Verbesserter Kundenservice

Anfang Oktober lieferte Siemens einen anschaulichen Beweis dafür, dass man nicht nur von der Nähe zum Kunden spricht, sondern tatsächlich immer wieder etwas dafür tut. So wurde vor kurzem auf rund 3.800m² in Wien Floridsdorf ein Assembly und Service Center (ASC) zur Montage und Wartung von Getrieben eröffnet. Hier sollen nun jährlich um die 16.000 Getriebemotoren montiert und gewartet werden. Und zwar in relativ kurzer Zeit. Was die Lieferzeiten betrifft, versucht man nämlich der Bezeichnung \’schnelle Eingreiftruppe\‘ gerecht zu werden. Geplant sind Lieferzeiten von weniger als drei Wochen. Und wenn der Hut beim Kunden tatsächlich brennt, will man sogar innerhalb von 24 Stunden entsprechend reagieren. Zusätzlich zur Standardfertigung werden auf Anfrage auch Sonderausführungen wie Branchenlösungen (z.B. Rührwerks- oder Kühlturmgetriebe, Fahrantriebe für Kräne), Kondenswasserbohrungen oder Servo-Laternen angeboten. Die größte Herausforderung im neu eröffneten ASC liegt in der richtigen Lager-Bestückung. Schließlich gibt es bei den verschiedenen Getriebe-Typen zwischen 60.000 und 80.000 Kombinationsmöglichkeiten, wie Josef Wistrcil, Leitung Mechanical Drives bei Siemens, verrät: \“Das heißt die Varianz ist enorm hoch, und diese Herausforderung müssen wir jetzt mit einer vernünftigen Lieferzeit in den Griff kriegen.\“ Dafür wurden vorerst einmal drei Montage-Plätze eingerichtet, wobei man im Bedarfsfall auf bis zu sechs erweitern kann. \“Hier haben wir z.B. ein paar Motoren, die mit einer falschen Übersetzung bestellt worden sind, die der Kunde aber dringend benötigt, damit er seine Anlagen ausliefern kann. Wir können diese nun relativ rasch für ihn umbauen\“, beschreibt Franz Andre, Leitung Drive Systems bei Siemens, welchen Nutzen ein eigenes Service und Assembly Center für die Kunden bringt. \“Wir können den Markt jetzt ganz anders bedienen, mit eigener Werkstätte, eigenem Service und eigener Montage. Derzeit ist nämlich eine irre Stückzahl von Antrieben am Markt präsent, die schön langsam wieder einmal ausgetauscht oder generalsaniert gehören. Die neuen Geräte sind ja meist schon Vertreter späterer Generationen in anderer Bauart und mit anderen Maßen und lassen sich somit häufig gar nicht mehr in die bestehende Anlage einfügen. Dazu müsste man oftmals die gesamte Peripherie umbauen, aber das kostet. In solchen Fällen zahlt sich eine Reparatur des vorhandenen Geräts sehr wohl aus, und von dieser Tatsache wollen wir künftig profitieren\“, ergänzt Josef Wistrcil. Er selbst bekam es vor kurzem zu seinem Erstaunen mit einem Getriebe Baujahr 1957 zu tun. Aber selbst dafür konnte er innerhalb kurzer Zeit Ersatzteile anbieten und liefern.