Egal ob Krise oder nicht: Ungeplante Stillstandszeiten in Maschinen oder Anlagen sind teuer und bringen zusätzlich Unruhe in den Betrieb. Kein Wunder also, dass diesem Thema immer mehr Bedeutung beigemessen wird. Anwender möchten heute besser wissen, in welchem Zustand sich ihre Produktionsmittel befinden, um rechtzeitig vor einem Ausfall Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieses Themas haben wir in dieser und der nächsten Ausgabe einen umfangreichen Schwerpunkt gesetzt. Dabei ist Thema der vorliegenden Ausgabe die Diagnose von Automatisierungs- und Steuerungsprozessen, während wir uns in der kommenden Ausgabe der Diagnose von Kommunikationssystemen zuwenden. Diagnose von Automatisierungs- und Steuerungsprozessen Nach wie vor ist die SPS die zentrale Komponente jedes Automatisierungssystems. Weil hier alle Sensor- und Aktordaten zusammenlaufen, ist die SPS der richtige Ansatzpunkt zur Diagnose von Fehlern, aber auch von bevorstehenden Ausfällen. Auch wenn die Überwachung aller Daten außerhalb der SPS, beispielsweise in der Visualisierung oder in einer zusätzlichen Komponent stattfindet, ist der Zugriff auf das Prozessabbild der Steuerung für eine solide Diagnose unumgänglich. Wissen ist Macht Die Vorteile einer frühzeitigen Meldung über den bevorstehenden Ausfall einer Maschine oder Anlage liegen auf der Hand und bedürfen an dieser Stelle keiner Erläuterung. Das Wissen jedoch, wie man weiß, wann eine Komponente auszufallen droht, wächst nur allmählich. Dabei kommt es an dieser Stelle ebenso auf eine große Erfahrung an wie beim Herstellungsprozess des Produktes selbst. Viel zu lange sind diese Daten in den Unternehmen unbeachtet geblieben und obwohl die Aufzeichung und Speicherung von Daten durchaus schon länger möglich ist und auch durchgeführt wird, werden diese Daten jedoch häufig nicht für eine systematische Analyse von Ausfällen oder gar eine Vorausfallsanalyse genutzt. Diagnose macht Wissen Außer den technischen Hilfmitteln benötigt man auch menschliche Ressourcen, die sich in die Anwendung und Systeme einarbeiten, um aus Daten Informationen zu machen. Ein bisschen Aufwand ist also schon notwendig, um einer Anwendung ein aussagekräftiges Diagnosesystem zu verpassen. Wenn Maschinen- und Anlagenbauer jedoch bereit sind, den beschriebenen Aufwand zu treiben, werden sie dafür in Form kürzerer Stillstandszeiten belohnt. Das werden die Kunden sicher zu schätzen wissen. Diese Erfahrungen können dann wiederum genutzt werden, um die Ausfälle in der nächsten Maschinengeneration entweder zu reduzieren oder noch besser vorhersagen zu können. (kbn)
Analysieren geht vor Reparieren
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