Nachhaltigkeit von Automatisierungslösungen

Forschende des IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover untersuchen in einem Forschungsprojekt die Nachhaltigkeit von Automatisierungslösungen und entwickeln eine Bewertungsmethode. Untersucht wird, ob Automatisierungslösungen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig sind. „Es gibt bisher keine Methode, die alle drei Aspekte der Nachhaltigkeit bewerten kann“, sagt Anne Rathje, die das Forschungsprojekt ‚AutoSus‘ am IPH leitet. Eine solche Bewertungsmethode zu entwickeln, die mit nur wenig ingenieurtechnischen Vorkenntnissen auf unterschiedliche Automatisierungslösungen anwendbar ist, ist die wissenschaftliche Herausforderung des Projekts. Neben der Bewertungsmethode entwickeln die Wissenschaftler auch eine Einführungsstrategie, um Unternehmen zu befähigen, nachhaltige Automatisierungslösungen für Montageprozesse zu implementieren.

Produzierende Unternehmen können sich am Forschungsprojekt beteiligen: Als Mitglieder des Projektbegleitenden Ausschusses stehen sie mit den IPH-Wissenschaftlern in regelmäßigem Austausch und steuern ihre Expertise bei. „Uns ist es wichtig, praxistaugliche Methoden zu entwickeln“, sagt Rathje. „Erfahrungswissen aus unterschiedlichen Unternehmen ist dabei sehr hilfreich.“

Gesucht werden produzierende Unternehmen, die Interesse daran haben, ihre Montageprozesse nachhaltig zu automatisieren – unabhängig von der Branche und der Unternehmensgröße. Im Austausch mit dem Projektbegleitenden Ausschuss sollen zu Beginn des Forschungsprojekts mögliche Anwendungsfälle identifiziert werden. Anschließend werden Kriterien ausgearbeitet, nach denen die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit bewertet werden kann, und Bewertungsmethoden entwickelt, die in einen Software-Demonstrator implementiert werden. Die Unternehmen des Projektbegleitenden Ausschusses können den Software-Demonstrator zuerst testen – noch bevor die Forschungsergebnisse veröffentlicht werden. Die Bewertungsmethode und die Einführungsstrategie, die die Forschenden innerhalb eines Handlungsleitfadens entwickeln, werden zum Ende des Forschungsprojekts anhand der Anwendungsfälle validiert, die die Wissenschaftler zu Beginn gemeinsam mit den Unternehmen identifiziert haben.