Für den Maschinen- und Anlagenbau aus Deutschland war der April ein Monat mit gemischter Botschaft. Einerseits zeigten sich die Unternehmen trotz der geopolitischen Krisen und insbesondere des Kriegs in der Golfregion robust und konnten aus dem Ausland im Vergleich zum Vorjahr real 4% mehr Aufträge verbuchen. Die stärksten Impulse kamen dabei aus den Nicht-Euro-Ländern (+8%), während die Bestellungen aus den Euro-Ländern um 5% unter dem Vorjahr lagen. Das Inlandsgeschäft blieb dagegen weiterhin schwach, hier resultierte ein Auftragsminus von 7%. „Damit verblieb im April unterm Strich eine Stagnation der Bestellungen zum Vorjahr“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonats-Zeitraum von Februar bis April verbuchten die Unternehmen insgesamt ein Orderplus von real 5%. Hier macht sich der von Großaufträgen und Großanlagengeschäft geprägte starke Berichtsmonat März bemerkbar. Dabei sanken die Inlandsbestellungen um real 2%, während aus dem Ausland 9% mehr Orders verbucht wurden. Die Euro-Länder wiesen ein Nullwachstum auf, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 12% mehr Orders.
Dieses Nullwachstum wurde nicht nur durch eine geografische Spreizung geprägt, sondern auch durch unterschiedliche Entwicklungen der Kundenbranchen des Maschinenbaus. „Man sieht am Beispiel der Rechenzentren, die auch vom Maschinenbau ausgestattet werden, wie einzelne Bereiche von einer Sonderkonjunktur auch in Deutschland profitieren können. Das kompensiert aber nicht die wachsenden Standortprobleme der Industrie, die sich nur mit raschen und tiefgreifenden strukturellen Reformen lösen lassen. Noch immer wird zu viel über Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geredet und viel zu wenig umgesetzt. Wir brauchen niedrigere Unternehmenssteuern, einen flexibleren Arbeitsmarkt, echte Kostenentlastung in der Bürokratie und eine Reform der Sozialversicherungssysteme“, fordert der VDMA-Chefvolkswirt.

















