Saia PCD2.M5: IT-Funktion nahtlos in die Steuerung integriert

Das Wesentliche vorweg: Die PCD2.M5 will das Beste aus zwei Welten miteinander verbinden, namentlich robuste und schnelle Steuerungstechnik mit modernen Mechanismen aus der IT-Welt. So beinhaltet die Steuerung ein für den Benutzer offenes Filesystem, einen Webserver, einen FTP-Server und umfangreiche E-Mail Funktionen. Dabei bedient man sich nicht der herkömmlichen Methode, für diese Zusatzfunktionen eine weitere CPU, in der Regel einen Industrie-PC zu ver(sch)wenden. Vielmehr kommt in der Steuerung lediglich ein eigenes Betriebssystem zum Einsatz. Die Anfänge dieses Saia NT-OS liegen im Jahr 2000. Seit dem wurde es kontinuierlich fortentwickelt und erweitert. Zu diesen Erweiterungen gehören seit einiger Zeit auch umfangreiche IT-Funktionen, sodass der Anwender nahtlos aus seiner Applikation auf diese zugreifen kann. Hardware Das Grundgerät ist CPU und E/A-Modulträger in einem. Für die Kommunikation sind zahlreiche Schnittstellen vorhanden, darunter USB, Ethernet mit Switch, serielle Schnittstelle RS232 bzw. 485 sowie eine zusätzliche RS485, die auch als Profibus-Schnittstelle konfiguriert werden kann (1,5MBd). Für schnelle Signale sind in die CPU sechs Ein- und zwei Ausgänge bereits integriert. Das Grundgerät kann mit einer Auswahl von 50 verschiedenen E/A-Modulen bis 256E/As ausgerüstet werden. Über Erweiterungsgeräte können bis 1023E/As adressiert werden. Über Bussysteme wie z.B. Profibus können noch sehr viel mehr dezentrale Datenpunkte (23.536) angesprochen werden. Ohne Veränderung der Baugröße ist der Ausbau von 4 auf bis zu 15 Kommunikationsschnittstellen möglich, darunter CAN, Profibus DP (12MBd.), MPI usw. Der interne Programm-/Datenspeicher für Anwendungen (1MByte) kann auf bis zu 4GByte ausgebaut werden. Ein optionales kleines Browser-Bediengerät mit 1,9\“ Grafik-Display nutzt die Webtechnologie zur Visualisierung des Betriebszustandes. Damit ist die Vor-Ort-Bedienung ohne jeglichen Zusatzaufwand möglich. Die Erweiterung der Hardware geschieht mit Hilfe eines Erweiterungskabels und der entsprechenden Baugruppenträger der PCD2- oder der PCD3-Familie. Die Steuerung ist in einem neuen Gehäuse untergebracht, das wie seine Vorgänger relativ großflächig daherkommt, jedoch besonders flach baut. Diese flache Gehäuseform ist ein Markenzeichen der Saia-Steuerungen. Software Die Programmierung erfolgt wahlweise in SaiaPG5 Fupla (Funktionsplan) S-Edit (Instruktions-Liste IL oder Anweisungsliste AWL), Graftec (Ablaufplan) oder Step7 von Siemens. Ohne spezifische Software-Tools kann die Anwendung über einen Webbrowser visualisiert, konfiguriert und unterhalten werden. Zu den Funktionen, die man üblicher Weise nicht in einer Steuerung findet, gehört ein Dateisystem, auf das der Benutzer über FTP Zugriff erhält. Hier können beispielsweise Bedienungsanleitungen, aber auch Logfiles oder Qualitätsdaten abgelegt werden. Ein FTP-Server ermöglicht den Zugriff via FTP-Client. Der integrierte Web-Server dient einerseits der Bedienung der Steuerung, aber auch der Visualisierung der Applikation. Ein E-Mail-Client sorgt dafür, dass das System auch E-Mails versenden kann. Die Anwendung der IT-Funktionen selbst erfolgt in der gewohnten Programmieroberfläche für die Erstellung des SPS-Programms. Der Zugriff darauf geschieht in der Regel in Form von Funktionsbausteinen. Hier wird dem Programmierer die Arbeit durch selbsterklärende Dialoge vereinfacht, die lediglich den Eintrag von selbst erklärenden Parametern erfordern. Auf die Daten des internen Speichers kann per FTP oder http, aber auch direkt im Excel-tauglichen CSV-Format zugegriffen werden. Dank des integrierten E-Mail-Clients kann aber auch eine Email versendet werden. Diese kann nicht nur Warnmeldungen über den Zustand des Prozesses enthalten. Auch die Versendung eines Attachments ist möglich. So wäre es beispielsweise denkbar, dass ein Selbsbedienungsautomat ein Logfile über den bisherigen Bezug mitschickt, sobald ein Produkt droht auszugehen. So kann der Auffüller dafür sorgen, dass er auch Material für diejenigen Fächer dabei hat, die noch gar keinen Alarm gesendet haben. Natürlich geht das mit heutiger Technik auch schon. Der Unterschied zur Saia PCD2.M5 liegt darin, dass man keinerlei Zusatzmodule benötigt. Alles was man für solch eine Applikation benötigt, ist die Steuerung und ein Internet-Anschluss – von den notwendigen Sicherheitsmechanismen, die für jeden Maschinenzugriff notwendig sind, einmal abgesehen. Flash inklusive Eine weitere Besonderheit der PCD2.M5 ist der integrierte Flash-Speicher-Steckplatz. Hier können handelsübliche SD-Karten bis 2GByte eingesetzt werden. Für Applikationen aus dem Gebäudebereich ist die BACnet-Option interessant, die auch auf solch einer Flash-Karte geliefert wird. Fazit Wer in seiner Anwendung die Vorteile der modernen Informationstechnik nutzen will, dem erleichtert die Saia-Steuerung den Zugang deutlich. Saia hat mit seiner M5-Steuerung die IT-Welt in der Automatisierungstechnik sicherlich nicht neu erfunden, aber durch die nahtlose Integration in das Betriebssystem der SPS den Anwendern ein ganzes Stück näher gebracht. Auf Know-how aus dem IT-Bereich kann zwar auch hier nicht gänzlich verzichtet werden, die unendlichen Tiefen kann man sich jedoch ersparen, weil die Integrationsaufgabe bereits vom SPS-Hersteller erledigt wurde. (kbn) Kasten 1: Ein Blick in das Unternehmen Saia-Burgess Seit mehr als 80 Jahren beschäftigt sich das Unternehmen Saia mit dem Thema \“automatisches Schalten\“. Nach mehreren Eigentümerwechseln gehört Saia seit 2006 zum Johnson Electric Konzern. Dessen Chef und Eigentümer ist der Hong-Kong-Chinese Dr. Patrick Wang, der über 60% der Aktien an Johnson Electric hält. Im Jahre 2007 erwirtschaftete der Automatisierungsspezialist Saia mit etwa 350 Mitarbeitern ca. 50Mio. Euro. Grob gerechnet steckte das Unternehmen ca. 9% davon in Forschung und Entwicklung. Den Hauptumsatz macht Saia in Deutschland (31%) und der Schweiz (22%) gefolgt von Italien (13%), Frankreich (8%) und den BeNeLux-Staaten (8%). Im Wesentlichen fokussiert man sich auf drei Kundengruppen: Das sind zum einen die Original Equipment Manufacturer (OEMs). Dabei handelt sich um mittlere und grosse Maschinenbauer sowie Hersteller von Seriengeräten. Da Saia selbst keinerlei Lösungsgeschäft anbietet, sind die Systemintegratoren die zweite wichtige Zielgruppe. Dabei handelt es sich um auf spezielle Applikationssegemente spezialisierte Einmannfirmen bis zu Firmen mit einigen hundert Mitarbeitern und internationaler Präsenz. Die dritte Gruppe im Fokus von Saia-Burgess sind Elektrische Automations-Ausrüster (Brand Label Kunden). International bekannte Automationsunternehmer vertrauen Saia die Entwicklung und/oder die Fabrikation eines Teils ihrer Produktpalette an elektrischen Kleingeräten an (Outsourcing). Kasten 2: Prozess fühlt sich gut an