Einfach, sicher, skalierbar

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AS-Interface hat sich im industriellen Einsatz als einfache, kostengünstige und zukunftssichere Verdrahtungs- und Steuerungstechnologie etabliert. – Bild: Bihl+Wiedemann GmbH / KI-generiert

AS-Interface hat sich im industriellen Einsatz als einfache, kostengünstige und zukunftssichere Verdrahtungs- und Steuerungstechnologie etabliert. In Branchen wie der Verpackungstechnik, der Lager- und Fördertechnik oder der Prozesstechnik gehört ASi seit Langem zum Standard. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass nicht nur Maschinenbauer, sondern auch deren Kunden – die Betreiber der Anlagen – die technischen Vorzüge der Lösung direkt nutzen können.

Kennzeichnend für ASi ist die verpolsichere und topologieoffene Verdrahtung in Durchdringungstechnik – also ohne Stecker – an einem einzigen Profilkabel. Über dieselbe Leitung lassen sich sichere Signale und Standardsignale übertragen. Im gleichen ASi-Kreis können bis zu 62 Teilnehmer nach ASi-5 und ASi-3 betrieben werden. Hinzu kommen umfangreiche Diagnosemöglichkeiten sowie eine durchgängige Konnektivität zwischen der unterlagerten Feldebene – etwa mit IO-Link-Geräten – und übergeordneten Steuerungs- und IT-Systemen. Bihl+Wiedemann bietet dafür ein breites Portfolio an Gateways, Modulen und Softwarewerkzeugen zur Auslegung von ASi-Netzwerken und Safety-Applikationen.

 Die Durchdringungstechnik ermöglicht einen einfachen Anschluss sowie eine bedarfsgerechte Positionierung der Module.
Die Durchdringungstechnik ermöglicht einen einfachen Anschluss sowie eine bedarfsgerechte Positionierung der Module.Bild: Bihl+Wiedemann GmbH

Konfiguration und Inbetriebnahme

Die funktionale Tiefe von ASi erfordert keine entsprechend aufwendige Konfiguration. Mit den Software-Suites von Bihl+Wiedemann lassen sich ASi-Netzwerke per Drag&Drop aus einem digitalen Hardwarekatalog zusammenstellen, adressieren und projektieren. Die Software schlägt passende Grundeinstellungen vor, die sich bei Bedarf anpassen lassen. Vor der physischen Inbetriebnahme kann das vollständig konfigurierte Projekt am Bildschirm optimiert und vorab in Betrieb genommen werden. Teilkonfigurationen und Modulparameter aus anderen Projekten lassen sich unkompliziert übernehmen – das reduziert Fehler und verkürzt die Inbetriebnahmezeit.

Die Verdrahtung in Durchdringungstechnik und die bei ASi-5 automatische oder softwaregestützte Adressierung der Teilnehmer ermöglichen es, während der Inbetriebnahme Sensoren und Aktuatoren nachzurüsten oder vorhandene Geräte umzupositionieren. Gerade in der Anlaufphase einer neuen Maschine ist diese Flexibilität ein konkreter Vorteil: Änderungen an der Sensorik oder geringfügige Umbauten an der Aktorebene lassen sich zumeist ohne Neuverkabelung umsetzen, was den Abstimmungsaufwand zwischen Maschinenbauer und Betreiber reduziert. Ein weiterer praktischer Vorteil zeigt sich im Vergleich etwa zu Profinet-Anlagen: Während hier bei einer Anlage mit 50 Modulen die IT-Abteilung 50 IP-Adressen verwalten und für ebenso viele netzwerkfähige Geräte regelmäßige Security-Updates bereitstellen muss, genügt bei ASi ein einziges Gateway mit einer einzigen IP-Adresse. Das vereinfacht den IT-Aufwand erheblich, reduziert den Verwaltungsaufwand und verringert die Angriffsfläche im Netzwerk spürbar.

Im laufenden Betrieb profitieren Maschinenbetreiber von der hohen Ausfallsicherheit des Bussystems. Tritt dennoch eine Störung auf – etwa durch eine fehlerhafte Sensor-, Steuerungs- oder Antriebskomponente -, können viele Probleme durch den Betreiber selbst behoben werden. Bihl+Wiedemann stellt dafür softwaregestützte Hilfsmittel wie die Online-Businformation und eine Diagnosesoftware bereit, ergänzt durch technischen Support mit Anleitungen zur Fehlerbehebung. Der Modultausch vor Ort ist dank Autoadressierung weitgehend aufwandfrei: Nach dem Einsetzen eines Ersatzmoduls wird dieses automatisch vom Gateway adressiert und parametriert. Muss ein Gateway selbst ausgetauscht werden, genügt es, die integrierte Chipkarte mit der gespeicherten Konfiguration vom Altgerät in das Ersatzgerät umzustecken – ohne weiteren Konfigurations- oder Programmieraufwand.

Beispiele für die Konnektivität von ASi-5 (Safety).
Beispiele für die Konnektivität von ASi-5 (Safety).Bild: Bihl+Wiedemann GmbH

Diagnose und Verfügbarkeit

Gezielte Diagnosefunktionen erlauben es Maschinenbetreibern, schnell auf mögliche Störungen zu reagieren. ASi-Geräte liefern verschiedene Diagnoseinformationen – über sich selbst, den Buszustand, die Leitungsperformance, den Zustand von Ports und Sensoren sowie Prozess- und Energiedaten. Darüber hinaus bietet Bihl+Wiedemann eine Diagnosesoftware für alle ASi-Netzwerke mit Komponenten des Unternehmens und von Drittanbietern an – unabhängig davon, ob ASi-3, ASi-5, ASi-3 Safety at Work oder ASi-5 Safety im Einsatz ist. Diagnosemessungen werden direkt am PC über das ASi-5/ASi-3-Feldbus-Gateway durchgeführt; zusätzliche Hardware ist dafür nicht erforderlich.

Die Software erkennt zuverlässig Verdrahtungsprobleme, Kontaktierungsfehler, Erdschlüsse, Telegrammwiederholungen, fehlende Teilnehmer sowie Peripheriefehler – etwa durch defekte Sensoren oder Aktuatoren. Erkannte Probleme werden klar verständlich angezeigt und mit einer Handlungsempfehlung versehen. Die Messungen lassen sich sowohl kontinuierlich im laufenden Betrieb als auch anlassbezogen durchführen, was eine flexible Integration in bestehende Wartungskonzepte erlaubt. Das ermöglicht ein effizientes Condition Monitoring, verkürzt die Instandsetzungszeit und minimiert Stillstandzeiten. Auch der Maschinenbauer selbst kann die Diagnosesoftware für Abnahme- und Freigabemessungen einsetzen, bevor eine Maschine an den Endkunden übergeben wird.

ASi-Netzwerke haben kein Haltbarkeitsdatum – sie sind häufig jahrzehntelang im Einsatz. Entsprechend relevant ist die langfristige Ersatzteilverfügbarkeit: Bihl+Wiedemann hält auch sehr alte Gerätetypen vorrätig, die vor mehr als 20 Jahren ausgeliefert wurden. Ergänzend stehen Schnellstartanleitungen, Troubleshooting-Guides und Schulungsmaterialien zum Download bereit. In der Bihl+Wiedemann Academy werden Online-Workshops und Kurse angeboten, die sich explizit auch an Betreiber richten und den Umgang mit ASi-Netzwerken, Diagnosewerkzeugen und Safety-Funktionen praxisnah vermitteln. Regelmäßige Soft- und Firmware-Updates halten ASi-Installationen so auf dem aktuellen Stand der Technik und stellen sicher, dass sie von Verbesserungen profitieren.

 Im Gegensatz zu ethernetbasierten Feldbuslösungen ist bei ASi das Gateway das einzige Security-relevante Gerät im Netzwerk.
Im Gegensatz zu ethernetbasierten Feldbuslösungen ist bei ASi das Gateway das einzige Security-relevante Gerät im Netzwerk.Bild: Bihl+Wiedemann GmbH

Funktionale Sicherheit und Cybersicherheit

Funktionale Sicherheit ist auch ein wichtiges Thema bei ASi. ASi Safety at Work eignet sich vor allem für die Integration einzelner Not-Halt-Taster oder Lichtgitter. ASi-5 Safety bietet sich an, wenn mehrere sichere Signale an einem Ort benötigt werden oder künftig sichere Analogwerte und IO-Link Safety integriert werden sollen. Da sichere Signale und Standardsignale über dasselbe Kabel übertragen werden, ergibt sich eine übersichtliche Verkabelungstopologie – ohne separate Sicherheitsleitungen.

Mit zunehmender Vernetzung gewinnt neben der funktionalen Sicherheit auch die Cybersicherheit an Bedeutung. Die neue Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (MVO), die am 20. Januar 2027 ohne Übergangsfrist die bisherige Maschinenrichtlinie ablöst, schreibt Security-Anforderungen für Maschinen mit Internetverbindung verbindlich fest. In dieselbe Richtung zielt der Cyber Resilience Act (CRA) der Europäischen Union, der die Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen EU-weit harmonisiert und ebenfalls ab 2027 gilt.

Die ASi-Gateways von Bihl+Wiedemann entkoppeln das ASi-Netzwerk physisch von den IT- und Feldbusebenen. Dieser kommunikative Bruch zwischen ASi und TCP/IP isoliert die Netzwerkteilnehmer nach außen und verhindert, dass Sicherheitslücken entstehen. Das Gateway ist damit das einzige sicherheitsrelevante Gerät im Netzwerk. Um es zu schützen, werden bereits in der Entwicklung umfangreiche Tests mit Werkzeugen aus dem Bereich der Cybersicherheit durchgeführt. Für IT-Abteilungen ergibt sich daraus ein doppelter Nutzen: Einerseits reduziert ASi durch die Verringerung von Ethernet-Schnittstellen das Sicherheitsrisiko innerhalb der Anlage, andererseits gewährleistet das Gateway als einziger Übergangspunkt zwischen ASi und Ethernet ein hohes Maß an Kommunikationssicherheit.

Industrie 4.0 und IIoT

Die ASi-Gateways von Bihl+Wiedemann übernehmen in der Automatisierungsarchitektur eine Doppelfunktion: Als Schnittstelle zwischen Feldebene und übergeordneten Systemen greifen sie direkt auf die Daten von Sensoren und Aktuatoren zu. Über integrierte IT-Schnittstellen – OPC UA und REST-API – stehen diese Daten ohne Umwege für Edge-Computing- oder Cloud-Applikationen bereit. Betreiber können damit in ihrem eigenen Tempo in die Digitalisierung einsteigen – mit der vorhandenen ASi-Infrastruktur als Basis, ohne zusätzliche Gateways oder Protokollkonverter.

Ein weiterer Aspekt, der bei längerfristig betriebenen Anlagen an Gewicht gewinnt, ist die Frage nach der Datentiefe auf der untersten Automatisierungsebene. ASi-5 überträgt neben den reinen Prozessdaten auch zyklisch Diagnosedaten der angeschlossenen Teilnehmer. Diese Informationen stehen dem Gateway zur Auswertung und Weiterleitung zur Verfügung – ein Ansatz, der für Predictive-Maintenance-Konzepte relevant ist, ohne dass hierfür separate Kommunikationspfade oder zusätzliche Hardware benötigt werden. Die IO-Link-Integration verstärkt diesen Effekt: IO-Link-Geräte liefern parametrierbare, gerätespezifische Prozess- und Diagnosedaten, die über das ASi-Netzwerk und das Gateway direkt in übergeordnete IT-Systeme weitergeleitet werden können.

Wer Maschinen mit ASi-Infrastruktur – insbesondere mit ASi-5 und ASi-5 Safety – betreibt, verfügt damit über eine Feldbus-Plattform, die klassische Anforderungen an Verdrahtung und Steuerung mit modernen Anforderungen an Datenverfügbarkeit, Sicherheit und Konnektivität verbindet. Dass die Technologie dabei sowohl Maschinenbauern als auch Anlagenbetreibern konkrete technische und betriebswirtschaftliche Vorteile bietet, macht sie zu einer Lösung, die auf beiden Seiten der Lieferkette gleichermaßen akzeptiert wird.