Standardisierung
Einen wichtigen Teil der Arbeiten des AutomationML e.V. bildet neben der eigentlichen Weiterentwicklung und Verbreitung des AutomationML-Datenformates auch dessen internationale Standardisierung. Diese erfolgt in sehr enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe \’Engineering\‘ der Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) und der Workgroup 9 des SC 65 E der International Electrotechnical Commission (IEC). Um eine schnelle Standardisierung zu erreichen, wird dabei eine Normenreihe entwickelt, die unter dem Titel \’Engineering data exchange format for use in industrial automation systems engineering – Automation Markup Language\‘ steht und die Projektnummer IEC62714 besitzt. Bisher sind mit den Teilen für die Beschreibung der grundlegenden Architektur, die Nutzung von Bibliotheken, die Geometrie- und Kinematikbeschreibung, die Verhaltensbeschreibung und die Beschreibung von Kommunikationsnetzwerken fünf Teile geplant. Es wird aber mit Sicherheit weitere Teile geben. Bild 4 zeigt den derzeit erreichten Entwicklungsstand. Dabei kann stolz vermeldet werden, dass nach nur acht Jahren Entwicklungszeit der erste Teil der IEC-Reihe den Status einer internationalen Norm erreicht hat. Die anderen werden in schneller Abfolge folgen.
Kooperationen
Von Anfang an wurde an die Entwicklung des AutomationML-Datenformates der Anspruch gestellt, das Rad nicht noch einmal zu erfinden. Bestehende und erprobte Technologien zu erkennen und passend zu kombinieren machten es möglich, die Entwicklung schnell voranzutreiben. Dazu waren und sind Kooperationen mit anderen Organisationen sinnvoll, die bereits Technologien entwickelt haben, die für AutomationML von Nutzen sein können. Begonnen hat dieses Modell mit den erfolgreichen Kooperationen mit der Khronos Group zur Anpassung und Integration des Collada-Datenformates für die Geometrie und Kinematikbeschreibung sowie mit der PLCopen zur Nutzbarmachung des PLCopen XML- Datenformates für die Verhaltensbeschreibung. Im Jahre 2013 kamen drei weitere Kooperationen hinzu. Gemeinsam mit dem eCl@ss e.V. wird die semantische Eindeutigkeit von beschriebenen Anlagenobjekten verbessert. Dazu werden entsprechende Methoden zur Rollenklassendefinition aus eCl@ss-Katalogen entwickelt. In Kooperation mit der OPC Foundation wird die Übertragung von AutomationML-Projekten mittels OPC UA untersucht. Ein weiterer Blick auf die Beschreibung von Geometrie und Kinematik erfolgt gemeinsam mit dem ProStep iViP e.V.
Aktuelle Arbeiten
Neben den genannten Arbeitsgebieten zur semantischen Eindeutigkeit von beschriebenen Anlagenobjekten, zur Nutzung von OPC UA und zu anderen Mitteln für die Beschreibung von Geometrie und Kinematik werden im AutomationML e.V. derzeit noch weitere wichtige Themenstellungen bearbeitet. Diese betreffen z.B. die Sicherstellung von Datensicherheit beim Datenaustausch (insbesondere über Mittel der Verschlüsselung und Authentifizierung), die Erweiterung der Nutzbarkeit für die virtuelle Inbetriebnahme, die Beschreibung von Produktionsprozessen, die konsistente Modellierung (mechatronischer) Komponenten für den Anlagenbau und die Erweiterung der Möglichkeiten zur Verhaltensbeschreibung über mathematische Formelsätze und Funktionsblocknetzwerke. In diesem Rahmen gibt es auch lose Zusammenarbeiten mit dem VDA, der NAMUR und dem VDMA. Jedoch können interessierte Unternehmen jederzeit neue, für sie wichtige Themenfelder initiieren oder sich in der Arbeit der bestehenden Themenfelder mit ihren speziellen Anwendungsproblemen engagieren. Sie sind sogar dazu aufgerufen, um die Schlagkraft der Entwicklungen und ihre bereits hohe Geschwindigkeit weiter zu erhöhen. Informationen zur Mitarbeit finden sich auf der Homepage des AutomationML e.V. unter www.automationml.org.
















