VDMA Industrielle Bildverarbeitung: Langsame Rückkehr auf den Wachstumskurs

Nachdem die deutsche Bildverarbeitungsbranche zwei Jahrzehnte lang stetiges Wachstum verbuchte und 2008 den historischen Rekord von 1,2Mrd. Euro Umsatz aufstellte, befanden sich die Auftragseingänge seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres im freien Fall. Nach VDMA-Analysen müssen die deutschen Bildverarbeiter deshalb 2009 einen Rückgang des Branchenumsatzes von etwa 30% auf knapp 850Mio. E verkraften, was in etwa dem Niveau des Jahres 2003 entspricht. Andere Bereiche der Investitionsgüterindustrie waren teilweise noch stärker von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen, sodass sich die Bildverarbeitung hier eher im Mittelfeld der Abschwungsraten befindet. Hierbei kam ihr die breite und diversifizierte Aufstellung zugute. Insbesondere die Abhängigkeit von der Automobilindustrie ist in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen und liegt nun bei unter 25% für die deutsche Bildverarbeitungsbranche (respektive 22% für die europäische). Bildverarbeitung weltweit betroffen \“Der Abschwung der Industriellen Bildverarbeitung im Jahr 2009 aufgrund der Finanz- und Wirtschaftkraftskrise ist eine globale Entwicklung\“, erläuterte Dr. Munkelt. Für Gesamteuropa schätzte die European Machine Vision Association (EMVA) den Umsatzrückgang bereits im April auf 22%. In Nordamerika geht die Automated Imaging Association (AIA) auf Basis von Daten des ersten Halbjahres von einer Reduzierung des Geschäftsvolumens um 35% aus. Der japanische Bildverarbeitungsverband JIIA rechnet 2009 mit einem Umsatzrückgang von 35%. Strategien zur Krisenbewältigung Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung befragte VDMA Industrielle Bildverarbeitung seine Mitglieder Mitte Oktober 2009 nach deren Strategien für die Bewältigung der Krise. Demnach implementierten 2009 fast drei Viertel der befragten Unternehmen ein Kostensenkungsprogramm. Nahezu 60% der Bildverarbeitungsunternehmen führten Kurzarbeit ein. \“Das zeigt, wie schwerwiegend die aktuelle Krise ist und welche Anstrengungen die Branche unternimmt, ihre wichtigste Ressource – qualifizierte Mitarbeiter – zu halten\“, sagte Dr. Munkelt. Gut die Hälfte der befragten Unternehmen verzeichneten keinen nennenswerten Rückgang in ihrer Beschäftigtenzahl, während 36% der Firmen 2009 weniger Mitarbeiter haben als im Vorjahr. Für 30% der befragten Bildverarbeiter waren betriebsbedingte Kündigungen nicht zu vermeiden. Rückkehr auf den Wachstumskurs Nach weiteren Ergebnissen der eigenen Blitzumfrage und Prognosen des Internationalen Währungsfonds sowie des Ifo-Instituts prognostiziert VDMA Industrielle Bildverarbeitung für das Jahr 2010 ein Umsatzplus von 5% auf dann etwa 890Mio. E. Die positiven Aussichten sollten allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Jahre dauern kann, bis das Rekordniveau des Jahres 2008 wieder erreicht werde. (afs)