Wie Einkabellösungen Kamerasysteme kompakter und leistungsfähiger machen

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Rosenberger bietet robuste HF-Kabellösungen für die zuverlässige Integration industrieller Kamerasysteme.
Rosenberger bietet robuste HF-Kabellösungen für die zuverlässige Integration industrieller Kamerasysteme. – Bild: Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG

In der industriellen Bildverarbeitung gewinnen hybride Steckverbindersysteme zunehmend an Bedeutung. Sie bündeln Energie- und Datenübertragung in einer Schnittstelle und ermöglichen damit kompaktere Systemarchitekturen bei höherer Integrationsdichte. Insbesondere in der Robotik und anderen dynamischen Anwendungen sind geringe Baugrößen und Gewichte sowie eine reduzierte Verkabelung entscheidend. Hybride Einkabellösungen können Montageaufwand und Systemkosten senken und zugleich die Zuverlässigkeit erhöhen. Der Wegfall separater Schnittstellen für Energie und Daten reduziert den Bauraumbedarf und vereinfacht die Integration. Lösungen wie HySpeedVision setzen diesen Ansatz mit einer kombinierten Energie- und Highspeed-Datenübertragung um.

 HySpeedVision-Kabelassemblies erlauben nicht nur 
eine hohe Beanspruchbarkeit in Bezug auf Torsion,  
sondern eignen sich auch für enge Biegeradien.
HySpeedVision-Kabelassemblies erlauben nicht nur eine hohe Beanspruchbarkeit in Bezug auf Torsion, sondern eignen sich auch für enge Biegeradien. – Bild: Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG

Echtzeitfähigkeit als zentraler Treiber

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind steigende Anforderungen an Prozessdynamik und Echtzeitfähigkeit. In hochautomatisierten Fertigungslinien müssen sich kamerabasierte Systeme präzise in vorgegebene Taktzyklen integrieren. Deterministische, minimale Latenzen sind dabei essenziell – insbesondere dann, wenn Bilddaten unmittelbar zur Steuerung nachgelagerter Prozessschritte genutzt werden. In Anwendungen mit bewegten Systemen, etwa in der Robotik, steigen diese Anforderungen zusätzlich. Muss beispielsweise ein Roboterarm Bauteile für eine Inline-Inspektion anfahren und positionieren, sind geringe Latenzen entscheidend für Präzision, Taktzeit und Prozessstabilität. Klassische Übertragungskonzepte mit getrennter Energie- und Datenführung erhöhen dagegen Systemkomplexität und Bauraumbedarf. Gerade in dynamischen Anwendungen steigen zudem die Anforderungen an mechanische Belastbarkeit, Installation und Betriebssicherheit.

HySpeedVision-Verbindungslösung: DC bis 3,5GHz, bis zu 12Gbit/s
HySpeedVision-Verbindungslösung: DC bis 3,5GHz, bis zu 12Gbit/s – Bild: Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG

Highspeed-Daten mit geringer Latenz

Anwendungen der industriellen Bildverarbeitung sind durch eine hohe Diversität geprägt. Entsprechend müssen Schnittstellen flexibel und offen für unterschiedliche Übertragungsverfahren ausgelegt sein. Hybride Steckverbindersysteme können eine Vielzahl etablierter Standards unterstützen. Im Fokus stehen insbesondere SerDes-Technologien (Serializer/Deserializer), die parallele Datenströme in schnelle serielle Signale umwandeln. Im Gegensatz zu netzwerkbasierten Ethernet-Lösungen ermöglichen sie deterministische Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit minimaler Latenz – ein entscheidender Vorteil für Echtzeitanwendungen und dynamische Bewegungsprofile. Zu den etablierten Standards zählen unter anderem GMSL, FPD-Link, APIX sowie ASA Motion Link. Sie ermöglichen Datenraten im zweistelligen Gigabitbereich über Distanzen von mehr als 10m und eignen sich damit für anspruchsvolle industrielle Anwendungen. Die physikalische Umsetzung hybrider Systeme erfolgt durch die Trennung von Energie- und Datenpfaden innerhalb eines Kabels. Dedizierte Powerleiter versorgen Kamera und Peripherie, während differenzielle Hochgeschwindigkeitsleitungspaare eine störsichere Datenübertragung im Gigabitbereich ermöglichen.

Hohe Anforderungen in der Industrierobotik

Mit zunehmender Automatisierung steigen auch die Ansprüche an die Verbindungstechnik. Neben elektrischen Parametern rücken mechanische Eigenschaften stärker in den Fokus. In der Industrierobotik sind auf der Kabelseite insbesondere Schleppkettentauglichkeit und Torsionsfestigkeit gefragt. Hinzu kommen anspruchsvolle Umgebungsbedingungen: Schutzarten bis IP67, erweiterte Temperaturbereiche, robuste Gehäusekonzepte und eine hohe elektromagnetische Verträglichkeit sind wichtige Voraussetzungen für einen zuverlässigen Betrieb. Industrielle Anwendungen profitieren dabei zunehmend von Technologien aus der Automobilindustrie, etwa bei Schirmkonzepten und hinsichtlich der Serienreife. Hybride Steckverbindersysteme führen diese Anforderungen zusammen und ermöglichen eine kompakte und leistungsfähige Übertragungslösung, die auch dynamischen mechanischen Belastungen standhalten kann.

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