SPS-MAGAZIN: Welche Ziele und Vorstellungen hatten Sie, als Sie vor zehn Jahren als Geschäftsführer in Deutschland angetreten sind? Jürgen Schrödel: Wir starteten in Deutschland vor zehn Jahren mit der Ambition, ein bereits punktuell sehr erfolgreiches Produkt in Schlüsselindustrien und bei deren Zulieferern zu etablieren. In der Automobilbranche und in der Branche Food&Beverage zeigten sich schnell erste Erfolge. Die Krones AG und die BMW Group führten zenon als konzernweiten HMI/Scada-Standard ein. SPS-MAGAZIN: Was verhalf dem Unternehmen zu so schnellem Erfolg? Wie sehen Sie die Firma heute positioniert? Jürgen Schrödel: Kundennähe, Innovationskraft und ein ausgeprägter Service-Gedanke haben für uns Priorität. Wir wissen, was der Kunde will. Er erwartet heute mehr denn je einen kompetenten Partner, der nicht nur ein Produkt liefert, sondern Lösungen konzeptionell gemeinsam mit ihm entwickelt und verantwortungsvoll realisiert – vor allem auch in Kooperation mit anderen Projektpartnern. Gerade deshalb ist auch die Branchenfokussierung so bedeutend. In den vergangenen zehn Jahren konnten wir umfassende Kompetenzen in unseren Kernbranchen Automotive sowie Food&Beverage aufbauen. Wir gehen sehr verantwortungsbewusst mit den Wünschen und Anforderungen unserer Kunden um. SPS-MAGAZIN: Die Zeitleiste der Innovationen betrachtet – was waren die wegweisenden Durchbrüche in der Weiterentwicklung die Lösung zenon in den vergangenen Jahren? Jürgen Schrödel: Nachdem 1991 zenon als eines der ersten Windows-basierenden, vollgrafischen HMI/Scada-Systeme auf den Markt kam, folgten weitere wichtige Innovationen wie die stoßfreie Redundanz, eine wartungsfreundliche Mehrprojektverwaltung für Großprojekte sowie Analyse- und Performance-Module für Kennzahlenauswertung und Präsentation. Zwei Meilensteine der vergangenen Jahre waren sicher auch die Verfügbarkeit der Lösung auf Windows CE sowie ein wartungsfreier zenon Web-Server. Dabei ist es unsere Philosophie, für unsere Anwender große Unabhängigkeit zu schaffen – in der Wahl der Hardware, in der Wahl der Systemintegratoren und Partner sowie auch Unabhängigkeit für die spätere Wartung, Pflege und Erweiterung. Dies findet nicht nur Akzeptanz in den Unternehmen, sondern spart auch Kosten – in der momentan angespannten Lage ein wichtiges Argument. SPS-MAGAZIN: Woran orientiert sich die Weiterentwicklung Ihrer HMI/Scada-Lösung zenon? Jürgen Schrödel: Unser Ziel ist es, uns in unseren Kernbranchen Automotive und Food&Beverage als führenden Anbieter zu etablieren. Wie schaffen wir das? Indem wir zum einen noch mehr Automatismen in unsere Lösung integrieren, die die Arbeit effizienter gestalten. Dies umfasst beispielsweise unseren \’zenon automotive generator\‘ (zag). Dieser Projekt-Generator für die Automobilindustrie ermöglicht es, SPS-Daten automatisch zu analysieren und daraus die zugehörigen zenon-Visualisierungsprojekte zu erzeugen. Rund 80% aller notwendigen Informationen werden dabei automatisch generiert, lediglich 20% der Daten müssen manuell angepasst werden. Ein weiteres wichtiges Thema ist und bleibt auch die Offenheit unserer Lösung. Neben der Treibervielfalt, die wir heute mit über 300 Kommunikationsprotokollen bieten, ist es uns besonders wichtig, konsequent alle erforderlichen Plattformen, Standards und Anwendungen zu unterstützen, die für die Produktivität unserer Kunden notwendig sind. Unsere Zertifizierungen als \’Microsoft Gold Certified Partner\‘ oder auch \’SAP Software Solutions Partner\‘ sind ein Ausdruck dessen. SPS-MAGAZIN: Welche Potenziale sehen Sie in der Automatisierung, welche Trends zeichnen sich für die kommenden Jahre ab? Jürgen Schrödel: Die Anforderungen an Automatisierungslösungen steigen kontinuierlich. Die vertikale Integration aller IT-Lösungen – von der ERP-Lösung über die MES-Anwendung bis hin zum kennzahlenorientierten Fertigungssystem – steht heute und in den nächsten Jahren im Fokus der Unternehmen. Diese Integration ermöglicht es, alle Stufen der Wertschöpfungskette zu kontrollieren und einen durchgängigen Informationsfluss sicherzustellen. Unternehmen können damit fundierte Geschäftsentscheidungen treffen, auf Marktereignisse schnell reagieren und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern. zenon ist in vielen Unternehmen bereits heute ein bedeutender Bestandteil dieser unternehmensweit integrierten Gesamtsysteme. SPS-MAGAZIN: Was ist Ihrer Ansicht nach das Rezept dafür, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfolgreich am Markt zu bestehen? Jürgen Schrödel: Eine gesamtwirtschaftlich schwierige Situation schafft auch neue Chancen. Als Softwareanbieter sind wir gefordert, Innovationen anzubieten, die Ressourcen einsparen und Kosten senken. Innovationskraft ist in dieser konjunkturellen Situation gefragter denn je – zum einen, um sinkende Umsätze abzufedern, zum anderen, um für den kommenden Aufschwung vorbereitet zu sein. Durchgängige Lösungen, aufgrund derer sich Produktionsprozesse effizienter gestalten lassen, sind gefragt. Dies gilt für alle Branchen. Wir können im Moment beispielsweise eine hohe Neukundenquote im Segment des Maschinen- und Anlagenbaus vorweisen – ein Industriezweig, der erheblich von der Krise betroffen ist. Dies belegt, dass wir mit unserer Einschätzung richtig liegen. SPS-MAGAZIN: Leittechnik sowie Bedienen und Beobachten sind die Kernthemen Ihres Unternehmens. Welche Entwicklungen können Sie derzeit in diesem Bereich feststellen? Jürgen Schrödel: Die Produktionskennzahlen und die darauf basierende Produktionsoptimierung sind heute die Kernthemen unserer Kunden. Schlanke Systeme in einer im hohen Maße standardisierten Produktion müssen alle relevanten Fertigungs- und Leistungskennzahlen durchgängig zur Verfügung stellen. Eines dieser Projekte haben wir bei Volkswagen in Emden realisiert (SPS-MAGAZIN Ausgabe HMI-Special 2009). zenon sorgt hier für Transparenz in der Montage, eine gesteigerte Produktivität sowie eine höhere Anlagenverfügbarkeit. Die Instandhaltung profitiert aufgrund des Montage-Informationssystems auf Basis von zenon vom sofortigen Zugriff auf alle produktionsrelevanten Informationen und Kennzahlen. Das senkt kurzfristig sowie langfristig die Kosten. SPS-MAGAZIN: Welche Anforderungen und welche Erwartungen an die Technik haben Kunden heute und morgen? Jürgen Schrödel: Connectivity, Sicherheit, Plattformunabhängigkeit, Durchgängigkeit – das sind die technischen Anforderungen und Erwartungen, denn damit kann ein Unternehmen seinen laufenden Geschäftsbetrieb optimal gestalten und die Kosten auch nachhaltig senken. Wichtig ist in diesem Zusammenhang für viele Firmen beispielsweise, moderne Software auf älteren Bestandsanlagen einsetzen zu können – auch hier spielt der Kostenfaktor eine enorme Rolle. Unternehmen wünschen sich aber nicht nur leistungsfähige Technik, sondern auch eine einfache und komfortable Bedienung. Deshalb steigt auch die Bedeutung von Usability und benutzerfreundlichen Lösungen. Die Argumente hierfür liegen auf der Hand: hohe Akzeptanz der Benutzer, reduzierte Fehleingaben, geringer Schulungsaufwand und in der Folge weitere Kostensenkungen. Unternehmen, die dieses Bedürfnis ernst nehmen, werden langfristig mehr Erfolg am Markt haben. Deshalb haben wir unsere diesjährige Firmenveranstaltung am 2. Oktober auch unter das Motto \’Usablility – perfekt visualisieren mit zenon\‘ gestellt. SPS-MAGAZIN: Ein Blick in die Zukunft darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. Welche Ziele haben Sie sich gesteckt? Jürgen Schrödel: Wir werden unserer Firmenphilosophie auch weiterhin treu bleiben. Das heißt, unseren Kunden ein zuverlässiger und innovativer Partner sein, gemeinsam neue Potenziale zielgerichtet erschließen und allen unseren Kunden ein durchdachtes Lösungs- und Leistungsportfolio anbieten. SPS-MAGAZIN: Haben Sie vielen Dank für das Gespräch. (cnk)
Copa-Data feiert zehnjähriges Firmenjubiläum: \“Kosten senken, Innovationen vorantreiben\“
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