Mehr als nur nachhaltig

 ValveInsight von Bürkert ist ein Algorithmus für die Magnetventilserie Whisper Valve, der Ventile direkt beim Schalten überwacht, ohne zusätzliche Sensorik zu benötigen.
ValveInsight von Bürkert ist ein Algorithmus für die Magnetventilserie Whisper Valve, der Ventile direkt beim Schalten überwacht, ohne zusätzliche Sensorik zu benötigen. Bild: Bürkert Fluid Control Systems

Produktionsprozesse benötigen Ressourcen, solche aus denen das Produkt entsteht, aber auch Hilfs-Ressourcen wie Energie. Beide gilt es in Hinblick auf regeneratives Wirtschaften so effizient wie möglich einzusetzen. Die richtigen Komponenten können dabei helfen, wie zum Beispiel die von Bürkert entwickelte Ventildiagnose ValveInsight. Sie überwacht bei der Magnetventilserie Whisper Valve den Strom beim Schaltvorgang. Anhand der Messkurve sind Rückschlüsse möglich, nicht nur, ob der Prozess normal verläuft, sondern in Kombination mit Prozesswissen auch dahingehend, welche konkreten Probleme vorliegen könnten. Hier wird es mittelfristig möglich sein, über die Sammlung großer Datenmengen in verschiedensten Prozessen mit unterschiedlichen Medien in Kombination mit KI-gestützter Auswertung immer präzisere Informationen über potenzielle Probleme und dafür geeignete Lösungsansätze zu finden. ValveInsight kommt ohne zusätzliche mechanische Bauteile aus, was Material, Energie und Zeit spart. Fehler im Ventil und im Prozess werden früh erkannt, bevor sie zu Ausschuss oder Ressourcenverschwendung führen. Die offene Technologie lässt sich einfach in bestehende Systeme, die Whisper Valves nutzen, integrieren.

 Der Durchflussmesser Flowave unterscheidet innerhalb von Millisekunden zwischen Produkt, Reinigungsmedium und Mischphasen.
Der Durchflussmesser Flowave unterscheidet innerhalb von Millisekunden zwischen Produkt, Reinigungsmedium und Mischphasen.Bild: Bürkert Fluid Control Systems

Materialsparende Fertigung

Regeneratives Wirtschaften beginnt im Detail bei den eingesetzten Komponenten, ist aber nicht nur eine Frage der Komponenten. Auch ein systemischer Blick auf die jeweilige Applikation eröffnet Möglichkeiten. So kann eine clevere Komponente entlang der gesamten Wertschöpfungskette einschließlich des Prozesses selbst zum Energiesparer werden, wie das Beispiel der Membranventilgehäuse Tube Valve Body zeigt. Diese werden im Rohrumformverfahren hergestellt. Rohrumformgehäuse haben eine erheblich geringere (thermische) Masse als Schmiede- und Gussvarianten. Das bringt innerhalb der Applikation gleich mehrere Einsparvorteile. Beim SIP-Prozess heizen sie sich schneller auf und kühlen schneller ab als konventionell hergestellte Gehäuse. Das spart nicht nur Energie, sondern sorgt auch durch die geringere thermische Belastung der Ventile für eine längere Lebensdauer. Zudem werden in der umformenden Herstellung deutlich weniger Rohstoffe und weniger Energie benötigt als bei spanenden oder Guss-Verfahren. Um es konkret zu beziffern, werden während der Produktion bei den Rohrventilkörpern rund 50 Prozent weniger CO2-Äquivalente freigesetzt. Gleiches gilt auch für den Transport. Die Einsparungen beim SIP-Prozess liegen sogar deutlich über 50 Prozent.

 Die New-Food-Branche erschließt alternative Nahrungsquellen, die in der Herstellung deutlich weniger Ressourcen verbrauchen als bisherige.
Die New-Food-Branche erschließt alternative Nahrungsquellen, die in der Herstellung deutlich weniger Ressourcen verbrauchen als bisherige.Bild: Bürkert Fluid Control Systems

Schneller Durchflussmesser

Ein weiteres Beispiel wie ein systemischer Blick auf Applikationsebene Einsparungen bringen kann, findet sich bei der Dr. Kurt Wolff GmbH. Sie modernisierte ihre Shampoo-Produktion nachhaltig sowie ressourcenschonend und sparte damit mehr als zwei Drittel des Ausschusses ein. Dazu suchten die Shampoo-Hersteller einen Sensor, der die Mischphasen am Anfang und Ende des Transfers – also bei jedem Produktwechsel vor und nach der Reinigung – mit hoher Reproduzierbarkeit innerhalb kurzer Zeit erkennt, und das bei unterschiedlich viskosen Medien. Die Lösung bietet der Durchflussmesser Flowave von Bürkert. Er unterscheidet innerhalb von Millisekunden zwischen Produkt, Reinigungsmedium und Mischphasen. Ähnliche Einsparpotenziale wie in der Shampoo-Produktion lassen sich auch in zahlreichen anderen Branchen und Anwendungen erschließen, die auf Batch-Prozesse mit hoher Produktvielfalt setzen und dabei hygienekritische Produkte herstellen oder mit sensiblen oder reaktiven Medien arbeiten.

ValveInsight 213x120mm
Bild: Bürkert Werke GmbH & Co. KG

Neue Branchen proaktiv prägen

Neben den bestehenden Anwendungen gibt es auch zahlreiche Einsatzfelder und Branchen, denen regeneratives Wirtschaften fast schon inhärent ist. Die New-Food-Branche beispielsweise erschließt alternative Nahrungsquellen, die in der Herstellung weniger Ressourcen verbrauchen als bisherige. Hier mit passenden Komponenten oder Prozess-Knowhow zu unterstützen, leistet einen relevanten Beitrag zu regenerativem Wirtschaften. Beispielsweise ist die Gewinnung von Algen als alternative proteinreiche Nährstoffquelle ein interessanter Ansatz im Zusammenhang von regenerativem Wirtschaften. In einer globalen Partnerschaft engagiert sich Bürkert an entsprechenden Projekten der University of Queensland. Ein weiteres Beispiel findet sich bei Bioreaktoren zur Kultivierung von Proteinen als nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Fleischproduktion. Hier braucht es exakt funktionierende Regelkreise, damit Prozesse effizient und sicher ablaufen. Bürkert unterstützt dazu Unternehmen wie DDE in Indien, die für ein kalifornisches Startup Seeding-Bioreaktoren und Produktionsanlagen entwickelt haben.

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