Thin Clients haben sich in der Bürowelt seit Jahren bewährt. Ein Thin Client ist eine wartungsfreie, dezentrale Bedieneinheit, die über Ethernet mit einem Server verbunden ist. Alle Applikationen und Daten befinden sich auf dem Server und werden mittels Remote Protokollen wie RDP (Remote Desktop Protocol) oder VNC (Virtual Network Computing) am Thin Client zur Verfügung gestellt. Wegen der steigenden Komplexität in Automatisierungsanwendungen gewinnen solche Konzepte auch im Industrieumfeld an Bedeutung. Dabei überzeugen Vorteile wie eine zentrale und möglichst intuitive Administration sowohl der Applikationssoftware als auch der Thin Clients, ein schneller Austausch im Fehlerfall, flexible Erweiterungsmöglichkeiten sowie eine Optimierung der Gesamtkosten. Zudem ist der Aufwand bei der Anbindung gering, da lediglich Ethernet benötigt wird und somit bereits bestehende Strukturen genutzt werden können. Beispielweise ermöglichen Simatic Industrial Thin Clients von Siemens den einfachen Zugriff auf vielfältige Anwendungen. Das Applikationsspektrum reicht vom zusätzlichen Bedienplatz an einem Simatic HMI Panel bis hin zu komplexen Visualisierungslösungen mit vielen unabhängigen Bedienstationen. Es sind auch parallele Verbindungen mit mehreren Servern möglich. Ethernet lässt dabei fast unbegrenzte Entfernungen zwischen Bedienplatz und Server zu. Dafür stehen Industrial Thin Clients mit integrierten Wide-Screen-Displays von 12, 15, 19 und 22\“ zur Verfügung.
Thin Clients mit hoher Robustheit und Verfügbarkeit
Im Industrieumfeld sind Produktionsausfälle meist mit hohen Folgekosten verbunden. Daher haben Datenkonsistenz und Systemverfügbarkeit eine hohe Priorität. Eine robuste Bauweise bietet hier deutliche Vorteile. So trägt etwa die hohe elektromagnetische Störfestigkeit genauso wie die Einsatzmöglichkeiten von bis zu 50°C oder die hohe Schutzart der Touch Front (IP65) zur Industrietauglichkeit der Simatic ITCs bei. Eine geringe Einbautiefe und niedrige Abwärme ermöglicht einen platzsparenden Einbau, der bei engen Verhältnissen im Schaltschrank vorteilhaft ist. Um die Systemverfügbarkeit sicherzustellen, sind jedoch weitere Maßnahmen erforderlich. Nach einem Verbindungsabbruch zum Server stellt der Industrial Thin Client diese Verbindung mittels der Automatic-Reconnect-Funktion selbstständig wieder her. Für eine besonders hohe Bedienverfügbarkeit ist auch die Konfiguration von Verbindungen zu redundanten Servern möglich.
Einsparpotenzial bei Administration und Energie
Moderne Thin Clients ermöglichen Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und Administrationsaufwand. Deren Hardware ist dabei speziell an die Aufgabe des verteilten Bedienens angepasst und bietet aufgrund der geringen Leistungsaufnahme gerade bei Anlagen mit vielen Bedienstationen Potenzial zur Energieeinsparung. Ein weiterer Hebel zur Optimierung der Gesamtkosten ergibt sich durch die zentrale Administration aller Applikationen und Daten auf dem Server. Darüber hinaus ermöglicht die Management-Software Remote Configuration Center die einfache und zentrale Verwaltung von Thin Clients. Alternativ sorgt der intuitiv bedienbare First-Setup-Assistent für eine schnelle und einfache Konfiguration am Bedienterminal vor Ort. In drei Schritten wird der Administrator durch die Geräte-, Netzwerk- und Verbindungskonfiguration geführt. Dies spart Zeit und minimiert Fehler. Zusätzlich können Client-Server-Architekturen dazu beitragen, die Datensicherheit zu erhöhen. Bei konventionellen Lösungen sind alle Daten und Applikationen im gesamten Netzwerk verteilt abgespeichert. Dies macht Sicherheitskonzepte sehr aufwändig. Im Gegensatz dazu sind bei Thin-Client-Lösungen alle Daten zentral auf dem Server gespeichert, was die Absicherung vereinfacht. Speziell für Client-Server-Anwendungen hat Siemens seine 19\“ Simatic Rack PCs um Serveroptionen ergänzt, die mit Standard-Windows-Server-Betriebssystemen lieferbar sind.
Kompakte Server in hohem Maß industrietauglich
Die Rack PCs für industrielle Serveranwendungen sind in zwei verschiedenen Bauhöhen erhältlich: als Simatic IPC647C mit einer Bauhöhe von 2HE (Höheneinheiten) und Simatic IPC847C mit 4HE. So kann der Platzbedarf je nach Anforderung an Erweiterbarkeit und E/A-Flexibilität individuell angepasst werden. Bei beiden Versionen ist die Belüftung der internen PC-Komponenten auch im Vollausbau sichergestellt. Sie sind für den zuverlässigen 24-Stunden-Dauerbetrieb in industrieller Umgebung ausgelegt. Ein robustes Ganzmetallgehäuse sorgt für hohe elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) sowie Stoß- und Vibrationsfestigkeit. Aufgrund der kompakten Maße lassen sich die Server ohne Zusatzmaßnahmen in Schaltschränke mit nur 500mm Tiefe einbauen. Alternativ kann der IPC847C auch mit einem Towerkit in senkrechter Lage aufgestellt werden. Stabile Kartenniederhalter sichern sowohl kurze als auch lange Erweiterungsbaugruppen während des Betriebs oder des Transports. Die durchdachte Anordnung aller Bauteile sorgt für einen ausreichenden Luftstrom im Gehäuse zur Kühlung der relevanten Komponenten und stellt den stabilen Betrieb bei voller Prozessorleistung, ohne Heruntertaktung des Prozessors (Throttling) sicher. Sensorgesteuerte, kugelgelagerte Lüfter sorgen auch bei höheren Umgebungstemperaturen und im Vollausbau für die einwandfreie Belüftung der Industrieserver. Einer thermischen Überlastung der Komponenten wird damit frühzeitig begegnet und somit gleichzeitig die Verfügbarkeit des Servers sichergestellt. Ein lüftergesteuertes Überdruck-Entlüftungskonzept und einfach zu wechselnde Staubschutzfilter schützen die Geräte vor dem Eindringen von Staub, um einen Kurzschluss auf dem Motherboard zu verhindern. Zudem sind die Gehäuse durch die äußere Lackierung und innere Oberflächenbehandlung rostresistent. Eine abschließbare Fronttür schützt die Wechsellaufwerke, USB-Schnittstellen, Ein-/Aus-/Reset-Taster und das Öffnen des Gehäuses vor unsachgemäßem Gebrauch.
















