Entwicklung trifft Fertigung

Blick in die Produktion: Die Firma Brasseler stellt vor allem rotierende Instrumente für die Zahnmedizin her
Blick in die Produktion: Die Firma Brasseler stellt vor allem rotierende Instrumente für die Zahnmedizin her Bild: SPRING Technologies GmbH

Das Unternehmen Brasseler steht regelmäßig vor der Herausforderung, neue, häufig kundenspezifische Produkte zu entwickeln und in die Produktion zu überführen. Bis vor wenigen Jahren war das aufgrund des klassischen Medienbruchs zwischen Produktentwicklung und Fertigung, ein iterativer, oft aufreibender und zeitaufwendiger Prozess. Die Entwürfe wurden mit unterschiedlichen Tools erstellt, auch in der Fertigung gab es keine einheitliche NC-Lösung. Nur in bestimmten Fällen konnte auf herstellerseitige Lösungen mit leistungsfähiger Programmiersoftware und integrierter Simulation zurückgegriffen werden. Meist wurde der NC-Code aber selbst per Editor geschrieben und dann auf der Maschine getestet. Die betreffenden Maschinen fielen dann relativ lange für die Produktion aus.

Der Anwender setzt einen durchgehenden CAD/CAM-Verbund auf mehr als 100 Maschinen ein
Der Anwender setzt einen durchgehenden CAD/CAM-Verbund auf mehr als 100 Maschinen einBild: SPRING Technologies GmbH

Medienbruch überwinden

Deshalb sollte der Medienbruch überwunden und eine nahtlose Verbindung von CAD/CAM-Entwicklung sowie -Programmierung eingeführt werden. Um die geeignete Software zu finden, wurde zunächst ein Benchmark gemacht. Die Entscheidung fiel zugunsten der Softwarelösung von PTC, die Creo, CreoNC und Windchill umfasst sowie ergänzend die Simulationslösung NCSimul Machine von Spring Technologies. Nach ausführlicher Vorbereitung und Tests durch das Key User Team wurde das neue System nacheinander erfolgreich in allen Bereichen eingeführt. Werner Würfel, Gruppenleiter IT-Systeme und als Projektleiter Globale Projekte für die Einführung der CAD/CAM- und PLM-Lösung verantwortlich, verdeutlicht: „Für die gesamte Fertigung haben wir jeweils neue Postprozessoren mit einheitlicher Simulation zur Verfügung gestellt sowie alle betroffenen Mitarbeiter in der Fertigung und der Produktentwicklung geschult. Insgesamt wurden 20 virtuelle NCSimul-Maschinen entwickelt“. Mittlerweile ist der durchgehende CAD/CAM-Verbund im Einsatz und läuft auf mehr als 100 Maschinen.

Die Präzisionsfertiger arbeiten mit anspruchsvoller Fertigungstechnik.
Die Präzisionsfertiger arbeiten mit anspruchsvoller Fertigungstechnik. Bild: SPRING Technologies GmbH

Deutliche Zeitersparnis

Der gesamte Prozess der Produktentwicklung hat sich seither geändert, statt Konstruktionszeichnungen werden nun direkt fertigungsgerechte 3D-Modelle erstellt. Über sogenannte user-defined-features fließen Fertigungsinformationen schon in die Produktentwürfe mit ein. Das zentrale Ziel, durch effizientere Prozesse Zeit und Kosten zu sparen, wurde erreicht: Durch die Umstellung auf die CAD/CAM-Programmierung werden bis zu 26 Prozent Zeit in der Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte gespart. Verbessert aber hat sich weit mehr. Die neue Technologie fördert den Austausch und die Kommunikation im Unternehmen: „Unsere Entwickler setzten sich jetzt schon von Anfang an mit den CAM-Programmierern in Verbindung, um die nötigen Fertigungsinformationen zu berücksichtigen“, schildert Würfel die neue Vorgehendweise. „Schwierigkeiten werden vorab geklärt und Lösungen gefunden, noch bevor das Produkt in die Erstfertigung geht.“

Spring Komet 4
Bild: SPRING Technologies GmbH

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