Sind Sie vertriebsseitig auch auf einzelne Branchen ausgerichtet?
Brunner: Ja, denn wir haben festgestellt, dass es in bestimmten Branchen immer wieder zu gleichen Anforderungen kommt. Deswegen richten wir unser Unternehmen zusätzlich zum Flächenvertrieb auch branchenorientiert aus. Derzeit sind das die bereits genannten Sparten Medizin, Luft- und Raumfahrt sowie Mobility und last but not least, die Industrie mit dem starken Maschinenbau.
Wir haben hierzulande eine starke Automobilindustrie und sind führend im Maschinenbau. Welchen Stellenwert sehen Sie im deutschen Markt, Herr Brunner?
Brunner: Unsere Mobility-Sparte läuft auf dem deutschen Markt sehr gut, ebenso unsere Lieferungen in den Maschinenbau. Insgesamt sind die hiesigen Absatzbranchen prozentual aber nicht gravierend anders. Weil es unser stärkster Markt in Europa ist, ist der Erfolg in Deutschland für uns aber natürlich besonders wichtig. Dass wir uns bei Maxon Motor auf High-End-Produkte konzentrieren, spielt uns in die Hände, da auch der deutsche Maschinen- und Anlagenbau sowie die deutsche Medizintechnik entsprechende Hightech-Segmente sind.
Maxon Motor fertigt ja auch in Deutschland. Welche Rolle übernimmt die Produktion in Sexau?
Brunner: Sexau ist als Teil der Unternehmensgruppe sehr eng mit dem Hauptwerk in der Schweiz verbunden. Fast alle Getriebe für unsere Lösungen werden in Sexau hergestellt und kommen danach auf der ganzen Welt zum Einsatz. Über 400 Personen arbeiten inzwischen dort und wir bauen das Werk kontinuierlich aus.
Für das vergangene Jahr hat Ihr Unternehmen einen Umsatzrekord gemeldet. Wie haben Sie das angesichts der Entkopplung des CHF vom Euro gemeistert?
Brunner: Das Resultat im Geschäftsjahr 2016 war – obwohl die Rahmenbedingungen nicht einfach waren – in der Tat sehr erfreulich. Als Schweizer Konzern mussten wir dabei die Kursentwicklung vor allem durch besondere Leistung kompensieren. Aber für uns hängt nicht alles am Schweizer Franken. Denn Stand heute beschäftigt Maxon Motor mehr Mitarbeiter im Ausland als in der Schweiz. Bereits vor über 20 Jahren haben wir begonnen, Produktionsstätten in verschiedenen Ländern aufzubauen: neben der Schweiz auch in Deutschland, Ungarn, Frankreich, den Niederlanden und in Südkorea. Das trägt dazu bei, dass wir Währungsschwankungen abfedern können. In diesem Sinne entwickeln wir uns immer mehr zu einer international aufgestellten Firmengruppe mit dezentraler Produktions- sowie Entwicklungsstruktur.
















