Im Jahre 1999 kam AS-Interface mit der Variante \’Safety-at-Work\‘ als erstes Bussystem auf den Markt, das Standard- und sicherheitsgerichtete Geräte in einem Netz gemeinsam bedienen konnte. Ziel der damaligen Entwicklung war es, die bisher übliche Festverdrahtung für sicherheitsgerichtete Applikationen durch den Einsatz von Bustechnik zu ersetzen, ohne einen getrennten, neuen Sicherheitsbus einführen zu müssen. Standard- und sicherheitsgerichtete Komponenten sollten von demselben einfachen Zweileiterkabel bedient werden, durch das AS-Interface bekannt geworden ist. Das System sollte außerdem nicht nur interoperabel mit existierenden Slaves sein, sondern wegen der Offenheit von AS-Interface auch mit allen Mastern und Gateways, die bereits auf dem Markt etabliert und selbst nicht sicherheitsgerichtet waren. Die normgerechte und von den Prüfinstitutionen bis zu Kategorie 4/SIL 3 zugelassene Lösung war die Individualisierung der sicherheitsgerichteten Eingänge und ihre Überwachung durch einen \’Sicherheitsmonitor\‘. Er verknüpft die sicherheitsgerichteten Eingänge miteinander, überwacht ihre Kommunikation und legt im Falle eines \’Nicht-frei-Signals\‘ die Applikation still. Der Sicherheitsmonitor ist selbst sicherheitsgerichtet aufgebaut und erhält über einen PC mit Hilfe der Software Asimon die Sicherheitskonfiguration des Systems. Dieses Prinzip ermöglicht es, sicherheitsgerichtete Vorgänge auf der untersten Feldebene vorzusehen, ohne dass Master oder Steuerung selbst sicherheitsgerichtet ausgeführt werden müssten. Safety-at-Work hat sich in den vergangenen sieben Jahren in einer Vielzahl von Applikationen hervorragend bewährt. Aber wie immer in solchen Fällen \“the proof of the pudding is in the eating\“: Die Erfahrungen führten zu neuen Wünschen und die neue AS-Interface Spezifikation 3.0 erlaubt die Realisierung neuer Ideen. Bihl + Wiedemann hat darauf reagiert. Zunächst wurde die Einbindung von sicherheitsgerichteten Ausgängen in Safety-at-Work als Grundlagenentwicklung im Auftrag des Safety-Konsortium der Herstellervereinigung durchgeführt. Parallel wurde ein eigener Sicherheitsmonitor der zweiten Generation mit neuen Features entwickelt (Bild 1).
Aktuator für OEM-Anwendungen bei Safety-at-Work
Sicherheitsgerichtete Aktuatoren für Safety-at-Work werden als \’ausgelagerte Ausgänge\‘ des Sicherheitsmonitors genutzt (Bild 2). Sie bieten zwei entscheidende Vorteile: Sie können an einer beliebigen Stelle im System eingesetzt werden, ohne dass eine besondere Verdrahtung zwischen Sicherheitsmonitor und einer Abschaltposition vorzunehmen wäre. Und mehrere sicherheitsgerichtete Aktuatoren können – bedingt durch die Art ihrer Ansteuerung – dieselbe sichere Adresse besitzen. Damit ist eine Gruppenbildung für die Aktuatoren innerhalb der Applikation möglich.
Diagnose
Der Monitor ist mit einem Display und Tasten ausgestattet und verfügt damit vor Ort über neue, umfangreiche Diagnosemöglichkeiten, die den Nutzer sowohl beim Aufbau eines Systems als auch beim Erkennen von Stoppursachen entscheidend unterstützen. Die logische und räumliche Trennung von Informationen über die Anlage, die als lästig empfunden wurde, ist damit passé. Zur Suche nach Ursachen für den überraschenden Stopp einer Anlage werden ein PC und die Asimon-Software nicht mehr benötigt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Anlagen von Personal ohne Detailkenntnisse bedient werden. Trotzdem bleibt aber der parallele Weg zur Weitergabe der Daten über den RS232-Anschluss und einen PC bestehen, der neben der Programmierung des Monitors mit Asimon auch eine detaillierte grafische Darstellung des Verhaltens aller sicheren Slaves erlaubt.
Erweiterte Diagnose
Die erweiterten AS-i-Diagnosen, die aus den Mastern von Bihl + Wiedemann (Madelung, O.W.: Problem Doppeladressierung geknackt. SPS Magazin, Heft 12, Dezember 2003, S.77-79 oder: www.bihl-wiedemann.de bekannt sind, wurden übernommen: Fehlerzähler, Erdschlusswächter, Doppeladresserkennung, EMV-Wächter und Überspannungswächter. Diese Diagnosen unterstützen den Anwender zusätzlich bei der Fehlersuche und bei der Stabilitätsprüfung während der Inbetriebnahme und im Servicefall.
















