Im großen Feld der Gebäudeautomation findet sich je nach Umfang des Projekts eine große Anzahl an Kommunikationsprotokollen. Dies liegt insbesondere daran, dass die Produkte der Hersteller unterschiedlichen Standards entsprechen, die wiederum auf teils sehr verschiedenen Philosophien beruhen. Je nach Applikationsschwerpunkt der Produkte hat sich ein spezifisches Kommunikationsprotokoll im Markt durchgesetzt. Um die Vorteile auf Applikationsebene weiter nutzen zu können, die Anlagenbereiche aber miteinander zu verbinden, wurde unter Mitwirkung namhafter europäischer Unternehmen der Gebäudeautomation ein Kommunikationsprotokoll erarbeitet, das unter dem Namen BACnet (Building Automation Control Network) in die einschlägigen internationalen Normen eingegangen ist. Das BACnet-Protokoll sorgt auf der obersten Ebene der Automationstopologie für die Verwaltung einer gemeinsamen Steuerung, Regelung und Überwachung auch heterogener Gebäudeautomationsanlagen. Die Kommunikationsprotokolle der darunter liegenden Anlagenteile können durchaus unterschiedlich sein. Die Automationsebene und die Feldebene sind mit dem obersten Kommunikationsprotokoll über fest definierte Schnittstellen verbunden. Im Gegensatz zu dem Transport der Daten der Applikation zeigt BACnet seine Stärken in der Interpretation dieser Daten. So wird deutlich, dass es um ein Miteinander statt Konkurrenzsituation geht. Im Gegensatz zu den üblichen Wegen, entweder einen Minimalstandard oder eine Maximalforderung als Standard einzusetzen, geht BACnet den Weg der Konformitätsklassen, wobei die höheren Klassen die darunter liegenden einschließen. In die Stufen 1 bis 6 eingeteilt, erlauben sie, den Grad der Umsetzung des allgemeinen BACnet-Standards anzugeben. Die Klassen sind eindeutig definiert und ermöglichen den Herstellern so, Funktionen nicht umsetzen zu müssen in Geräten, die diese nicht benötigen. Der Hersteller braucht sein Produkt nur eindeutig in einem so genannten Protocol Implementation Conformance Statement zu beschreiben. Bei Klasse 1 oder BACnet Smart Sensor (B-SS) wird häufig vom intelligenten Sensor gesprochen. In dieser Konformitätsklasse bietet ein Gerät lediglich die Funktion, auf Anforderung eines BACnet Client eine Objekteigenschaft zu melden. Klasse 2 oder BACnet Smart Actuator (B-SA) wird mit einem intelligenten Aktor (z.B. Stellantrieb) gleichgesetzt. Auf Anforderung eines BACnet Client kann ein Gerät dieser Konformitätsklasse eine oder mehrere Objekteigenschaften schreiben (Stellbefehl ausführen). Die Klasse 3 Geräte oder BACnet Application Specific Controller (B-ASC) (frei konfigurierbarer Spezialregler) können auf Anforderung eines Client von mehreren Objekten eine Eigenschaft oder mehrere Objekteigenschaften eines Objektes lesen oder schreiben. Sie können zusätzlich mehrere Aktivitäten im Netzwerk durchführen. Bei Klasse 4 Geräten oder BACnet Advanced Application Controller (B-AAC) (frei programmierbarer Spezialregler) wird die Funktionalität eines Allzweck-Controllers beschrieben. Damit sind auch Überwachungsaufgaben unterlagerter Regelungen verknüpft, weshalb hier Client Dienste integriert sind. Die Klasse 5 oder BACnet Building Controller (B-BC) (frei programmierbarer Universalregler) ist für dynamisch konfigurierte Bediengeräte reserviert, und die Klasse 6 der BACnet Operator Workstation (B-OWS) enthält wichtige Funktionalitäten wie Clock oder Event Initiation und Event Response für Überwachungs- und Bedienstationen. Das BACnet-Protokoll greift nicht in die Feldebene ein. Es betrachtet diese vielmehr als homogen. In der Feldebene können die Transportvorgänge mittels unterschiedlicher Bussysteme ablaufen. Häufig werden die Daten durch Ethernet-Busse als Datensammelschienen übertragen. Sie sind über Router miteinander koppelbar, die als intelligente Koppelglieder zwischen den Netzen für die korrekte Übergabe der Zustellungsadressen für die transportierten Objekte beinah jeglichen Inhalts sorgen. Kasten: Leistungsfähiger BACnet Controller Die Saia PCD3-Produktreihe deckt das Funktions- und Leistungsspektrum mehrerer konventioneller Gerätereihen ab. Erzielt wird dies durch hohe Modularität von Hardware und Firmware, die zusammen mit einem schnellen Hauptprozessor und einem breiten E/A-Sortiment Lösungen ermöglichen, die auf die Gebäudetechnik abgestimmt sind. Die nahtlose Einbindung in Multi-Vendor-Projekte erfolgt über die Engineering-Umgebung PG5 von Saia-Burgess. Die Saia PCD3-Controller werden mit dem neuen Betriebssystem Saia NT.OS mit modularer Architektur betrieben, in dem viele Kommunikationsschnittstellen bereits eingebettet sind. Dadurch sind sie auf die BACnet-Anforderungen vorbereitet. Der Saia PCD3 BACnet Controller unterstützt eine grosse Anzahl von Diensten, die über das Profil eines BACnet Building Controllers (B-BC) hinausreichen. Er entspricht damit den Anforderungen, die häufig unter dem Stichwort nativer BACnet Controller auf Basis der Vorgaben der DIN EN ISO 16484-5 gestellt werden. Neben den reinen Diensten des Datenaustausches werden auch die Alarme und die Trends vollständig auf Controllerseite abgebildet, so dass eine durchgängige Funktionalität gewährleistet ist. Auch die Kommunikation über Modem wird bidirektional unterstützt (Wählbetrieb respektive Anrufbeantwortung). Die Zeitsynchronisation kann sowohl im Master- wie im Slave-Betrieb für Lokalzeit oder UTC parametriert werden. Konkret werden die BACnet Data-Link-Layer BACnet/IP und BACnet/PTP auf Basis RS232 (inkl. Halfrouter-Funktionalität für Modem) unterstützt, das BACnet Broadcast Management Device (BBMD) mit Fremdgerätregistration (FD) ist integriert, und die Backup/Restore-Funktionalität ist ebenso gegeben. Bei der Programmierung des BACnet Building Controllers kann auf sämtliche Software-Bibliotheken der PG5 zurückgegriffen werden. Auch die Verwendung der Saia DDC Suite zum effizienten Engineering der Automations- und Managementebene ist möglich. Alle auf der Saia PCD3 verfügbaren Kommunikationsports sind auch mit der BACnet Erweiterung einsatzfähig: z.B. Internet-, Gebäude- und Feldbusprotokolle sowie zusätzlich Drucker- und Modemanbindung. Der integrierte Webserver, der von einem beliebigen Browser direkt über das Internet bedient werden kann, stellt eine kostengünstige und dennoch leistungsfähige HMI-Lösung dar. Web-Terminals von Saia-Burgess sind für diese Art der Bedienung vorbereitet. Die Speichererweiterungen per Flashkarten ermöglicht es, historische Daten oder projektspezifische Dokumente z.B. Datenblätter und Elektroschemata ebenfalls auf dem Controller abzulegen und über FTP-Zugriff dem Servicepersonal zur Verfügung zu stellen. Light+building: Halle 19.1, Stand C20
BACnet – Bus-Standard für die Management-Ebene
-
Künstliche Intelligenz
KI-Agent unterstützt weltweiten technischen Service
Mit dem KI-Agenten ‚Karl‘ erweitert Neugart sein digitales Serviceangebot um einen weltweit verfügbaren Support-Assistenten.
-
Zentrale Überwachung von Profibus- und Profinet-Netzwerken in einer einzigen Anwendung
Monitoringlösung unterstützt jetzt auch Profinet
Mit PlantPerfect Monitor 2.00 erweitert Softing Industrial Automation seine Monitoringlösung um Profinet-Unterstützung.
-
Eplan
Smart Sourcing verbindet Elektrokonstruktion und Beschaffung
Mit Eplan Smart Sourcing stellt Eplan eine neue Software zur intelligenten Verknüpfung von Elektrokonstruktion und Beschaffung vor.
-
Messtechnikzubehör
DataTec erweitert Portfolio um Signalzugriffs- und Verbindungslösungen
DataTec baut sein Angebot im Bereich Messtechnikzubehör aus und vertreibt künftig im DACH-Raum spezialisierte Signalzugriffs- und Verbindungslösungen von Deico.
-
Messgerät
Kalibrator und Präzisionsmultimeter in einem Gerät
Mit der neuen Metracal CM Serie kombiniert Gossen Metrawatt Kalibrator und Präzisionsmultimeter in…
-
Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 1,2% gestiegen
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen…
-
Jedes zwölfte Unternehmen sieht wirtschaftliche Existenz bedroht
8,1% der Unternehmen in Deutschland sehen den eigenen Fortbestand gefährdet.
-
Workshop ebnet produzierenden Unternehmen den Weg zur Smart Factory
KI in der Praxis
Smart Manufacturing verlangt nach konkreten Projekten. Ein Workshop zeigt praxisnahe Wege zur Smart…
-
Bomag standardisiert die Elektrokonstruktion von mobilen Arbeitsmaschinen
Der Kabelbaum als digitaler Zwilling
Kabelbäume zählen zu den aufwendigsten Baugruppen mobiler Maschinen – und entstehen in vielen…
-
Modulare I/O-Systeme werden zur Architektur hinter moderner Produktion
Vom Anschlusspunkt zur Dateninfrastruktur
Industrielle Steuerungssysteme werden nicht mehr durch zentralisierte Logik und starre Architekturen bestimmt, sondern…
-
Führungswechsel bei der OI4 Alliance
Die Open Industry 4.0 Alliance stellt seine Führung um: Ab Juli übernimmt Michael…
-
Neue Ansätze und Geschäftsmodelle für zirkuläre Fluidtechnik
Mehr als nur nachhaltig
> Neue Ansätze & Geschäftsmodelle für zirkuläre Fluidtechnik. Bürkert unterstützt Transformationsprozess mit Lösungen…
-
Assistenz für reproduzierbare Fertigungsschritte
Digitale Ordnung statt Papierstapel
Auch wenn viele Produktionen hochautomatisiert sind, spielt sich ein entscheidender Teil der Wertschöpfung…
-
Messevorschau Sensor+Test 2026
Starkes Rahmenprogramm auf dem Branchentreffpunkt
Die Sensor+Test 2026 bietet ein umfassendes Rahmenprogramm mit Fachforen und Kongressen. Besucher erhalten…
-
Sensorbasierte Echtzeitüberwachung des Schmierungszustands
Das Lager wird zum Sensor
Lagerschäden werden mit klassischer Sensortechnologie typischerweise erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium erkannt,…
-
Nachgefragt: Wie weit die Industrie bei Umsetzung, Security und Compliance ist – Teil 1
Maschinenverordnung 2027: Die Zeit läuft
Der Countdown läuft: Am 20. Januar 2027 wird die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 verbindlich. Doch…
-
Platzsparende Antriebstechnik für die Verpackungsindustrie
Effizient, robust und kompakt
In der Lebensmittel- und Getränkeproduktion ist der Platz meist begrenzt. Daher ist bei…
-
Was wurde eigentlich aus …
SafetyBridge Technology von Phoenix Contact?
In der Titelstory des SPS-MAGAZINs 5/2016 ging es unter dem Titel: ‚Die SafetyBridge…
-
Rovema macht mit ctrlX Automation seine Maschinen zukunftssicher
Technologisch flexibel und strategisch unabhängig
Automatisierung bedeutet heute mehr als präzise Bewegungsabläufe. Um zukunftsfähige Maschinen zu entwickeln und…
-
Kompakte S7-Steuerung mit Touchpanel
Die Jedermanns-SPS
Kompakte Panel-SPS-Lösungen mit integrierter Steuerung und I/Os ermöglichen den wirtschaftlichen Ersatz klassischer Handbedienelemente,…
-
Webbasiertes Engineering-Tool als Designer für die schaltschranklose Automatisierung
„Wir vereinfachen die Umsetzung drastisch“
Der neue MX-System Designer von Beckhoff ermöglicht strukturierte und technisch validierte elektrische Auslegung…
-
Integrierte Kompaktantriebe ermöglichen schaltschranklose Maschinen
Es geht auch ohne Einspeisemodul
Dezentrale Servomotoren kommen häufig bei räumlich verteilten Einzelachsen zum Einsatz. Die im Motor…
-
Cobots bringen mehr Effizienz in die EMS-Fertigung
Bestückung neu gedacht
Mit Cobots lassen sich auch komplizierte Prozesse teilautomatisieren, etwa die Bestückung von Leiterplatten…
















