Auf den Mainboards für Industrieanwendungen von Fujitsu Technology Solutions wird ein eigenständiger Microcontroller verwendet, der den Hauptprozessor überwacht und die Lüfter anhand der gemessenen Temperaturen steuert. Eine Überhitzung des Prozessors wird selbst dann vermieden, wenn der Rechner mit der geladenen Software nicht mehr funktionieren sollte. Bei Überschreitung einer maximalen Temperaturschwelle wird der Rechner ausgeschaltet. Eine Zeitüberwachungsfunktion im Microcontroller erlaubt zudem die Überwachung des Hauptrechners. Damit das Gesamtsystem nicht zurückgesetzt wird, muss innerhalb definierter Intervalle die Zeitüberwachung getriggert werden. Dadurch wird der komplette Rechner, der aus Hard- und Software besteht, überwacht. Bisherige Spannungsversorgung und -überwachung Standard-Mainboards werden mit einem Netzteil versorgt, dessen Interface durch die ATX-Spezifikationen festgelegt ist (ATX = Advanced Technology Extended). Die ATX-Spezifikation V2.2 definiert die Spannungen, die Toleranzen und das Interface zum Mainboard. Die Spannungsversorgung muss die folgenden Gleichspannungen liefern: + 5V…….. ± 5% + 5V…….. standby ± 5% + 3,3V….. ± 5% + 12V…… ± 5% – 12V……. ± 10% Diese Spannungen müssen durch das Netzteil auf Überspannung, Leerlauf und Kurzschluss überwacht werden. Einige Spannungen sind mehrfach vorhanden, um den maximalen Strom von 10A pro Teil-Versorgung nicht zu überschreiten. Allerdings definiert die ATX-Spezifikation einen sehr weiten Toleranzbereich von bis zu 30-40% für das Ansprechen der Überwachung im Netzteil: ein Wert, der für Industrieanwendungen, in denen es besonders auf zuverlässigen Betrieb ankommt, nicht akzeptabel ist. Durch das teilweise oder komplette Versagen eines Mainboards in einer Maschinensteuerung wegen falscher Versorgungsspannung können hohe wirtschaftliche Kosten entstehen oder – schlimmer noch – Menschenleben gefährdet werden. Praktische Messungen haben zwar gezeigt, dass ein Mainboard durchaus bei Unter- oder Überspannung außerhalb der definierten Toleranzen funktionieren kann, jedoch kann es zu sporadischen Funktionsausfällen kommen. Moderne Mainboards benötigen neben den oben definierten Spannungen bis zu 14 verschiedene Spannungen für die verschiedenen Funktionsblöcke (Prozessor, Northbridge, Southbridge, Speicher, PCI-Bus usw.). Die zusätzlichen Spannungen werden aus den extern zugeführten Spannungen erzeugt, für diese gibt es bei einem Standard-PC-Mainboard keine Überwachung. Sicherheit durch Management-Controller und Software Für die Überwachungsfunktionen auf Industrie-Mainboards setzt FTS einen Microcontroller ein, der zusätzlich auch die Spannungsmessung erlaubt. Die entsprechenden Werte können durch Software gelesen und angezeigt werden. So überwachen TSR-Programme (Terminate and Stay Resident) die Spannungen und zeigen sie in geeigneter Form an. Bei Bedarf werden Alarmmeldungen ausgegeben. Eine Spannungsüberwachung mit einem betriebssystemabhängigen TSR-Programm macht Sinn, solange die Spannungen nicht betriebskritisch sind, wie beispielsweise bei der Batteriespannung für die Echtzeit-Uhr und das CMOS-RAM, in dem die PC-Konfiguration gespeichert ist. Die Überwachung anderer Spannungen für betriebskritische Anwendungen ist nicht immer sinnvoll – das System kann sich nicht selbst überwachen. Spannungsüberwachung durch Hardware Die zusätzliche Spannungsüberwachung erfolgt durch Hardware. Dies hat den Vorteil, dass keine Software beteiligt ist, die versagen könnte. Hardware-Komparatoren überwachen das Mainboard auf Über- und Unterspannung. Erst wenn alle Spannungen innerhalb der definierten Toleranzen arbeiten, erfolgt der Start des Systems und der Programme auf der Mainboard-Hardware. Bei einem Ausfall einer oder mehrerer Spannungen während des Betriebs wird sofort ein Reset des Systems durchgeführt und das Netzteil abgeschaltet. Durch das Abschalten lässt sich ein eventuell größerer Schaden an der Elektronik vermeiden. Mit dem Rücksetzen des Systems stellt man sicher, dass sich das Mainboard nicht in einem undefinierten Zustand befindet. Dies bedeutet beispielsweise bei einer Maschinensteuerung, dass die Maschine sofort stoppt und keinen Schaden verursachen kann. Der Reset-Zustand wird gespeichert, und eine Leuchtdiode signalisiert das Ansprechen der Spannungsüberwachung. Erst nach einem Kaltstart des Mainboards ist ein Wiederanlauf möglich, falls alle Spannungen mit den vorgegebenen Toleranzen wieder vorhanden sind. Deaktiviert werden kann die Überwachungsschaltung nur per Hardware (Jumper). Die beschriebenen Überwachungsfunktionen erhöhen die Zuverlässigkeit eines Systems und erlauben den Einsatz in sicherheitsrelevanten Anwendungen. Einschlägige Sicherheitsnormen verlangen, dass eine Steuerung von unabhängigen Funktionseinheiten überwacht werden muss.
Industrie-Mainboards: Spannungsüberwachung für zuverlässigen Betrieb
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich ausschließlich der Hannover Messe sowie thematisch verbundenen Partnermessen widmet.
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht ein neuer Ansatz, Sicherheit direkt ins Feld zu bringen, ohne Umwege über zentrale Steuerungsschichten. In…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne integrierte Safety verfügbar.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg
Nominierte für Hermes Award stehen fest
Eine unabhängige Jury hat unter den zahlreichen Einreichungen drei Unternehmen für den Hermes…
-
Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Wibu-Systems beruft Kryptografie-Experten in Aufsichtsrat
Wibu-Systems hat Professor Dr. Jörn Müller-Quade in den Aufsichtsrat berufen.
-
IFR stellt Preisträgerinnen vor
Women in Robotics 2026
Um Frauen in der Robotikbranche mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, hat die…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
Klaus Conrad – Unternehmer, Visionär, Möglichmacher
90 Jahre Pioniergeist
Mit 18 Jahren tritt er ins Familienunternehmen ein, mit 40 übernimmt er die…
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
Mit hoher Reichweite, kompaktem Design und optionaler IO-Link-Anbindung eignen sich die Sensoren der…
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
Auch zum Beginn des Jahres 2026 verzeichnete die deutsche Elektroindustrie ein Exportplus: Im…
-
93% verlagern KI zunehmend auf lokale Server
In den letzten zwei Jahren haben 93% befragter Unternehmen einige KI-Workloads zurück auf…
-
Erster Bauabschnitt eingeweiht
Neues Werk in Mexiko für Phoenix Contact
Phoenix Contact hat sein Produktionsnetzwerk auf dem amerikanischen Kontinent ausgebaut. In einem ersten…
-
Neue Bremssättel für Scheibenbremsen
Elektromagnetische Lüftung für hohe Stundenliestung
Die federbetätigten und elektromagnetisch gelüfteten Bremssättel der Baureihe MV FEM von Ringspann zeichnen…
-
Scada-Plattform Atvise mit Updates
Mehr Sicherheit und Kompatibilität für Scada-Systeme
Mit den Versionen 3.13 und 3.14 erweitert Bachmann Electronic seine Scada-Plattform Atvise um…
-
Beckhoff verbindet Sprachmodelle mit Echtzeitsteuerung
Physical AI: Wenn KI direkt Maschinen steuert“
Ein zentrales Thema für Beckhoff auf der Hannover Messe 2026 ist die Verschmelzung…
-
Vorschau Hannover Messe 2026
KI als produktive Kraft in der Fabrik
Auf der Hannover Messe 2026 vom 20. bis 24. April soll künstliche Intelligenz…
-
Virtuelle Inbetriebnahme als strategisches Werkzeug
Anforderungen beim Retrofit
Die virtuelle Inbetriebnahme wird im Maschinenbau häufig dafür genutzt, um Steuerungssoftware bereits vor…
-
Warum KI im Mittelstand einen neuen Ansatz braucht
Vom Hype zur Wirkung
Eine aktuelle PwC-Studie unter mehr als 4.400 CEOs weltweit zeigt, dass die erhofften…
das könnte sie auch interessieren
-
-
Very-Small-Form-Factor-Technologie für Next-Generation-Netze
MMC-Stecker für hochdichte Glasfaserverkabelung
-
-
















