GSM (Global System for Mobile Communications) und GPRS (General Packet Radio Service) sind volldigitale Systeme, d.h. auch auf der Funkstrecke werden alle Signale digital übertragen. Diese Tatsache erlaubt eine kombinierte Nutzung von GSM und dessen Weiterentwicklungen für Sprache und/oder Daten. Reine GSM-Modems hatten in Telecontrol-Anwendungen den Nachteil, dass der Verbindungsaufbau längere Zeit benötigte, die Übertragungsgeschwindigkeit relativ niedrig war und auch die Kosten im Zeittakt anfielen. Mit GPRS änderte sich das, da die Verbindungsleitung dauerhaft aufgebaut wird, die Übertragungsgeschwindigkeit gegenüber GSM ein Mehrfaches beträgt und Kosten nur für die übertragene Datenmenge berechnet werden. Dadurch erhöhten sich die Einsatzmöglichkeiten in neuen Anwendungen. Mittlerweile kommt eine weitere Verbesserung für GSM-/GPRS-Modems zum Einsatz. Unter der Bezeichnung EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) verbirgt sich ein zusätzliches Modulationsverfahren, mit dem die Datenübertragungsrate in GSM-Netzen auf bis zu 200kBit/s steigern lässt. Außerdem wird ebenfalls eine dauerhafte Verbindung zu den Maschinen oder Anlagen aufgebaut. Besonderheiten Man könnte leicht in Versuchung geraten, klassische GSM-/GPRS-Modems für Fernwirkaufgaben und andere Telemetrieaufgaben zu verwenden. Jedoch verhindern Mobilfunbetreiber die Datenübertragung von Zentrale und Remote-Stationen in beiden Richtungen, um so den Zugriff aus dem Internet zu verhindern. Das wird erst durch z.B. ein VPN-Tunnelverfahren ermöglicht. Auch bei den GSM/EDGE-Modems bedarf es einer eigenen Router-Technologie für den Aufbau von IP-Netzwerken. Sicherheitsfunktionen Die Geräte besitzen hoch entwickelte Sicherheitsmaßnahmen gegen Betrug und Abhörung sowie zum Schutz vor fehlerhafter Übertragung. Beispiele sind einstellbare selektive Rufannahme, Verbindungsaufbau mit Passwort-Schutz und Call-Back-Funktion. Schaltbefehle auslösen Viele Geräte haben einen konfigurierbaren Warn- bzw. Störmeldeeingang. Wird dieser aktiviert, wählen die Geräte eine frei definierbare Rufnummer und setzen eine gespeicherte Textmeldung als Fax, SMS oder E-Mail ab. Zusätzlich kann bei diesen Modellen über eine passwortgeschützte SMS ein Schaltvorgang aus der Ferne ausgelöst werden. Mit einer Steuerungssoftware werden die Steuerbefehle als Impulsfolgen an das GSM-/GPRS-Modem übermitteln. Das Servicepersonal erstellt hierzu mit dem Handy eine SMS-Meldung mit integriertem Schaltbefehl und versendet diese an das GSM-/GPRS-Modem. Die empfangene SMS wird in Impulse umgewandelt, und diese Impulsfolgen werden dann in die entsprechende Aktion umgesetzt. Des Weiteren ist es möglich, eine Bestätigung des ausgeführten Befehls an das Handy auszugeben und den Zustand am Alarmeingang des Modems mit dem Handy abzufragen. Für den störsicheren Betrieb auch unter schwierigen EMV-Bedingungen besitzen viele Geräte eine hochwertige galvanische Trennung und integrierten Überspannungsschutz. (hsc/ghl)
Marktübersicht: GSM-/GPRS-Modems
GSM-/GPRS-Modems bieten einen weiträumigen Zugriff auf Maschinen und Anlagen zur Fernwartung, Diagnose und Datenerfassung und verfügen über umfangreiche Sicherheitsfunktionen zum Schutz vor unbefugtem Zugriff oder fehlerhaftem Datentransfer.
TeDo Verlag GmbH
-
Anzeige
Beckhoff auf der SPS 2026
Wie werden Steuerung, Motion, Safety, Messtechnik, Vision, Robotik und KI zum Gesamtsystem? Beckhoff zeigt auf der SPS 2026 durchgängige Software-defined Automation vom 24. bis 26. November in Nürnberg, Halle 7, Stand 406, und täglich im Livestream.
-
Kontinuierliche Validierung von Sicherheitsgrenzen in der industriellen Automatisierung
Vom sicheren Design zum sicheren Betrieb
Maschinen werden nachgerüstet, Fertigungslinien erweitert und Fernwartungszugänge eingerichtet. Mit jeder Veränderung können neue Kommunikationswege entstehen,…
-
Call for Papers: Forum Verpackungsmaschinenbau 2027
Am 12. Mai 2027 veranstalten Easyfairs, der TeDo Verlag und Packaging Valley Germany im Rahmen…
das könnte sie auch interessieren
-
Automobilkrise in Europa erfordert strukturelle Anpassungen
Schaeffler baut in Deutschland 2.660 Stellen ab und schließt vier Standorte

















