Aktualisierter Konfigurator für Simatic ET200

Dezentrale Peripheriesysteme ermöglichen nicht nur den einfachen Anschluss von Ein- und Ausgabebaugruppen über Bussysteme wie Profibus oder Profinet, sondern ermöglichen auch den Aufbau komplexer Peripheriestationen. Diese dezentralen Peripheriestationen bieten vielfältige Variationsmöglichkeiten, angefangen beim mechanischen Aufbau: Einerseits gibt es kompakte Stationen, die eine feste Anzahl von Ein- und Ausgängen beinhalten, andererseits modulare Systeme, die der Anwender nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen kann. Schutzarten für verschiedene Systeme Auch in der Schutzart unterscheiden sich die einzelnen Systeme voneinander. Dies reicht von Systemen für den Einbau in Schaltschränken (IP20) bis zu Systemen, die direkt an Maschinen montiert werden können (bis IP67). Selbst im explosionsgefährdeten Bereich kann der Einsatz erfolgen (z.B. ET200iSP). Das Spektrum der zur Verfügung stehenden Module reicht von einfachen Ein- und Ausgabebaugruppen über Signalmodule mit Diagnosefunktionen und fehlersicherem Verhalten bis hin zu komplexen Funktionsmodulen. Leistungsmäßig stehen Baugruppen für wenige mW bis hin zu mehreren kW für den direkten Anschluss von Antrieben zur Verfügung. Antriebe können auch über die in der ET200 integrierten Frequenzumrichter angeschlossen werden. Ist Fehlersicherheit gefordert, so gibt es verschiedene Varianten wie Profisafe oder Solution Local. Je nach Anwendung kann das Zusammenstellen der Module ein komplexes Unterfangen werden. Es sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen: – maximale Modulanzahl in einer Station – maximale Stationsbreite – Adressraum der Station – maximale Parameter einer Station – maximaler Strom der Lastgruppen – Verlustleistung Aus diesem Grund ließ Siemens eine Konfigurations-Software für seine Kunden erstellen, das ET200 CFG Tool. G+R Grollmus+Ripp GmbH – Partner für Automatisierungslösungen und Simatic-Schulungen – entwickelte die Anwendung. Das Tool bietet dem Anwender die Möglichkeit, auch komplexe ET200- Konfigurationen zu erstellen. Kurzbeschreibung der Anwendung Ziel des Tools ist es, den Anwender bei der Konfiguration einer ET200-Station und der Auswahl der unterschiedlichen Komponenten zu unterstützen. Als Ergebnis des Konfigurationsvorgangs erhält er eine Stückliste mit Bestellnummern, Mengenangaben und Preisen zur sofortigen Übernahme in eine Bestellung. Darüber hinaus werden auch die obigen Kriterien berichtet, und es wird ein Bild der konfigurierten Station generiert (Bild 3). Für einfachere Anwendungen steht ein Konfigurationsassistent zur Verfügung, der den Anwender nach allen für die Realisierung notwendigen Eckdaten fragt und aufgrund dieser eine funktionsfähige ET200-Station mit Stückliste und Steckplatzbelegung erzeugt. Diese automatisch generierten Stationen kann der Anwender seinen Bedürfnissen entsprechend anpassen. Komplexere ET200-Stationen können in der Modulauswahl – einer grafischen Oberfläche – zusammengestellt werden (Bild 2). Um ein Modul auszuwählen, gibt der Anwender den gewünschten Typ und Subtyp (z.B. Motorstarter und Direktstarter) an, wobei nur die erlaubten Typen angeboten werden. Im Auswahlbereich werden die zulässigen Module (z.B. Direktstarter) aufgelistet. Die Anzahl der Module und deren Summenstrom kann nun ausgewählt werden. Für den Anschluss werden die zulässigen Anschlussmodule (Terminalmodule) angeboten. Um eine größtmögliche Übersicht zu gewährleisten, wird das Modul mit dem gewählten Terminalmodul grafisch dargestellt. Zudem erhält der Anwender den Anschlussplan des gewählten Terminalmoduls, um die Unterschiede zwischen den einzelnen Terminalmodulen erkennen zu können. Generell kann zwischen Standard- und Expertenmodus ausgewählt werden. Im Standardmodus bestückt der Anwender die Station mit den gewünschten Modulen. Hierbei wird der Anwender vom Konfigurator so weit geführt, dass er beim Zusammenstellen der Module keine Fehler machen kann. Im Expertenmodus kann der Anwender beliebige Konfigurationen erstellen und diese abschließend prüfen lassen. Für möglicherweise auftretende Fehler erhält er einen ausführlichen Fehlertext und einen Vorschlag zur Fehlerbehebung. Im Register \“Limits\“ werden Grenzwerte der Station angezeigt. Hier können die noch bestehenden Reserven eingesehen werden. Im Register \“Potenzialverteilung\“ sieht der Anwender, wie die Lastgruppen und Potenziale innerhalb der Station verteilt sind (Bild 4). Die Stückliste kann entweder ausgedruckt oder in eine Datei exportiert werden, um diese für die Bestellung der Komponenten zu verwenden. Zur Ermittlung des Preises können individuelle Rabatte vorgeben werden. Für die Dokumentation der Projekte wird die Station grafisch dargestellt (Bild 3). Diese kann entweder ausgedruckt oder in einer separaten Datei gespeichert werden.