Saia-Burgess präsentierte bereits im September 2008 anlässlich einer Pressekonferenz in Murten als Innovation die ersten haptischen Touchpanels als Prototypen (wir berichteten). Bei der Haptik-Technologie wird die Touchfront von vier Mikroantrieben in einer Art bewegt, dass der Bediener einen großen Hub wie bei einem elektromechanischen Bedienschalter wahrnimmt. Wie sich ein Haptik-Touchpanel konkret anfühlt, lässt sich leider nicht gut in Worte fassen – es ist eben eine Gefühlssache. Jeder empfindet diesen taktilen Effekt etwas anders. Was jedoch bei Allen sichtbar war, die im Rahmen einer Technologiepräsentation an ein Hapik-Touchpanel Hand anlegen konnten, ist ein großer Überraschungseffekt und eine sichtbare Begeisterung – selbst bei Automationsfachleuten, die schon seit Jahrzehnten in der Branche sind und dachten, sie hätten bereits alles gesehen. Diese Experten sehen das Haptik-Touch etwas grundlegend Neues ist und nicht wie viele andere Innovationen nur eine Verbesserung bzw. Variation von Altbekanntem darstellt. Beim Bedienen und Beobachten nutzte der Anwender bislang seine Augen und Ohren, um vom Prozess oder der Maschine eine Rückmeldung zu erhalten. Die Nase kommt nur in Ausnahmefällen zum Einsatz, beispielsweise wenn etwas gänzlich daneben geht. Mit der Haptik-Technologie kommt nun auch noch der Tastsinn hinzu und komplettiert bzw. ergänzt die bislang gebräuchlichen optischen und akustischen Schnittstellen. Haptik in der Automation bringt mehr Sicherheit Mit einem Touchpanel, das auch eine Rückmeldung über den Tastsinn gibt wird die Sicherheit beim Bedienen von Prozessen/Maschinen erhöht. Welche Art von Sicherheit ist das? Die Sicherheit bei fehlender bzw. eingeschränkter \’Sicht\‘ auf den Prozess dennoch nicht \’blind\‘ bedienen zu müssen. Mit fehlender Sicht ist nicht nur der reine optische Aspekt im Sinne eines Hindernisses im Sichtfeld gemeint. Eingeschränkte Sicht mit unserem Auge haben wir prinzipiell auf wichtige Prozessgrößen wie z.B. Drehmomente, Schwingungen oder Temperaturen. Ein weiterer Sicherheitsaspekt: Fokussierung auf den Prozess. Mit Haptik kann man die Bedienerführung so einrichten, dass die Augen nicht vom Bildschirm zum Prozess hin- und herspringen müssen. Zudem bringt Haptik auch mehr Sicherheit bezüglich Ignoranz und Unaufmerksamkeit von Bedienern. Da man diese menschlichen Schwächen nicht grundsätzlich ausschließen kann, hat man nun die Möglichkeit, diese mit Technik zu kompensieren. So kann z.B. der Haptikeffekt am Touchpanel jedem Bediener bei jeder Berührung des Bildschirmes unübersehbar und erlebbar deutlich machen, dass etwas schief läuft. Jede rein optische Meldung kann viel leichter \’übersehen\‘ werden. Dies bedeutet, dass die Fehlerrate bei Eingaben niedriger ausfallen wird und damit die Produktivität gesteigert werden kann. Freude und Komfort mit Haptik-Touch Die Steigerung der Sicherheit ist ein rein rationaler Aspekt. Vielfach sind jedoch emotionale Aspekte bei der Wertung von Menschen viel wichtiger. Deshalb sollte bei der Betrachtung von Haptik in der Automation auch Freude und Komfort nicht unterschätzt werden. Ein Bediener hat einfach mehr Spaß bei der Arbeit, wenn sich eine Touch-Oberfläche bei der Eingabe wie eine elektromechanische Tastatur anfühlt. Und es ist sicher auch komfortabler, wenn ein Arbeiter zum Bedienen eines Touchpanels jeweils nicht seine dicken Arbeitshandschuhe aus- und anziehen muss. Ein positives Bedienerlebnis ist garantiert. Wir stehen erst am Anfang Haptik in der Automation befindet sich erst in den Kinderschuhen. Dem Publikum wurde diese Technologie von Saia-Burgess als Innovation auf der letzten SPS-Messe im November 2008 vorgestellt. Auf dem Messestand bestand die Möglichkeit, den taktilen Haptikeffekt am Touchpanel des Demomodells mit einer Linearachse zu spüren. Die Entwicklung bei Saia-Burgess geht auf Hochtouren weiter; es ist das erklärte Ziel, die Haptik-Technologie längerfristig standardmäßig in alle SaiaPCD-Web-Panels (5,7 bis 19\“) einzudesignen. Die Haptik-Touch-Technologie funktioniert bereits überzeugend und wird im Laufe dieses Jahres im Feld erprobt. Saia konnte bereits mehrere Kunden aus der Maschinenindustrie und der Robotertechnik motivieren, die Haptik-Touch-Technologie in ihre Anwendungen zu integrieren. Saia arbeitet des Weiteren an einem haptischen Joystick, der bestimmt auch neue Wege in der industriellen Automation mitprägen wird. Kasten 1: Haptik-Touch-Technologie Bei der Haptik-Touch-Technologie wird die Touchfront des Bedienpanels von vier Mikroantrieben mit Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen lösen die taktilen Rückmeldungen aus, welche vom Bediener als sanftes Vibrieren bis hin zu einem energischen Klopfen wahrgenommen werden. Haptik wird bei SaiaPCD-Produkten nicht als teure Zusatzoption verkauft werden, sondern einen effektiven Mehrwert ohne riesige Zusatzkosten darstellen. Die dazu eingesetzten Haptik-Mikromotoren stammen von Johnson Electric, dem Mutterhaus von Saia-Burgess. Alles aus einer Hand – dies wird Saia-Burgess einen weiteren Innovationsvorsprung sichern. SaiaPCD-Web-Panels verfügen zudem über interessante nicht proprietäre Web- und IT-Features, welche beliebig als Komponenten in bestehende Anlagen als Nachrüstung für den Einsatz neuer Technologien eingesetzt werden können. Kasten 2: Der Trick mit dem Haptik-Touch Beim haptischen Touchpanel wird der Tastsinn des Menschen durch einen technischen Trick und Geschwindigkeit überlistet. Genauso wie bei Zaubereien auf der Bühne: Das Auge und somit die gesamte Wahrnehmung wird überlistet. Wie ist es möglich, dass unser Tastsinn die Bewegung eines Langhubtasters meldet, das Auge jedoch keine Bewegung der Oberfläche wahrnimmt? Der Trick besteht darin, die Oberfläche des Touchpanels mit hochfrequenten Schwingungsstößen zu versetzen. Deren Amplitude beträgt weniger als 1mm. Die Schwingungen können rein in der Ebene des Touchs erfolgen und trotzdem fühlt man einen großen Hub bis in die Ebene der Touchoberfläche hinein. Unserem Gehirn wird von der Hand etwas gemeldet, was nicht wirklich existiert – die perfekte Illusion. Durch eine Kombination von Schwingungsamplitude, der Schwingungsfrequenz und der Form der Schwingungskurve lässt sich eine unbegrenzte Zahl an verschiedenen gefühlten Effekten erzeugen. Die Hubtaste ist sicher eine der interessantesten Effekte. Es lassen sich mit dieser Technik sogar die Illusion eines Schildkrötenpanzers, einer Schlangenhaut oder eines Sandstrandes auf die Touchoberfläche \’zaubern\‘. Einfach unglaublich, bis man es selbst gefühlt hat.
Bedienen & Beobachten mit Kraftrückmeldung
-
Vibrationssensor mit In-Sensor-KI
STMicroelectronics hat den intelligenten Vibrationssensor IIS3DWB10IS für industrielle Zustandsüberwachung vorgestellt.
-
Zustandsüberwachung durch intelligente Getriebe und smarte Services
Teure Schäden vermeiden
Mit dem Serviceprodukt Predictive Pack zur digitalen Überwachung von Antriebssträngen und verbundener Komponenten hat das Unternehmen Koch Pac-Systeme bei einem Kunden unlängst einen teuren Produktionsausfall vermeiden können. Die…
-
Neuer Vorstand für VDMA Elektrische Automation
Der VDMA Elektrische Automation hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung am 16. Juni in Bad Nauheim einen neuen Vorstand für die Amtsperiode 2026 bis 2030 gewählt.
-
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für Ingenieure
Wie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert…
-
Anzeige
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für IngenieureWie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt…
-
IoT-Device-Management gemäß CRA
Die Gateways von IoTmaxx werden als gehärtete Industrieplattformen für den Einsatz in rauen…
-
Root-Cause-Analyse thermischer Probleme
In einem gemeinsamen Projekt haben Iba und Ametek Land die Integration von Land-Wärmebildkameras…
-
Flexible Planetengetriebe-Familie
Die Getriebebaureihe GPT von Faulhaber wurde für besonders hohe Drehmomente entwickelt.
-
Bestellen wie ein Pro:
Neues Loyalitätsprogramm bei Conrad
Einfach nur Distributor zu sein, das reicht Conrad Electronic nicht.
-
Sichere industrielle Kommunikation
Robuste und sichere Routergeneration
Mit dem Moros.neo stellt Insys Icom eine neue Generation industrieller Router für Anwendungen…
-
Kompakter Embedded-PC mit Core Ultra 9
Der PicoSys 4619 ist ein kompakter, aktiv gekühlter Embedded-PC für den Einbau in…
-
Erfolgreiches erstes Messehalbjahr der All About Automation
Die All About Automation Messereihe hat im ersten Halbjahr 2026 ihre starke Entwicklung…
-
Für vernetzte Fertigungslinien
Mehr Transparenz und Sicherheit in der Liniensteuerung
Mit Version 5.5 seiner Leitrechnerlösung FabEagle erweitert Kontron AIS die Funktionen für Rückverfolgbarkeit,…
-
Digitaler Zwilling als Integrationsplattform für Bestandsdaten
Automatisierung und Energieeffizienz intelligent vernetzt
In vielen Bestandsanlagen besteht heute eine deutliche Kluft zwischen moderner Automatisierungstechnik und der…
-
Antrieb
Für hohe Lastspitzen und Anlaufmomente
Mit den neuen Peak Power Drives erweitert KEB Automation sein Antriebsportfolio um eine…
-
Was wurde eigentlich aus…
Was wurde eigentlich aus… dem Wireless-Handbediengerät von Sigmatek?
In der Titelstory des SPS-MAGAZINs 6/2016 ging es unter dem Titel ‚Völlig losgelöst’…
-
IPC
3HE-Rack-PC für Echtzeit- und KI-Anwendungen
Mit dem Spectra Rack 3000 R7 erweitert Spectra sein Portfolio industrieller 19″-Rack-PCs um…
-
Prüfung von elektrischen Überlastsicherungen und Rutschkupplungen
Kettenzugprüfset mit neuem Handanzeiger
Wika hat sein Kettenzugprüfset FRKPS zur Prüfung von Rutschkupplungen und elektrischen Überlastsicherungen überarbeitet.
-
Safety
Schutztür- und Schlüsselsystem schützen sensible Intralogistikanlagen
Um sein in die Jahre gekommenes Sicherheitssystem für Gassenzugänge zu ersetzen, war Movu…
-
Maßgeschneiderte 3D-Sensorik für die Inline-Inspektion
Präzision für die KI-Ära
Der weltweite KI-Boom bringt immer größere und schwerere Elektronikbauteile hervor, sodass Inspektionssysteme mittlerweile…
-
System zur Farbmessung von Flüssiglacken
Farbecht
Provitec und Micro-Epsilon haben gemeinsam das Messsystem Prodaisi Color Sensorsystem entwickelt. Dieses löst…
-
Cybersecurity für vernetzte Produkte
CRA-Compliance in der Praxis: So gelingt der Weg zur Cyberresilienz
Viele Unternehmen haben sich noch nicht ausreichend auf die Veränderungen eingestellt, die der…
-
Nachgefragt: Wie MVO und CRA Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle verändern (Teil 2)
Maschinenverordnung 2027: Jetzt wird es konkret
Die neue EU-Maschinenverordnung verändert nicht nur die Konformitätsbewertung, sondern wirkt tief in Entwicklung,…
-
CodeMeter-Ökosystem
Softwareschutz und Lizenzierung erweitert
Mit CodeMeter 9.00 und der CodeMeter Protection Suite 11.80 stellt Wibu-Systems neue Versionen…
das könnte sie auch interessieren
-
Dezentrale Sicherheitsrelais in IP65
Weiterentwicklung in vollem Gange
-
-
















