Gegründet bereits 1968 in Hannover, als Handelsunternehmen für Dehnungsmessstreifen, wurde der Grundstein für die Entwicklung eigener Produkte 1976 im niederbayrischen Ortenburg (nahe Passau) gelegt. Anfangs war lediglich ein kleines Elektroniklabor im Kellerraum eines Privathauses untergebracht. Ein paar Jahre später wurde das erste eigene Firmengebäude am jetzigen Hauptsitz in Ortenburg errichtet. Nach vielen weiteren Ausbaumaßnahmen in den folgenden Jahren wurde dieser Tage ein neues, über 4.000m2 großes Firmengebäude eingeweiht. Dieses bietet Platz für ein Qualifikations- und Prüflabor, einen großen Logistikbereich mit automatischem Hochregallager und für die Administration der Firmengruppe mit ihren 23 Unternehmen. Die Firmenvielfalt ergab sich im Laufe der Jahrzehnte durch Übernahmen und Beteiligungen an verschiedenen Firmen wie z.B. Eltrotec, Atensor, INB Vision oder Optris um nur einige Namen zu nennen. Auch Geschäftsführer Karl Wisspeintner begeht in diesem Jahr sein 40-jähriges Arbeitsjubiläum und konnte in dieser Zeit einige Erfolge feiern. So war Micro Epsilon 1981 eines der Gründungsmitglieder des AMA Sensorik Fachverbandes und präsentierte 1988 den seinerzeit weltweit kleinsten Wirbelstrom-Wegsensor. Die Produktpalette der Firma umfasst heute induktive, konfokal-chromatische und kapazitive Sensoren, dazu Laser-, Wirbelstrom-, Seilzug- und Temperatursensoren, außerdem Prüfanlagen sowie Messsysteme z.B. für die 3D-Oberflächeninspektion. Dabei machen 2/3 der Aufträge kundenspezifische Entwicklungen aus und nur 1/3 das klassische Kataloggeschäft. Bereits seit längerem ist man auch international unterwegs, wie das diesjährige 25jährige Jubiläum der tschechischen Niederlassung zeigt oder die Tatsache, dass man bereits 1994 die Micro-Epsilon China gegründet hat. Inzwischen stammt knapp die Hälfte des derzeitigen Jahresumsatzes von über 120Mio. Euro aus dem Ausland. Mittelfristiges Ziel sei es, diese Umsätze auszubauen und in naher Zukunft einen Exportanteil von knapp 70% zu erzielen, betont Dr. Thomas Wisspeintner, Geschäftsführer und Sohn des Firmengründers. Des weiteren unterstreicht er die Wichtigkeit des Standortes Ortenburg und weist darauf hin, dass nach Einweihung des Neubaus weitere 100 Stellen vor Ort innerhalb der nächsten vier Jahre geschaffen werden.
Laseroptische Dickenmessung
Einige neue Sensoren wurden bereits vorgestellt: Der thicknessSensor eröffnet z.B. vielfältige Anwendungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der berührungslosen Dickenmessung. Dank der kompakten Bauweise kann es auch in beengte Bauräume eingebunden werden. Die neue Sensorklasse ermöglicht hochpräzise Dickenmessung im Einstiegssegment bei einem günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Materialdicke wird nach dem Differenzprinzip erfasst. Zwei Laser-Triangulationssensoren sind an einem stabilen Rahmen gegenüberliegend platziert und messen berührungslos von oben und unten gegen die Materialoberfläche. Das System lässt sich ohne aufwändiges Ausrichten der Sensoren integrieren. Die im Rahmen integrierte Auswerteeinheit verrechnet die Dickenwerte und gibt sie analog über Spannung und Strom oder digital über Ethernet und USB aus. Über das Webinterface lassen sich für die jeweilige Messaufgabe individuelle Presets laden.
Konfokal-chromatische Borlochmessung
Dank des konfokal-chromatischen Messprinzips lassen sich Wege, Abstände und Dicke hochpräzise messen. Möglich ist dies sowohl auf diffusen als auch auf spiegelnden Oberflächen. Beim konfokal-chromatischen Messprinzip wird polychromatisches Licht (Weißlicht) durch eine mehrlinsige Optik auf die Messobjektoberfläche fokussiert. Die Linsen sind so angeordnet, dass durch kontrollierte chromatische Abweichung das Licht in seine monochromatischen Wellenlängen zerlegt wird. Durch eine werkseitige Kalibrierung wird jeder Wellenlänge ein bestimmter Abstandspunkt zum Objekt zugeordnet. Im Sensorsystem wird die Wellenlänge des Lichts zur Messung herangezogen, die sich exakt auf dem Messobjekt fokussiert. Das von diesem Punkt reflektierte Licht wird über eine optische Anordnung auf ein lichtempfindliches Sensorelement abgebildet, auf der die zugehörige Spektralfarbe erkannt und ausgewertet wird. Für Multipeak-Messungen werden entsprechend mehrere Abstandspunkte ausgewertet. Da der Strahlengang axial verläuft treten keine Abschattungseffekte auf. Somit können auch Messungen in Bohrungen realisiert werden. Mit dem boreControl System lassen sich so Messungen im Inneren von Bohrungen und Vertiefungen durchführen. Es besteht aus einem Rotationsantrieb, einem Motorcontroller, einem Sensorcontroller und einer austauschbaren Sensorlanze. Mehrere Sensoren decken den Durchmesserbereich von 4 bis 16mm ab.n
















