Automatisierung im Dienste des öffentlichen Verkehrs

Damit ein Trolleybus schnell und sicher durch die Strassen der Innenstädte von A nach B kommt, braucht es Weichensteuerungen. Diese Steuerungen verfügen über alle notwendigen Funktionen, die einen reibungslosen Betrieb gewährleisten. Die Schaltung der Weiche erfolgt durch Liniencodierung der Fahrzeuge oder durch Einzelschaltbefehle. Das System arbeitet auch bei dicht aufeinanderfolgenden Fahrzeugen einwandfrei. Es speichert deren Reihenfolge und führt die Befehle nacheinander aus. Außerdem ist das System für die Ansteuerung von Richtungsanzeigen für den Fahrer verantwortlich. Langjährige Tradition Die Firma Kummler+Matter AG mit Sitz in Zürich hat eine lange unternehmerische Tradition: Was am 1. März 1889 von Hermann Kummler in einer elektrotechnischen Werkstätte im schweizerischen Aarau begonnen wurde, ist in über 100 Jahren stetiger Entwicklung zu einem wichtigen Unternehmen herangewachsen. Heutzutage ist die Kummler+Matter AG als Tochtergesellschaft der Alpiq-InTec-Gruppe ein international anerkannter Spezialist für Entwicklung, Planung und Bau von Fahrleitungen für Bahnen, Straßenbahnen und Trolleybusse, aber auch Bahnstromversorgungs- und Kabelanlagen sowie Signalanlagen. Die Kunden von Kummler+Matter sind Verkehrsbetriebe und Bahnunternehmen sowie Städte und größere Kommunen. Hohe Verkehrsdichte erfordert hohen Automatisierungsgrad Die Anforderungen an die Weichensteuerung von Trolleybussen sind we­gen der hohen Verkehrsdichte in den Innenstädten in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Das automatische Steuern der Weichen mittels Liniennummer ohne Zutun des Fahrers ist heutiger Stand der Technik. Dazu sind moderne und flexible Steuerungen und Übertragungssysteme erforderlich, welche für die jeweilige Anwendung programmiert werden können. Zum Teil sind auch Vernetzungen oder Anbindungen an andere Systeme gefragt oder ganze Betriebshöfe sollen übergeordnet gesteuert werden. Aus diesen Gründen sind prozessorgesteuerte und auf Software basierende Systeme nötig und finden eine immer größere Verbreitung. Die Weichensteuerungen von Kummler+Matter werden in der Regel direkt bei den Fahrleitungen und im Fahrzeug eingesetzt. Sie werden jedoch auch in Depots für Weichenstrassen verwendet. Das System steuert neben den Fahrleitungsweichen auch die Richtungsanzeigen an. Flexible und komfortable Bedienung Der Busfahrer kann über das Bedienterminal die Wahl der Linienvorgabe oder alternativ das manuelle Steuern der Weichen wählen. Er kann auch die Linienvorgabe bei Änderung der Strecke beeinflussen, beispielsweise bei Baustellen oder Umleitungen. Die Weichenschaltung geschieht über ein berührungsloses Übertragungssystem entweder infrarot oder induktiv. Die Bedienoberfläche des Terminals ist so gestaltet, dass auch der Einsatz in Depots oder als Servicegerät möglich ist. Das Zusammenspiel zwischen Terminal und Weichensteuerung wird im Labor in Zürich von der Elektronikentwicklung auf Bedienfreundlichkeit und Zuverlässigkeit ausgiebig getestet. Hohe Anforderung an Robustheit Ein Bediengerät für den mobilen Einsatz zeichnet sich in erster Linie durch seine Robustheit aus. Diese Geräte müssen entsprechende Schutzanforderungen hinsichtlich Umgebungstemperatur, Schock, Vibration, elektromagnetischer Verträglichkeit und Dichtigkeit erfüllen. Im Anwendungsfall von Kummler+Matter arbeiten die Geräte bei Temperaturen von -20 bis +65 Grad Celsius zuverlässig. Das Bedienpanel BTM012, welches mit der Sendeeinheit im Fahrzeug oder mit der Empfangseinheit der Weichensteuerung von Kummler+Matter kommuniziert, wurde in Zusammenarbeit mit der Jetter AG aus Ludwigsburg entwickelt. Die Bedienmasken werden von den Elektronikentwicklern von Kummler+Matter erstellt. Dazu verwenden sie das Jetter SCADA-Tool JetViewSoft. Vielseitiges Terminal Das zum Einsatz kommende grafikfähige Bedienterminal BTM012 dient zur Parametrierung und Bedienung der Weichensteuerung. Es wurde speziell für den rauen Einsatz konzipiert und erfüllt die entsprechenden Schutzanforderungen. Es ist komplett auf einer massiven Frontplatte aufgebaut. Durch Einbau in ein Rack oder in eine Konsole mit einer umlaufenden Dichtung wird frontseitig IP65 erreicht. Die Tastatur ist mit einem \’Nachtdesign\‘ zur Beleuchtung der Tasten versehen. Die Helligkeit des Displays und der Tastenbeleuchtung kann entsprechend der Umgebungshelligkeit im Anwenderprogramm angepasst werden. Der eingebaute Lichtsensor erlaubt es, die Helligkeitssteuerung zu automatisieren. Das Gerät besitzt eine durchgeschleifte CAN-Schnittstelle nach ISO 11898 2.0B (CAN IN/OUT). Weiterhin ist eine Ethernetschnittstelle mit 100 MBit eingebaut sowie optional ein Steckverbinder für bis zu vier per Software umschaltbare, analoge, differentielle FBAS-Videoeingänge in PAL oder NTSC. Der Datenaustausch zwischen der Kumm­ler+Matter Weichensteuerung und dem Bedienterminal geschieht über die CAN-Schnittstelle, der Download der Masken, aus Geschwindigkeitsgründen, via eingebauter Ethernet-Schnittstelle. Die Entwicklungsumgebung JetViewSoft JetViewSoft ist ein Scada-Tool. Es bietet die Möglichkeit, Masken für unterschiedlichste Plattformen zu erstellen. Klassische Plattformen sind Windows-CE-Geräte oder Windows-PCs. Außerdem sind Funktionen für Datenbankintegration, Trending und Alarmhandling integriert. JetViewSoft im Überblick: – Die gesamte Bedienung erfolgt durch Drag und Drop – Intelligenter Tooltip im Objektpool für die Objektvorschau ausgewählter Objekte – Mehrere Projekte sind in einem Arbeitsbereich editierbar – Funktionen zum Arrangieren grafischer Elemente wie Ausrichten, Drehen, Spiegeln, Ausrichten auf Raster, beliebiges Zoomen – Farbumschlag, Bargraph-Darstellung, Bewegen, Größenänderung und Sichtbarkeit der Objekte abhängig von Parametern – Anlegen und Editieren komplexer geometrischer Objekte, beispielsweise Polygone – Daten und Objekte sind über Drag und Drop zwischen den Projekten austauschbar Weitere Funktionen von JetViewSoft sind die umfangreiche Unterstützung von Mehrsprachigkeit, Konfigurationsmöglichkeiten für unterschiedliche Zielhardware und die Möglichkeit, CAD-Files einzulesen. Flexibilität in Zukunft gefragt Um flexibel auf die Kundenanforderungen reagieren zu können, muss ein Unternehmen wie Kummler+Matter auf Partner setzen, die ihr System ebenfalls an die Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen. So wie das mit dem Bedienterminal BTM012 von Jetter der Fall ist. Des Weiteren ist eine optimale Unterstützung bei der Projektierung und der Designphase gefordert, damit am Ende das Produkt die hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit, die ein Weichensystem mit sich bringt, auch erfüllt. Wir alle wollen schließlich sicher am richtigen Ort und zur richtigen Zeit mit dem Bus oder der Straßenbahn ankommen.