Die Zukunftsthemen der Antriebstechnik
Bei der Frage nach den Zukunftsthemen der Antriebstechnik verweist Wilmar Henning zunächst auf die Energieeffizienz: \“Wir waren schon immer sehr fleißig bei allem, was Energieeffizienz anbelangt. Schon sehr früh hat WEG mit Zulassungen wie CSA für Kanada und die USA begonnen. Das war noch, bevor dann Standardmotoren mit hohem Wirkungsgrad aufkamen. WEG hatte immer drei Stufen. Wir hatten immer das, was Standard war, dann einen hohen Wirkungsgrad und schließlich einen Top-Wirkungsgrad. Diese drei Stufen haben wir jetzt auch in Europa mit dem IE1, IE2 und IE3 gesehen, wobei wir ja auch schon IE4 liefern. Unsere neuen Permanentmagnetmotoren in Kombination mit unseren CFW11 Frequenzumrichtern übertreffen sogar den IE4 Standard und senken die Verluste um weitere 20%. Wir sprechen hier von einer möglichen Energieeffizienzklasse IE5. Wir sehen, dass in diesem Bereich noch viel zu tun ist. Wir haben zwar schon viele OEMs und Maschinenbauer, die schon frühzeitig auf IE3 umgestiegen sind, viele andere haben aber erst einmal abgewartet. Jetzt passiert alles auf einmal.\“ Diese Entwicklung der Märkte führt auch dazu, dass WEG noch stärker auf den Ausbau der Produkte im Bereich der Frequenzumrichter setzt. Der Lösungsansatz soll dann soweit gehen, dass auch komplette Schaltschränke angeboten werden können. Wilmar Henning dazu: \“Selbstverständlich gibt es auch im Getriebebereich noch weitere Investitionen, der Kauf der Firma Württembergische Elektromotoren in Balingen ist ein Beweis dafür. Das zeigt, dass WEG in Deutschland und Europa weiter investieren möchte. Weil wir hier die Erfahrung vorfinden, wo wir die wettbewerbsfähigen Elemente weiterverwenden können. Das geht nur mit neuen Investitionen in den höheren Leistungsbereich. Elektromotoren sind unser Kerngeschäft und in diesem Kerngeschäft müssen wir uns erstmal weiterentwickeln. Das geht wahrscheinlich ein bisschen schneller als in dem ganzen Bereich der Steuerungssysteme, weil das noch mal eine Welt für sich ist – wobei wir in Brasilien auch andere Systeme integrieren. Beispielsweise, wenn ein Kunde eine Lösung haben will, weil sein ganzes Werk auf einer Software, einer Scada oder einem Steuerungselement läuft.\“
Deutschland und erneuerbare Energien
Wilmar Henning sieht Deutschland als wichtigen Standort und kann sich vorstellen, dass WEG hier noch mehr investieren wird. Ein konkretes Beispiel ist ein Entwicklungszentrum für Umrichter im Bereich der Sonnenenergie. Dort findet eine Zusammenarbeit mit dem örtlichen Fraunhofer Institut statt. Der Brasilianer sieht für die erneuerbaren Energien trotz der Rückschläge der letzten Jahre eine gute Zukunft: \“Es kann auch sein, dass das für Deutschland nicht mehr der Hit ist, dass hier die Welle erstmal ein wenig vorbei ist, für uns ist das aber nach wie vor ein Bedarf. In Brasilien muss hier auch viel mehr getan werden. Wir sind immer sehr stolz, dass Brasilien einen sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien hat, aber der hat natürlich auch Beschränkungen. In Brasilien hatten wir beispielsweise einen längeren Winter und sehr wenig Regen, die Wasserpegel sind dort daher zurzeit sehr niedrig, was für ein wenig Probleme sorgt. Zum Beispiel wie wir jetzt im Sommer Klimaanlagen, die aufgrund des Wachstums in immer mehr Haushalten vorhanden sind, versorgen können. Dazu kommen vermehrt Elektrogeräte, Autos usw., die dem Energienetz immer mehr abverlangen. Bei Windkraft ist in Brasilien noch viel zu tun. Hier haben wir uns auch schon mit einem Joint Venture weiterentwickelt, bei Solar- und Windenergien macht WEG immer mehr. Wir haben auch eine Firma, die Wasserturbinen und kleine Dämme macht, also \’Water-to-Wire\‘; in diesem Bereich wollen wir mit anderen Firmen zusammen komplette Anlagen zur Verfügung stellen. Wir sind bei diesen Anwendungen der Hauptelektrolieferant, der die gesamten Maschinen, die Verteilung, die Steuerungen und den Transport anbietet. WEG hat in Brasilien im Bereich Energie schon einen sehr guten Ruf für Komplettlösungen. An unseren Zahlen kann man sehen, wie WEG an der Börse als Energieentwickler gesehen wird.\“
















