Wir trafen uns an der gleichen Stelle vor einem Jahr. Was war los im letzten Jahr bei Red Lion?
Granby: Es gab viel zu tun. Die erste Aufgabe, die wir abgeschlossen haben, war die Integration der Unternehmen N-Tron und Sixnet. Mit dieser Akquisition haben wir unsere Produktpalette erweitert, um Red Lion auf künftige Marktpotenziale in einer globalen Welt vorzubereiten. Jetzt bietet Red Lion 2-Portfolios von Produktlinien, für die industrielle Automatisierung und für die industrielle Vernetzung. Als wir Red Lion, N-Tron und Sixnet zusammenbrachten, war unser Versprechen an unsere Kunden, dass wir ein besseres Unternehmen werden, und nicht nur ein größeres. Ich denke, beide, Red Lion und unsere Kunden, sehen die Vorteile, die die Zusammenarbeit dieser Produktgruppen mit sich bringt. Der zweite Punkt sind die sehr spannenden Produkte, die wir auf den Markt gebracht haben Die neue HMI Graphite Serie, die ein einfaches Update auf Industrie 4.0 ermöglicht. Mit einem Aluminium-Guss versehen, bietet die Graphite-Serie eine der ersten robusten HMI-Lösungen der Branche, um eine breite Palette an vielseitigen Plug-in-Module mit Protokollkonvertierung, Datenprotokollierung und Web-basierte Überwachung und Steuerung zu kombinieren. Zusätzlich haben wir die Ethernet-Switch-Serie NT24k vorgestellt, die für eine einfache Vernetzung in anspruchsvollen industriellen Umgebungen mit einer hohen Zuverlässigkeit einer Leistung wie bei Kabel-Verbindungen.
Ich habe einen Beitrag über die \’Connected Factory\‘ von Ihnen gelesen. In Deutschland haben wir den Begriff \’Industrie 4.0\‘. Handelt es sich dabei um Modeworte, oder gibt es einen echten Markt?
Granby: Ich denke, dass es etwas wirklich erfasst, aber ich denke auch, dass es etwas auffängt, das schon vor einer Weile begonnen hat. Red Lion ist in diesem Prozess schon für eine lange Zeit involviert. Wir haben immer Konnektivität in den Prozessen bereitgestellt, um Produktivität anzuzeigen. Anbieter zu unterstützen, produktiv zu arbeiten, ist unser Ziel. Es ist gut für uns zu sehen, dass die deutsche Regierung dies fördert und bewirbt. Es ist großartig, aber ich denke, es ist nichts Neues für uns, da dieses Thema für Red Lion schon lange Zeit aktuell ist. Für Red Lion war es immer selbstverständlich Daten zusammenzubringen, um produktiv zu sein. Bezüglich Bedienerpanels ist es zurzeit wichtig, dass diese vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten anbieten. Es wurde immer über einen Treiber und eine SPS sowie eine unendliche Menge an Equipment, die einen Knotenpunkt für die Sammlung von Daten darstellen, gesprochen. Der nächste natürliche Gedanke ist nun, dass die Daten nun in einer Cloud oder in einem Unternehmen oder wo auch immer gesammelt werden, um Produktivität im Arbeitsprozess bereitzustellen. Ich sehe das als eine tolle Sache. Es gibt eine Menge von Gründen, dass sich Red Lion aktuell genau hier positioniert.
Auf einer Skala von 0 bis 100%, wie weit sind wir entfernt von der \’Connected Factory\‘ oder Industrie 4.0?
Granby: Ich kann Ihnen keine Zahl nennen, es variiert je nach Art der Organisation, mit der Sie zu tun haben. Wenn Sie im heutigen Geschäftsleben eine neue Produktion aufbauen, sind da eine große Zahl von Anbietern, die Ihnen sehr gute Lösungen für eine \’Connected Factory\‘ bieten. Ich denke, die Schwierigkeit ist es, dass es eine Menge von bestehenden Fabriken mit vorhandenen Geräten der verschiedensten Hersteller gibt. Sie müssen in der Lage sein, entsprechend nachzurüsten. Hier gibt es eine Menge Arbeit, um dies alles durchzuführen, und hier ist auch Red Lion gefragt, mit diesen Umgebungen umzugehen. Das Spannende daran ist, dass die vorhandene Technologie noch nicht bei Industrie 4.0 angekommen ist. Red Lion Expertise ist es diesen Technologiestandard zu entwickeln, wo wir in der Lage sind, den Kunden zu helfen, die diese Vision erreichen wollen.
Was sind die wichtigsten Herausforderungen, damit alle Geräte in einer Fabrik miteinander verbunden sind und die Daten von selbst durch die Produktionsanlage fließen?
Granby: Ich möchte auf zwei Dinge hinweisen. Abgesehen von der \’unberührten grünen Wiese\‘, wo alles von Siemens, Schneider oder Rockwell geliefert wird, möchte ich als erstes auf die Tatsache hinweisen, das ist eine schwierige Aufgabe ist, wenn viele verschiedene Geräte angesprochen werden müssen. Kunden müssen einen Partner finden, der in der Lage ist, die verschiedenen Geräte zu verbinden oder sogar ein Gerät nachzuverfolgen, das über kein Steuerungssystem kontrolliert wird oder wo keine Kommunikationsmöglichkeiten bestehen. Es gibt Maschinen mit SPS-Steuerungen und vielleicht werden alle seriellen Ports der SPS genutzt, aber wie will man diese Daten verbinden? Dies ist ein Grund, warum wir unsere neue HMI Graphite Serie entwickelt haben, wo wir auf digitale E/A aufbauen können. So werden Daten direkt aus der Maschine gesammelt. Das Zweite ist die Aufteilung zwischen dem IT-Netzwerk und dem Automations-Netzwerk eines Unternehmens. Wenn Sie die IT-Netzwerk-Abteilung in die Automations-Vernetzung involvieren, dann ist das IT-Team nicht gerade begeistert davon, für jedes Gerät eine IP-Adresse zuzuteilen. Sie werden sich damit nicht beliebt machen. So müssen Sie eine Möglichkeit schaffen, diese Lücke zu schließen. Beide Bereiche kommen aus einer anderen Ecke. Wir alle verzweifeln, wenn unsere Emails für eine Stunde nicht abrufbar sind. Die Menschen beschweren sich darüber, aber am Ende ist nichts Schlimmes passiert. Wenn die Produktion für eine Stunde aufgrund der Automations-Vernetzung nicht mehr funktioniert, ist dies ein großes Problem. Das sind noch zwei Welten, aber es ist eine lösbare Angelegenheit. Red Lion bietet die Zusammenführung und Zusammenarbeit der Netzwerk- und Automatisierungsprodukte per Switch an, die die Industrien miteinander nahtlos verbinden. Diese Geräte sind so hergestellt und bedienbar, sodass es der Mitarbeiter im Factory-Floor konfigurieren, überwachen und es als Teil seiner Domain behandeln kann. Die IT-Abteilung will nicht in diese Dinge einbezogen werden, aber es muss eine Kombination geben um die Lücke zwischen \’Das ist meine Welt, und das ist deine Welt\‘ zu überbrücken. Für die Schließung dieser Lücke bietet Red Lion seine Vernetzungs-Produkte an. Nehmen wir z. B eines unserer Bedienpanels mit zwei Ethernet-Ports. Sie haben einen Ethernet-Port für die Kommunikation mit der Maschine, die IT-Netzwerk-Abteilung muss nicht in dieses Netzwerk integriert werden. So sind die IP-Adressen alle privat. Der andere Ethernet-Port geht bis zum Unternehmensnetzwerk und das ist ein Punkt, wo alles zusammentrifft und kommuniziert. Managed-Switches im Shop-Floor Bereich werden noch wie Aliens behandelt, da die Handhabung anders ist. Sie benötigen einen Cisco Fachmann, SNMP, der sehr teuer ist, der auch wiederum keine industriellen Aufgaben ausfüllt. Es ist eine großartige Technik, kommt aber aus einer anderen Ecke. Ein anderer Weg, um Lücken zu schließen sind Switche mit einem integrierten Steuersystem. Es gibt Beispiele dafür. Wenn ein Switch ausfällt und die HMI meldet eine nicht arbeitende Verlinkung. Also wird der Switch ein Teil der Steuerheit anstatt ein Teil der Technologie eines IT-Mitarbeiters, der nur liefert und dann einfach mitteilt, dass er geliefert hat.
Kommen wir zur \’Connected Factory\‘ zurück, wie wichtig ist IT – Sicherheit?
Granby: Die Sicherheit gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Klar, sobald Sie Konnektivität zu allen Seiten, kreuz und quer, aufbauen oder wenn etwas mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden wird, wird die Sicherheit enorm wichtig. Nicht nur in Bezug auf bösartige Aktivitäten, wenn besonders eine Infrastruktur oder Applikation durch Hacker attackiert wird. Auch in Bezug auf Viren und zufällige, nicht vorhergesehene Dinge. Ich denke, dass es schwierig ist, das die Menge der Verbraucherbetriebssysteme direkt auf dem Shop-Floor zunehmen. Auch ist die Verwaltung des Update-Prozesses, die Verwaltung des Ertrags extrem schwierig. Ich denke, dies wird wichtig sein. Hier sind wir wieder sehr zufrieden mit dem Wachstum und dem größeren Angebot von Red Lion. So sind wir nun in der Lage, das Wissen um die Sicherheit der Vernetzung bis auf die Ebene der Shop-Floors zu bringen. Auch ich denke, dass die Trennung sehr wichtig ist. Es gibt eine Menge von Daten auf dem Shop-Floor, die gesammelt werden. Aber nicht jede einzelne Packung soll auf der Fabrikebene sichtbar sein. Daher müssen Geräte vorhanden sein, die diese Lücke als Konzentratoren überwinden, die sofort Zugänge entfernen, den externen Zugriff von einer Menge von anderen Geräten zulässt und die die Möglichkeit, diese zu zerstören, reduziert.
Bieten Sie Produkt oder Lösungen für die IT-Sicherheit ?
Granby: Ja, wir bieten eine breite Palette von Routern, die Sie auch als Mini-Firewall verwenden können. Man muss auch an die verschiedenen Ebenen denken. Die Unternehmensebene wird geschützt durch die IT – das ist ihre Domäne. Wenn Sie aber an die Ebene zwischen Unternehmen und Shop-Floor arbeiten, benötigen Sie irgendeine Art von Schutz, eine spezielle Art von Routern. Ich denke, dass man hier auch über die Maschinenebene nachdenken muss. Dass jede Maschine eine eigene Firewall besitzt, und diese nur freigeben, was freigegeben werden muss. Durch die Schaffung dieser verschiedenen Stufen der Sicherheit darf es keine Chance geben, dass alles gleich ausgerichtet ist. Es wird immer etwas freigegeben, es werden immer Zugänge gefunden, um einzudringen. Die Frage ist: Gibt es genug Schichten und die Fähigkeit, den Versuch zu erkennen? Und sind sie in der Lage etwas zu tun? In dem Bereich bieten wir schon einige neue Produktinnovationen an und ich denke, dass die Sicherheit mehr und mehr schon in die Switch-Ebene und in der Betreiber-Plattform einziehen wird. Wir sind sehr daran interessiert, diese Rolle dem Bediengerät zu geben, da es die natürliche Verbindung zur Maschine ist. Wenn Sie eine Maschine mit Bedienerpanel haben, sind Sie bereits mit allem verbunden. Wenn Sie das jetzt tun, dann ist das vielleicht noch ein langer Weg zum Gateway, wo diese Informationen bewegt werden. Und dies übernimmt dann eine weitere wichtige Sicherheitsrolle.
Wie wichtig ist die Benutzerfreundlichkeit in der Automatisierung?
Granby: Das hat auch mit Sicherheit zu tun. Die beste Sicherheit in der Welt nützt nichts, wenn diese kompliziert zu aktivieren ist. Besonders das Cisco-Modell ist unglaublich leistungsstark, aber es ist kompliziert. Und so können Sie entweder dieses Alien aus der IT-Welt als Sicherungssystem nutzen oder sie lassen es links liegen. Das ist etwas, was ich denke, was ein einzigartiger Vorteil von Red Lion ist. Wir sind seit 40 Jahren in der Automatisierung bekannt, also verstehen wir auch instinktiv die Automatisierungswelt. Und um die Vernetzungs-Technologie in die Automatisierungswelt zu bringen, nennen wir es \’Industrial Fluid\‘. Da ist es wieder, es geht nicht darum, dass das eine besser ist als das andere, nur weil sie aus verschiedenen Welten sind.
Was sind die Ziele für die nächsten zwei Jahre? Was ist Ihr Schwerpunkt?
Granby: Deutschland ist ein großer Schwerpunkt für uns. Hier gibt es so viele Möglichkeiten, wo Red Lion Technologien und insbesondere die Kombination der Technologien hervorragend miteinander funktionieren. Ich denke, dass wir jetzt ideal aufgebaut sind, ein tolles Team, was uns wirklich auf die nächste Ebene bringt. Aus Unternehmenssicht sehen wir mehr und mehr Integration zwischen den Produkten. Die Vernetzungs-Technologie wird Einzug in die Bedienpanels halten. Und die gleiche Art von Technologie wird verwendet für die Konfiguration, Verwaltung und Bereitstellung dieser Lösungen. Benutzerfreundlichkeit ist enorm wichtig. Sie werden eine Menge von uns sehen und ich gehe davon aus, dass Sie eine Menge Wachstum von Red Lion in Deutschland sehen werden.
Ich danke Ihnen sehr für das Interview.
















