Staffelübergabe bei Siemens

Fast 43 Jahre lang blieb Wolfgang Morrenth teilweise auch über Umwege – einige Firmenver- und zukäufe inklusive – den Siemensianern treu. Und bei der A&D, die mittlerweile in Industry Automation und Drive Technologies umbenannt wurde, und die er insgesamt 17 Jahre lang leitete, war er bereits von Anfang an vertreten: \“Ich war in den Gründungsarbeitsgruppen im Stammhaus mit dabei, als die beiden Bereiche Schütz und Antriebstechnik sowie Automatisierungstechnik zur A&D zusammengeführt wurden. Und schon damals vertrat ich die Devise: Der Schuhlöffel für Siemens ist ein Name. Wenn dem Kunden zu einer bestimmten Technik sofort ein Name einfällt, also ein Ansprechpartner von dem er zu 99% sofort eine Antwort bekommt, dann haben wir gewonnen\“, betont Morrenth, dass es auch beim Geschäft mit Produkten und Lösungen letztendlich immer wieder um die menschliche Komponente geht. Er selbst lernte in dieser Hinsicht während seiner Zeit als Standort- und Werkstättenleiter in Fohnsdorf ungemein viel dazu: \“Dort habe ich viel über das Thema Ausbildung und Menschen gelernt. Das kann man nämlich in Wahrheit nur an der Basis lernen, und ich hatte dort mit vielen verschiedenen Leuten zu tun: mit Angestellten, Arbeitern und Lehrlingen. Die Erfahrungen dort haben mir später bei meiner Tätigkeit als Bereichsleiter von Automation & Drives sehr geholfen\“, bekennt einer, für den mit Anfang nächsten Jahres ein neuer Lebensabschnitt beginnt: der Ruhestand. Sein Nachfolger als Leiter der Division Siemens Industry Automation und Drive Technologies der Siemens AG Österreich wurde mit 1. Oktober 2008 angelobt: Er heißt Christian Zwickl-Bernhard und ist ein guter Stratege. Das muss er auch sein, immerhin hat er nun einen 500Mio. E schweren und 750 Mitarbeiter starken Bereich zu leiten. \“Das ist schon eine Herausforderung, aber ich kenne den Wirtschaftsraum CEE recht gut. Man darf halt nicht mit dem Fernrohr auf einen Wirtschaftsfaktor schauen, sondern muss wirklich nach Ländern differenzieren und eventuell auch einmal akzeptieren, dass ein Land in puncto Industrialisierung ein wenig hinterherhinkt, während ein anderes vielleicht weiter vorne liegt\“, weiß mit Zwickl-Bernhard ein Mann, der auf 20 Jahre operativer Tätigkeit in Vertrieb und Technik und somit jede Menge Erfahrung zurückblicken kann. Selbstverständlich weiß der neue Divisions-Leiter aber auch ganz genau, was er in Zukunft will: \“Ich bin sehr zielorientiert und auch von meinen Mitarbeitern verlange ich sehr klare Ziele. Aber ich gehe auch systematisch vor.\“ Drei wichtige Themen, mit denen sich der 51-Jährige in nächster Zeit beschäftigen will, lauten: weitere Kompetenzen nach Österreich holen, den Wirtschaftsraum CEE auf den Weg bringen und eine stärkere Integration von Hard- und Software erreichen.