Skalierbare Performance
Weil industrielle Anlagen sehr unterschiedliche Anforderungen an die Datenverarbeitung stellen, werden OPC-UA-Gateways häufig in verschiedenen Leistungsstufen angeboten. Bei kleineren Anwendungen mit begrenzter Variablenzahl genügt oft eine Basisversion. Sobald jedoch größere Datenmengen verarbeitet oder zusätzliche Funktionen genutzt werden sollen, kommen leistungsfähigere Varianten zum Einsatz. „Das hängt stark von der Anzahl der Variablen und der jeweiligen Steuerung ab“, erläutert Grohmann. „Bei einer S7-300 mit etwa 10.000 Variablen liegt die CPU-Auslastung der Basisversion beispielsweise bei rund 50 Prozent.“ Leistungsstärkere Varianten mit Quad-Core-Architektur reduzieren diese Auslastung deutlich und bieten zusätzliche Funktionen wie Python-Integration oder den Einsatz containerbasierter Anwendungen. Insbesondere große Anlagen profitieren von solchen erweiterten Funktionen. Systeme mit mehreren hunderttausend Variablen können z.B. durch leistungsfähigere Hardware effizient verarbeitet werden.
Cloudintegration und Edge-Funktionen
Mit zunehmender Digitalisierung wächst auch die Bedeutung von Edge-Computing und Cloudanbindungen. Moderne Gateways ermöglichen daher nicht nur die klassische OPC-UA-Kommunikation, sondern bieten zusätzliche Integrationsmöglichkeiten. Über Erweiterungen wie Docker-Container oder Node-Red lassen sich zusätzliche Anwendungen direkt auf dem Gateway ausführen. Dadurch können Daten lokal verarbeitet, vorverarbeitet oder an Cloudplattformen weitergeleitet werden. Auch alternative Kommunikationsprotokolle lassen sich integrieren. „Wenn OPC UA nicht genutzt wird, kann die Cloudanbindung beispielsweise über MQTT realisiert werden“, sagt Grohmann. Damit lassen sich selbst ältere Steuerungen in moderne IoT-Architekturen einbinden.
Historische Daten für Analyse und Optimierung
Neben der Echtzeitkommunikation spielt auch der Zugriff auf historische Prozessdaten eine wichtige Rolle. Über OPC Historical Access lassen sich archivierte Daten strukturiert bereitstellen und für Analysen oder Optimierungsprozesse nutzen. „Während OPC Data Access den Zugriff auf aktuelle Prozessdaten ermöglicht, erlaubt OPC Historical Access den Zugriff auf bereits gespeicherte Informationen“, erklärt Grohmann. Diese Daten können von einfachen Datenerfassungssystemen bis hin zu komplexen Scada-Plattformen genutzt werden. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für Produktionsanalysen, Qualitätsüberwachung oder vorausschauende Wartung.
















