Als er die Antworten gegeben hat, war unschwer festzustellen, dass es da einige Punkte gibt, die ihm und seinem Kollegen Stefan Merk das Leben noch ganz erheblich erschweren. Am Ende waren es dann vier Punkte. Alle vier haben etwas mit einer ganzheitlichen Sicht auf das Engineering zu tun. 1. Toolkette und Prozesse in der Embedded Softwareentwicklung Mit einer durchgängigen Entwicklungstoolkette und der Integration moderner Entwicklungsprozesse in die Tools könnten manuelle und aufwendige Vorgänge wie das Exportieren und Importieren von Programmteilen zur Verwaltung in Versionskontrollen optimiert und die Effizienz der Entwicklung gesteigert werden. 2. Testautomatisierung Für moderne Engineering Prozesse n der embedded Softwareentwicklung sind Funktionalitäten wie automatisierte Tests (Unit-Test, automatisierter Integrationstest) wünschenswert. Dabei sollte das Entwicklungstool den Entwickler unterstützen, dass dieser sich auf die Engineeringaufgaben konzentrieren kann. 3. Öffentliche Bibliotheken Der Aufwand und die Entwicklungszyklen in der Embedded Softwareentwicklung jedes Unternehmens könnten optimiert werden, indem die Anbindung von Hardwarekomponenten zur Business-Schicht von Herstellern und Anwendern als eine Art GeneralFunctions in einer Open-Source Bibliothek bereitgestellt werden. 4. Referenzarchitekturen/ Entwurfsmuster Die Entwicklung von Referenzarchitekturen bzw. Entwurfsmustern für Programmierprobleme in der Steuerungstechnik durch Wissenschaft und Forschung. Programmiert wird im Übrigen in diesem Unternehmen ausschließlich mit strukturiertem Text. Da diese Sprache nicht ursprünglich objektorientiert ist, wurden durch eigene Programmierung die Prinzipien der Instanzierung und Modularisierung geschaffen. Moderne Entwicklungs- umgebungen gefragt Wenn man sich die vier genannten Wünsche etwas näher betrachtet, dann stellt man fest, dass diese sehr IT-geprägt sind. All das gibt es schon im Bereich der Informationstechnologien, wird jedoch von vielen Automatisierungsanbietern eher stiefmütterlich behandelt. Es ist offensichtlich noch nicht in aller Konsequenz bei den Produktmanagern der Steuerungshersteller angekommen, welche Klimmzüge insbesondere dann gemacht werden müssen, wenn es darum geht, große Softwareprojekte mit klassischen Automatisierungstools zu realisieren. Im Engineering liegen Schätze begraben Sowohl für die Steuerungshersteller, als auch für die Anwender, liegen in den Engineeringtools und den dazugehörigen Prozessen Schätze begraben. Hersteller haben genau an dieser Stelle die große Chance, sich durch einen ganzheitlichen Usabilityansatz vom Wettbewerb abzusetzen. Für Anwender wären solche Engineeringwerkzeuge im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert, da Wochen und Monate an Arbeit eingespart werden könnten. Die gewonnene Zeit könnte dann in neue Funktionalitäten der Maschine investiert werden. (mbw)
Anwenderwünsche an das Engineering
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