Simatic wird in diesem Jahr 60. Ein stolzes Alter in der Automatisierungstechnik für eine Marke, wenn gleich sie sich europaweit zum Platzhirsch und auch weltweit zu einer führenden Marke entwickelt hat.

Franke: Nicht zu einer, sondern zu der führenden Marke: Simatic ist weltweit mit Abstand die Nummer 1 in der Automatisierung und wir sind dabei, diesen Vorsprung sogar weiter auszubauen. Wichtig für den Erfolg war u.a., dass wir sehr früh in den chinesischen Markt eingestiegen sind und den dortigen Markterwartungen gerecht geworden sind – mit einer hochqualitativen Steuerung, die wir in China für China entwickelt und gebaut haben.

DSC0558
Bild: Siemens AG

Das klingt so, als nehme Simatic auch in Zeiten der Digitalisierung weiter an Fahrt auf.

Franke: Durchaus. Allein der Launch des TIA Portals vor rund zehn Jahren als integrierte und übergreifende Engineering-Lösung hat nochmal zu einer starken Beschleunigung geführt. Dessen Kombination mit unseren heutigen Softwareumgebungen wie Teamcenter, NX oder Mindsphere ermöglicht nun eine nie dagewesene Produktivität in Engineering und Automatisierung – daraus ergibt sich schon ein großer Differenziator, der sich durch künftige Technologien wie Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen noch weiter vergrößern soll.

DSC0559
Bild: Siemens AG

Wenn Engineering-Systeme und Softwareumgebungen deutlich wichtiger werden, bedeutet das dann im Umkehrschluss, dass die Rolle der klassischen Automatisierungshardware künftig zu vernachlässigen ist?

Franke: Nein. Es muss ja nach wie vor in den Anlagen und Fabriken einiges physisch bewegt werden. Gleichzeitig wird es immer mehr Sensorik in den Anlagen geben, deren Daten erfasst, verarbeitet und visualisiert werden müssen. Zudem wird sich der Trend hin zu maßgeschneiderten Lösungen auch auf der Geräteseite widerspiegeln. Kurzum: Es gibt so einige Aspekte, warum ich mir um das Simatic-Geschäft keine Sorgen mache.

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7