Vipa Slio: Dezentrales I/O-System

Slio steht für Slice-I/O, also Scheibchen-E/A. Das System ist sehr kompakt und wird scheibchenweise – wie bei diesen Systemen üblich – genau an die Anforderungen der Anwendung angepasst. Es ist für dezentrale Automatisierungsaufgaben konzipiert. Mit Hilfe der farblich von den Signal-Modulen (SM) und Funktions-Modulen (FM) abgesetzten Power-Module (PM) werden die Elektronik-Module mit Spannung versorgt und es können je nach Bedarf getrennte Potenzialgruppen definiert werden. Signal- und Funktionsmodule bestehen dabei jeweils aus einem Terminal- und einem Elektronik-Modul. Die Elektronik-Module sind mit dem Terminal-Modul (TM) über einen sicheren Schiebemechanismus verbunden. Das Terminal-Modul vereint Anschlussklemme, Aufnahme für die Elektronik-Module und mechanischen Bus-Konnektor. Der Verdrahtungsaufwand wird gering gehalten, da die 24VDC-Leistungsversorgung im Rückwandbus integriert ist und defekte Module bei stehender Verdrahtung getauscht werden können. Die auf dem Terminal-Modul treppenförmig angeordneten Klemmen in Federzug-Technik ermög­lichen die schnelle, übersichtliche und sichere Verdrahtung. Durch die integrierten Status-LEDs und den Beschriftungsstreifen auf der Front ist eine kanalgenaue und eindeutige Zuordnung und Ablesbarkeit der Kanalzustände des Elektronik-Moduls sichergestellt. Die Interface-Module (IM) unterstützen alle bis zu 64 Elektronik-Module (EM). Mit einer Modulgröße von 109×12,9×76,5mm (HxBxT bei einem einfach breiten Modul) ist es sehr Platz sparend und beansprucht wenig Platz im Schaltschrank. Die Montage ist dabei einfach: Die Terminal-Module können beispielsweise auf dem Arbeitsplatz zusammengesteckt werden; anschließend werden die Elektronik-Module in den im Terminal-Modul vorgesehen Schacht eingesetzt, bis ein Klicken zu hören ist. Die konfektionierte Applikation wird nun auf eine 35mm Normschiene aufgeschnappt. Slio kann mit jedem der Vipa-Systeme 100V, 200V, 300S, 500S, kombiniert und eingesetzt werden. Somit steht dem Anwender die volle Systemvielfalt zur Optimierung seiner individuellen Applikationen zur Verfügung. Performance und Einsatz Das System Slio ist für umfangreiche dezentrale Automatisierungsaufgaben in der Fertigungs- und Prozessindustrie konzipiert. Es erweitert zentrale Lösungen und wird via Geräte-Stammdateien in bestehende Feldbus-Infrastrukturen integriert. Die Interface-Module (Feldbus-Slave) im System Slio ermöglichen durch das neue Rückwandbuskonzept Baudraten von 48MBit/s und dadurch sehr kurze Reaktionszeiten bei der Signalverarbeitung von bis zu 20µs. Funktionen Für den Anschluss von Sensoren und Aktoren sowie zum Erfassen von digitalen und analogen Signalen in und aus dem Prozess stehen eine Vielzahl von Signal-Modulen bereit. Mittels der Peripherie-Module in 2-, 4-, und 8-Kanalausführung kann das System an vielfältige Automatisierungsaufgaben adaptiert werden. Kommunikation Slio bietet Interface-Module (Feldbus-Slave-Module) mit verschiedenen Feldbus-Protokollen an. Dadurch kann das System, herstellerübergreifend, in die meisten Automatisierungskonzepte integriert werden. Neben den gängigen Feldbusanschaltungen wie CANopen, Profibus, Modbus, usw. präsentiert Vipa mit Slio künftig auch Anbindungsmöglichkeiten für Industrial-Ethernet-Bussysteme wie Ethercat und Profinet. Kasten 1: Der Hersteller – Vipa GmbH Die Vipa GmbH wurde 1985 von Wolfgang Seel in Erlangen als Systemhaus für Automatisierungstechnik gegründet. Vipa zählt zu den innovativsten Anbietern im Markt für Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und wächst weltweit mit zweistelligen Zuwachsraten. Vipa gehört im Automatisierungsmarkt zu den noch jungen, aber auch überdurchschnittlich erfolgreichen Unternehmen. Mit der Entwicklung der Speed7 High-Speed-SPS gelang 2003 ein technologischer Meilenstein im Bereich der Automatisierungstechnik. Basierend auf einem SPS-Asic der Tochterfirma profichip GmbH wurde eine SPS realisiert, die hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit, Speicherverfügbarkeit und Speicher-Management auf einem einzigen Chip ermöglicht. Dazu passend hat die Vipa GmbH ein völlig neues I/O-System mit dem Name Slio (für Slice-IO) entwickelt. Vipa ist mit mittlerweile 62 eigenen Niederlassungen und Servicepartnern in 60 Ländern auch weltweit aktiv. Slio-Features in der Übersicht: Kasten 2: Slio – Erfahrungen aus der Praxis, realisiert für die Praxis – Anwenderorientierte Beschriftungen – Übersichtliche Status- und Diagnoseanzeigen – Performanceorientierter Rückwandbus – Montage- und Servicefreundlichkeit – Platz und Zeit sparende Anschlusstechnik Kasten 3: Clevere, anwenderorientierte Beschriftungen – Status-LEDs mit direkter Zuordnung auf dem Beschriftungsstreifen – Anschlussbelegung und Anschlussdiagramme auf jedem Modul – Betriebsmittelkennzeichnung (BMK) bleibt beim Modulwechsel bestehen – Einschubstreifen zur individuellen Beschriftung je Modul Kasten 4: Übersichtliche Status- und Diagnoseanzeigen – Eindeutige Zuordnung und Ablesbarkeit der Kanalzustände – Anzeige von Diagnosen und Kanalzuständen über LEDs – Eindeutige Zuordnung und Ablesbarkeit der Kanalzustände – Sichere und zeitsparende Installation und Wartung durch die auf dem Modul angebrachte Anschlussbelegung Kasten 5: Performanceorientierter Rückwandbus – Übertragungsrate von 48MBit/s – Schnelle Reaktionszeit von >20µs – Detaillierte Diagnose von jedem Elektronik-Modul im System Kasten 6: Montage- und Servicefreundlichkeit – Servicefreundliche Zwei-Komponentenmodule mit Terminal-Modul und Elektronik-Modul – Einfachste Montage durch Schiebemechanismus – Click-Verbindung für schnelle Montage des Schirmanschlusses am Modul – Schutz vor Zerstörung durch Kodierung der Elektronik-Module Kasten 7: Platz und Zeit sparende Anschlusstechnik – Platz sparende, treppenförmige Verdrahtungsebene mit Federzugklemmtechnik – Schnelle Vorverdrahtung durch separate Installationsebene – Einfacher Modulaustausch durch stehende Verdrahtung – Hohe Modularität durch 2-, 4-, 8-kanalige Module Kasten 8: Interface-Module (IM) Das Platz sparende Interface-Modul bildet die Schnittstelle zwischen Prozessebene und übergeordnetem Bussystem. Alle Steuersignale werden über den internen Rückwandbus an die Elektronik-Module übermittelt. – Unterstützung unterschiedlicher Feldbussysteme – Wartungsfreundliches, austauschbares Power-Modul – Funktioneller DIP-Schalter zur Adresseinstellung für Profibus DP und CAN-open mit transparenter Abdeckung – MAC-Adresse frontseitig in Klartext – Potenzialtrennung zwischen Feldbus und Ein-/Ausgabe-Ebene – Bis zu 64 Signal- und Funktions-Module pro Interface-Modul Kasten 9: Power-Module (PM) Die Spannungsversorgung erfolgt im System Slio über Power-Module. Über das im Interface-Module integrierte Power-Modul zur Spannungsversorgung werden sowohl das Bus-Interface als auch die Elektronik der angebunden Peripherie-Module versorgt. Die 24VDC-Leistungsversorgung für die angebundenen Peripherie-Module erfolgt über einen weiteren Anschluss. Durch Einsatz von den farblich abgesetzten Einspeise-Modulen können innerhalb des Systems weitere Potenzialbereiche für die 24VDC-Leistungsversorgung definiert werden. Die Eingänge für die Spannungsversorgung der Power-Module sind intern gegen zu hohe Spannungen und Verpolung geschützt. Das Zwei-Komponentendesign ermöglicht einfachsten Service durch die Trennung der Elektronik vom Terminal-Modul. Zur besseren Erkennung sind die Einspeise-Module farblich zu den Peripherie-Modulen abgesetzt. Kasten 10: Signal-Module (SM) Signal-Module (SM) zum Anschluss von Sensoren und Aktoren sind die Schnittstelle des Systems zum Prozess. Digitale und analoge Signal-Module erfassen die binären Steuersignale in und aus der Prozessebene. Eine Vielzahl unterschiedlicher Signal-Module stellen genau die Ein-/Ausgänge zur Verfügung, die für die jeweilige Aufgabe erforderlich sind. Die Baugruppen unterscheiden sich in Kanalzahl, Spannungs- und Strombereich, Potentialtrennung, Diagnose- und Alarmfähigkeit usw. Kasten 11: Funktions-Module (FM) Funktions-Module (FM) sind intelligente Baugruppen, die die technologischen Aufgaben wie Wegerfassung, Zähl- und Positionieraufgaben und weitere komplexe Funktionen in der Automatisierung selbständig ausführen. Sie werden eingesetzt, wenn hohe Anforderungen an Genauigkeit und Dynamik bei der Realisierung von Automatisierungsaufgaben bestehen. Unterschiedliche Funktionsbaugruppen, beispielsweise Zäh­ler-, SSI- und Pulsweitenmodulations-Module, stellen genau die Funktionen zur Verfügung, die für die jeweiligen Aufgaben erforderlich sind. Kasten 12: Austausch von Elektronik – ganz einfach Alle Peripheriemodule (Signal-Module analog/digital, Funktions-Module) bestehen jeweils aus einem Terminal- und Elektronik-Modul. Das Terminal-Modul enthält die Aufnahme für das Elektronik-Modul, den Rückwandbus-Steckverbinder und Kontakte für die Verteilung der Lastspannungsversorgung der Elektronik, die Modulanbindung an die 24VDC-Leistungs­versorgung und den treppenförmigen Klemmblock für die Verdrahtung. Des Weiteren verfügt das Terminal-Modul über ein Verriegelungssystem zur Fixierung auf einer Tragschiene. Das System Slio kann blockweise außerhalb des Schaltschranks aufgebaut und später als Gesamtsystem im Schaltschrank montiert werden. Das Elektronikmodul wird durch einen sicheren Schiebemechanismus mit dem Terminal-Modul verbunden. Im Servicefall kann das defekte Elektronik-Modul – ohne dabei die Verdrahtung zu lösen – gegen ein funktionsfähiges Modul ausgetauscht werden. SPS/IPC/Drives: Halle 7, Stand 340