Anlage über eine eigene Steuerung mit ihren herstellerspezifischen Eigenschaften und beschränkten Bedienmöglichkeiten. Das unkoordinierte Zusammenspiel dieser Steuerungen hatte mitunter nachteilige Effekte. Beispielsweise senkte die Steuerung des Brennwertkessels die Vorlauftemperatur bei hohen Außentemperaturen ab, wodurch ein Unterstützen der Solaranlage an bewölkten, schwül-heißen Tagen unmöglich war. Die Standard-Implementierung des primären Solarkreises solcher herstellerspezifischen Steuerungen ist z.B. darauf ausgelegt, möglichst viel solaren Ertrag zu liefern (z.B. low flow) – das führt aber an den meisten Tagen zu einer geringen Temperatur im Sekundärkreis. Für das Betreiben einer Absorptionskältemaschine sind Temperaturen von ca. 80°C im Sekundärkreis wünschenswert. Das kann nur mit einer Zieltemperaturregelung erreicht werden. Entsprechend den bisherigen negativen Erfahrungen mit den Originalsteuerungen wird derzeit für die neue Anlage eine zentrale Steuerung mit ibaLogic implementiert, die alle Komponenten in sich vereint und neue Steuerungskonzepte bei verbesserter Bedienung umsetzt. Mit ibaLogic wird die Optimierung und die messtechnische Auswertung der Anlage erleichtert. Das Steuerungssystem bietet eine einfache Möglichkeit, Messdaten aufzuzeichnen, die über Sensoren erfasst oder in der Steuerung selbst erzeugt werden (Dat-File-Write). Darüber hinaus können mit dem Messwerterfassungssystem ibaPDA alle Anlagenparameter aufgezeichnet und der Nachweis der Funktionsfähigkeit erbracht werden. Eine Fernabfrage der Messdaten über das Internet ist möglich, was für die Durchführung der energetischen Begleitforschung durch die TU Ilmenau entscheidend ist. Die Ankopplung von ibaLogic und ibaPDA an die Sensorik und Aktorik der Anlagenkomponenten wird über dezentrale Ein-/Ausgabeeinheiten aus dem ibaNet750-System mit System 750-Komponenten der Fa. Wago realisiert. Eigenschaften des Softwaresystems ibaLogic kombiniert die Eigenschaften eines Signalmanagers mit denen einer Soft-SPS (auch Programmable Automation Controllers, PAC). Das Softwaresystem wird vor allem in der Mess- und Regelungstechnik für schnelle und dynamische Prozesse eingesetzt. Daher sind kurze Programmzykluszeiten und ein deterministisches Zeitverhalten wesentliche Systemeigenschaften. Auch für relativ langsame Prozesse wie Temperaturregelungen kann das Softwaresystem sinnvoll eingesetzt werden, denn es bietet neben einer Funktionsbibliothek Transparenz bei der Erstellung und Wartung der Anlagensoftware. Mithilfe der grafischen Programmieroberfläche lassen sich viele Programmieraufgaben mittels Drag&Drop lösen. Plausible Standardwerte werden automatisch eingefügt. Funktionen können während des Betriebs der Anlage hinzugefügt und stoßfrei auf die Steuerung übertragen werden. Mittels Hot-Swap kann ein änderbares Abbild der Steuerung generiert werden. Erst nach dem erfolgreichen Test der eingefügten Änderung wird die neue Version der Anlagensoftware auf der Anlage aktiviert. Somit können Betreiber ohne weitreichende Programmierkenntnisse nach geringer Einarbeitungszeit Störungen beheben und Optimierungen an der Anlage selbst vornehmen. Hilfreich beim Einsatz von ibaLogic ist die ausschließliche Verwendung internationaler Standards beim Betriebssystem, der Kommunikation und der Programmiersprache. Die Offenheit, Portierbarkeit und Wiederverwendbarkeit der erstellten Anwendersoftware wird auf diese Weise sichergestellt. Industrie- oder Embedded-PCs mit Windows als Betriebssystem sind die Hardware-Plattform für das System. Alle aktuellen und zukünftigen Weiterentwicklungen auf dem PC-Sektor, wie z.B. Internetanbindung, Web-Dienste oder Remote Access sowie die zunehmend leistungsfähigeren Prozessoren kommen der Anwendung automatisch zugute. Es besteht die Möglichkeit, Anlagendaten in Echtzeit aufzuzeichnen. Damit ist eine komfortable Störungsanalyse einer – wie in diesem Fall – komplexen Anlage möglich. Außerdem können aus diesen Daten mithilfe weiterer Tools vollautomatisch Langzeittrends für die energietechnischen Kenngrößen gebildet werden. Damit wird eine betriebswirtschaftliche Langzeitanalyse von Anlagen auf Basis regenerativer Energiequellen erst möglich. Komfort durch Steuerungssoftware Die Funktionstüchtigkeit der solarautarken Kühlung konnte in einigen Räumen bereits beim Probebetrieb im Sommer 2008 nachgewiesen werden. Nach Abschluss der Installationsarbeiten zum Sommer 2009 sind nun alle zu kühlenden Räume mit Konvektoren ausgestattet, und die Auswertungen laufen. Bei Außentemperaturen von ca. 30°C werden in den Räumen Temperaturen von ca. 24°C erreicht. Nach vollständiger Integration von ibaLogic wird das Betriebsverhalten noch weiter optimiert werden. Für den Nutzer wird durch die übergeordnete Regelung der Komfort erhöht, denn mithilfe der Einzelraumregelung lässt sich die Temperaturabsenkung individuell anpassen. (Kasten) \“Klimawandel, Umweltschutz und Minderung des CO2-Ausstoßes sind für uns als mittelständischen Betrieb und Hersteller hochwertiger Mess- und Steuerungssysteme eine Herausforderung, der wir uns nachhaltig stellen.\“ Horst Anhaus, CVO iba AG
Solarautarke Klimatisierung: Führung komplexer solartechnischer Anlagen
-
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell für Machine-Vision-Anwendungen ausgelegt ist.
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten. Für Industrie-4.0-Anwendungen müssen diese Systeme jedoch zunehmend in moderne Datenarchitekturen eingebunden werden. Retrofit-Lösungen ermöglichen es,…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von Phishing Mails durch perfide Tricks. Doch auch die Gegenseite rüstet sich mit KI-Tools gegen digitale…
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Wibu-Systems beruft Kryptografie-Experten in Aufsichtsrat
Wibu-Systems hat Professor Dr. Jörn Müller-Quade in den Aufsichtsrat berufen.
-
IFR stellt Preisträgerinnen vor
Women in Robotics 2026
Um Frauen in der Robotikbranche mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, hat die…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
das könnte sie auch interessieren
-
Warum KI im Mittelstand einen neuen Ansatz braucht
Vom Hype zur Wirkung
-
Klaus Conrad – Unternehmer, Visionär, Möglichmacher
90 Jahre Pioniergeist
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
















