Bain-Studie zum Servicegeschäft von Industrieunternehmen

In vielen Industrieunternehmen fristet der Service ein Schattendasein. Dabei wächst gerade das Dienstleistungsgeschäft bis zu 40% schneller als der Verkauf von Neuprodukten. Zu diesen Ergebnissen kommt Bain & Company in der aktuellen Studie \’Winning in Industrial Services\’, für die 45 europäische Industrieunternehmen einem detaillierten Benchmarking unterzogen wurden. In den letzten Jahren war es für Industrieunternehmen in Europa angesichts der wirtschaftlichen Situation schwierig, Wachstum zu erzielen. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Investitionsrate in Neuanlagen sehr niedrig. Hinzu kommt der steigende Wettbewerb vor allem mit asiatischen Unternehmen, auch im Heimatmarkt. Einige der erfolgreichsten Industriegüterproduzenten haben das Dilemma erkannt und ihr Dienstleistungsangebot ausgebaut. Wie die Bain-Untersuchung zeigt, konnten sie dadurch ihr Gesamtergebnis spürbar steigern. Der Umsatz im Servicegeschäft wuchs zwischen 2010 und 2013 um durchschnittlich 9% pro Jahr. Im Vergleich dazu entwickelte sich der Verkauf von Neuprodukten mit einem Umsatzplus von 5% deutlich langsamer. Firmen mit hohem Serviceanteil erreichen auch eine überdurchschnittliche Marge für das Gesamtunternehmen. \”Für viele Industrieunternehmen ist der Service im aktuellen Marktumfeld die einzige Chance, Umsatz und Gewinn zu steigern\”, erklärt Pascal Roth, Partner bei Bain & Company und Autor der Studie. Im Maschinen- und Anlagenbau machen Dienstleistungen gegenwärtig nur 25% des Gesamtumsatzes aus, obwohl die Marge in diesem Bereich mit 42% sehr hoch ist. Der Service habe noch nicht die Bedeutung, die er verdiene, so Roth. Der Grund dafür seien Vorurteile, die sich hartnäckig in den Köpfen der Entscheider halten – und welche die Bain-Studie widerlegt. Laut der Studie wird sich bis zum Jahr 2020 der Umsatz, den Industrieunternehmen mit Serviceleistungen erzielen, nahezu verdoppeln.