
Viele Produktionsbetriebe kennen die Situation: Eine Maschine verrichtet seit Jahren zuverlässig ihren Dienst – bis plötzlich ein Förderband stehen bleibt, eine Pumpe nicht startet oder eine Verriegelung unerwartet aktiv bleibt. Mechanisch ist die Anlage oft noch in gutem Zustand, doch softwareseitig beginnt die Suche nach der Ursache. Denn wer das SPS-Programm ursprünglich erstellt hat, ist längst nicht mehr im Unternehmen. Gerade bei älteren Bestandsanlagen mit S5-, S7-300- oder S7-400-Steuerungen ist dieses Szenario verbreitet. Die installierte Basis ist groß, ein kurzfristiger Retrofit wirtschaftlich nicht immer sinnvoll. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an Fachkräften, die sich tief in klassische SPS-Welten einarbeiten können. Genau hier setzt IBHsoftec mit einer neuen Lösung an: Das Unternehmen verbindet sein seit Jahren etabliertes Engineering-Tool mit generativer KI. Das Ergebnis heißt ‚S5/S7 AI für Windows‘. Herzstück der Software ist ein integrierter Copilot.

Vom Programmiertool zum Assistenten
Die neue Anwendung ist laut Hersteller keine bloße Erweiterung, sondern eine modernisierte Neuentwicklung auf 64-Bit-Basis. Bewährte Grundfunktionen bleiben erhalten, hinzu kommt die KI-Assistenz. „Das ist unser S5/S7 für Windows – nur völlig überarbeitet“, erklärt Axel Hulsch, Entwicklungsleiter bei IBHsoftec. „Es ist ein zusätzliches Produkt mit Copilot-Funktion.“ Der grundlegende Ansatz: Anwender arbeiten weiterhin in ihrer bekannten Projektumgebung. Parallel dazu steht ein Chatfenster zur Verfügung, das den aktuellen Projektkontext automatisch berücksichtigt. Dazu zählen das geöffnete Projekt, der aktive Baustein, Querverweise, Symbolik oder Hardwareinformationen. Die KI erhält also nicht nur eine freie Texteingabe, sondern strukturierten Kontext aus dem Engineering-Projekt. Damit unterscheidet sich das System von einem allgemeinen Chatbot. Der Copilot antwortet nicht losgelöst, sondern bezogen auf die tatsächlich geöffnete SPS-Anwendung. IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert ohne grossen Trainingsaufwand: Selbst Einsteiger ohne Vorkenntnisse können dank kostenfreiem Baumer How-to-Tutorial IO-Link Geräte schon nach 80 Minuten in die SPS integrieren. ‣ weiterlesen
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Wenn niemand mehr weiß, was das Programm macht
Ein zentrales Einsatzfeld ist das Verstehen historisch gewachsener Programme. In vielen Anlagen existieren umfangreiche Bausteinstrukturen mit hunderten Netzwerken, Kommentaren unterschiedlicher Qualität und teils über Jahrzehnte erweiterten Logiken. Wer neu an eine solche Maschine kommt, braucht oft Stunden oder Tage, um sich überhaupt einen Überblick zu verschaffen. Hier soll die KI Zeit sparen. Anwender können beispielsweise fragen, was ein Projekt grundsätzlich macht oder welche Funktion ein bestimmter Baustein erfüllt. Der Copilot analysiert das Programm und formuliert eine Zusammenfassung in natürlicher Sprache. Im Gespräch demonstrierte Hulsch dies an einem älteren Wasseranlagen-Projekt: Die KI beschrieb Pumpen-, Ventil- und Filterfunktionen, Bedienvorgaben sowie Überwachungslogiken in komprimierter Form. „Selbst wenn du SPS-Spezialist bist, musst du erst einmal das Programm verstehen“, so Hulsch. „Das macht hier die KI.“
Fehlersuche per Dialog
Noch interessanter wird der Ansatz in der Instandhaltung. Statt sich manuell durch Bausteine, Verknüpfungen und Zustände zu hangeln, können Nutzer direkt Fragen stellen – etwa warum eine Pumpe oder ein Band nicht läuft. Der Copilot kombiniert dazu Projektwissen mit Live-Daten aus der verbundenen Steuerung. Laut Funktionsbeschreibung kann die Software zusätzliche Istwerte lesen, referenzierte Operanden aus der Frage erkennen, CPU-Zustände, Diagnosepuffer oder den U-Stack in die Analyse einbeziehen und Blockstatus nachziehen. In der Praxis bedeutet das: Die KI bewertet nicht nur den statischen Code, sondern bezieht aktuelle Anlagenzustände mit ein. Fehlt etwa eine Freigabe, liegt ein Halt-Signal an oder wird ein Startbefehl nicht erkannt, kann sie diese Zusammenhänge benennen. „Die KI kann SPS-Zustände live abfragen“, sagt Hulsch. „Sie kann Eingänge, Ausgänge und Werte auslesen und daraus eine Antwort bilden.“















