Blick zurück und in die Zukunft

 Zur Diskussion mit Moderator Prof. Dr. Johann Pohany trafen sich Robert Steinebach, Mathias Roth, Michael Pfister, Jörg Paulus, Florian Sauter und Shrishail Joshi (v.l.n.r.).
Zur Diskussion mit Moderator Prof. Dr. Johann Pohany trafen sich Robert Steinebach, Mathias Roth, Michael Pfister, Jörg Paulus, Florian Sauter und Shrishail Joshi (v.l.n.r.).Bild: TeDo Verlag GmbH

Während einige Hersteller früh auf sichere Drehgeber setzten, zeigte sich zunächst ein klassisches Henne-Ei-Problem: Produkte waren verfügbar, doch passende Steuerungen oder Anwendungen fehlten. Erst mit zunehmender Marktreife und besserem Systemverständnis auf Kundenseite konnte sich Safety breiter etablieren. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein einzelner sicherer Drehgeber nicht ausreicht – entscheidend ist immer das Gesamtsystem.

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Normen, Anwendungen und Marktanforderungen

Ein wesentlicher Treiber ist die regulatorische Entwicklung. Neue und angepasste Normen (insbesondere C-Normen im Maschinenbau) rücken funktionale Sicherheit stärker in den Fokus. Parallel steigen die Anforderungen durch komplexere Maschinen und Anwendungen. Gleichzeitig beobachten die Hersteller eine zunehmende Diskrepanz: Während die technischen Anforderungen steigen, sinkt die Zahlungsbereitschaft der Kunden. Safety-Funktionalität wird zunehmend als selbstverständlich angesehen. Hersteller reagieren darauf mit skalierbaren Produktportfolios und abgestuften Sicherheitslevels (z.B. SIL2 statt SIL3), um Kosten und Nutzen besser auszubalancieren. Ein weiterer Trend ist die stärkere Kundenorientierung: Statt rein marktgetriebener Entwicklungen setzen viele Anbieter auf applikationsspezifische Lösungen, um Differenzierung zu erreichen und den Total Cost of Ownership zu optimieren.

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Globalisierung der funktionalen Sicherheit

Safety ist historisch stark europäisch geprägt, insbesondere durch regulatorische Anforderungen der EU. Dennoch zeigt sich eine zunehmende Internationalisierung:

  • In Asien und Nordamerika wächst das Interesse, häufig getrieben durch Exportanforderungen nach Europa
  • Erste eigene Normungsinitiativen entstehen, etwa in den USA
  • Globale Hersteller treiben die Verbreitung standardisierter Sicherheitskonzepte voran

Allerdings bleibt Safety außerhalb Europas oft stärker pragmatisch geprägt. Während in Europa häufig sehr umfassende Sicherheitskonzepte umgesetzt werden, setzen andere Regionen stärker auf wirtschaftlich optimierte Lösungen.

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Kommunikation und Schnittstellen

Ein zentrales Diskussionsthema bleibt die Kommunikationstechnologie. Während Ethernet-basierte Safety-Protokolle heute dominieren, verlaufen neue Ansätze wie BiSS Safety bislang schleppend. Ursache ist erneut das Henne-Ei-Problem zwischen Sensorik und Steuerung. Auch OPC UA FX Safety wird als vielversprechend wahrgenommen, hat aber aktuell noch keine breite Marktdurchdringung. Die Branche zeigt sich offen, wartet jedoch auf konkrete Nachfrage und wirtschaftliche Skaleneffekte. Grundsätzlich wird erwartet, dass sich neue Protokolle nur sehr langsam etablieren – oft über Zeiträume von 15 bis 20 Jahren. Parallel existieren mehrere Technologien dauerhaft nebeneinander.

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