3. Schritt: Lasereinheit mit Datenschnittstelle

Die äußere Beschriftung der in den Schaltschränken eingebauten Betriebsmittel erfolgte bisher konventionell mit gravierten Kunststoffschildern. In mühsamer Handarbeit mussten die Zahlen und Texte aus den Plänen visuell übernommen und in die Software der Graviereinheit eingetippt werden. Die Schilder wurden dann einzeln in eine Vorrichtung eingespannt und graviert. Ähnlich aufwändig war das Anfertigen von Kabelmarkierschildern. Bei größeren Anlagen ging bei den vielen Einzelschildern schon mal schnell der Überblick verloren. Auch für die Mitarbeiter war es schwierig, bei dieser mühsamen Arbeit die Motivation und die Konzentration aufrecht zu erhalten. Als bessere Lösung bot sich der effizientere Einsatz einer Lasereinheit mit automatischem Datentransfer von der CAE-Software an. Die Beschriftungen werden nun mit Laser auf ein großes Beschriftungsfeld aufgebracht. Im selben Bearbeitungsgang werden die Schilder (auf einer Klebefolie) gleich auf jede frei wählbare Größe zugeschnitten. Außer der Qualitätssteigerung durch erhabene Laserbeschriftungen und die Senkung der Fehlerquoten durch falsche Texteingaben, führt dieser Prozess zu enormen Zeiteinsparungen, und auch die Mitarbeiter profitieren von der neuen Produktivität.

4. Schritt: Direkte Kopplung von Schaltplanerstellung und Schaltschrankaufbau

Bisher arbeiteten Stromlaufplanerstellung und Schaltschrankaufbauzeichnung in zwei verschiedenen Abteilungen und mit zwei verschiedenen Softwarelösungen. Die Übergabe fand rein manuell statt und zeigte auch hier wieder massive Zeit- und Qualitätsdefizite. Die konventionelle CAD-Software für Aufbauzeichnungen wurde nun gegen die CAE-Software eCabinet ausgetauscht, welche zur Stromlaufplansoftware Eplan P8 und Eplan 5 kompatibel ist. Die Stromlaufpläne enthalten alle Information, sowohl für die Fertigung, als auch für die Erstellung der Schaltschrankansichten mit der CAE-Software eCabinet. Mithilfe der Stromlaufplansoftware ordnet der technische Zeichner jedem verwendeten Bauteil Informationen zu, welche nicht nur die Benennung, Artikelnummer, Lieferant und Betriebsmittelkennzeichen des Artikels enthalten, sondern auch alle technischen Daten wie Breite, Höhe, Tiefe usw. Die Stromlaufpläne enthalten somit alle Informationen sowohl für die Fertigung als auch für die Erstellung der Schaltschrankansichten mit der CAE-Software eCabinet. Aus diesen technischen Daten entstehen Körper, welche im eCabinet dann zur Bestückung des Schaltschranks zur Verfügung stehen. Diese Daten werden aus dem PMS-Sys-tem übernommen, wo sie auch gepflegt werden. Durch die direkte Kopplung zu Eplan P8 und eCabinet werden Bauteildaten automatisch übernommen. So stehen die Daten aus der Schaltplandokumentation direkt zur Verfügung, und Fehler sind wesentlich minimiert. Hiermit wurde ein optimaler Workflow erreicht. Aus den in eCabinet erzeugten Stücklisten für die mechanischen Teile und den in Eplan erzeugten Stücklisten für die Elektrotechnik wird im PMS32 eine Gesamtstückliste erstellt, die an die AS/400 übergeben wird. Auf der AS/400 werden vom WWS die jeweiligen Vorgänge (Bestellungen, Lieferscheine usw.) automatisch generiert und weiterverarbeitet. Des Weiteren werden aus Eplan die Daten für die Klemmen-, Bauteil- und Kabelbeschriftung direkt an die Beschriftungssysteme übergeben, wodurch die entsprechenden Schilder für die Kennzeichnung direkt erstellt bzw. geduckt werden können. Mit der CAE Software eCabinet können Montageplatten und ganze Schaltschränke schnell bestückt werden. Kabelkanäle, Trageschienen, Klemmen oder Schütze usw. werden einfach per Mausklick platziert. Die Online-Kollisionskontrolle und die automatische Berücksichtigung von Mindestabständen und Sperrflächen führen zu einer korrekten Konstruktion. Durch die Übergabe der verwendeten Artikel aus Eplan lässt sich der Schrank sehr schnell bestücken. Fehler werden vermieden, da nur die im Stromlaufplan dargestellten Bauteile mit entsprechender Kennung verwendet werden. Die Artikel müssen nicht mühevoll aus den Plänen gezählt werden, sondern stehen direkt zum Plazieren zur Verfügung. Einfach ist auch die Auswahl von Schaltschränken direkt aus der Datenbank.

5. Schritt: Investition in NC-Maschine mit Datenschnittstelle

Die mechanische Bearbeitung der Montageplatten in der Fertigung war sehr zeitaufwändig. Die vorgegebenen Maße und Bohrungen aus der Konstruktionszeichnung mussten mühsam auf der Montageplatte aufgerissen, gekörnt und gebohrt werden. Auch die Ausbrucharbeiten an Schaltschranktüren und Deckeln wurden überwiegend in Handarbeit ausgeführt. Auf Dauer war diese Art der mechanischen Bearbeitung nicht mehr bezahlbar. Durch die Investition in ein 4-Achsen-CNC-Bearbeitungszentrum zum Bohren, Gewindeschneiden und Fräsen von Montageplatten und Schaltschranktüren wurde ein enormes Rationalisierungspotential erreicht. Das neue System erledigt die Arbeiten mit gleich bleibender Präzision und erheblich höherer Produktivität vollautomatisch und bedienerfreundlich. Alle benötigten Bohr- und Fräsdaten werden über Intranet direkt von der CAE-Software eCabinet zur CNC-Maschine übertragen. Diese Investition entlastete die hoch qualifizierten Mitarbeiter von K+B von aufwändiger und lauter mechanischer Handarbeit und steigerte ihre Motivation.

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