Ein Geschenk ohne passende, attraktive Verpackung ist nur die Hälfte wert. Gerade eine individuelle Verpackung und die erwartungsvolle Freude beim Öffnen machen einen besonderen Reiz aus. Und weil das so ist, werden in unserem Kulturkreis Geschenke teils aufwändig verpackt. Jeder kennt die kleinen Röllchen, die man in Schreibwarengeschäften oder Kaufhäusern erwirbt und die mit der Saison ihre Muster wechseln – auch hier gibt es eine Mode. Welche Mengen Papier dazu europaweit bedruckt werden, kann der Laie kaum schätzen. Bei Zöwie wird Rohpapier auf Rollen mit eine Länge von 5 bis 8km eingelagert, um es kundenabhängig auf insgesamt vier Tiefdruckanlagen endlos zu bedrucken. Die bedruckte Rolle wird in acht sogenannten Rollenwickelautomaten auf die bekannten kleinen Röllchenformate für den Endverbraucher gewickelt. Pro Schicht entstehen bis zu 160.000 Röllchen. Jeweils 50 Röllchen – gemischt oder sortenrein – werden in einen Karton verpackt. Dazu wurde im Februar 2005 eine vollautomatische Rollensortieranlage in Betrieb genommen. Sie sortiert 350 Rollen pro Minute. Pro Schicht entstehen etwa 3.200 Kartons oder 7 Kartons/min, die nachfolgend auf Paletten gestapelt und ausgeliefert oder im 5.600 Palettenplätze umfassenden automatischen Hochregallager eingelagert werden. Herausforderung: Roboter soll Lagerarbeiter entlasten Genau hier lag eine Herausforderung in der Verpackungslinie, die Produktionsleiter Siegfried Gromhaus 2007 lösen wollte. \“Wer sich vorstellt, dass 3.200 Kartons pro Schicht auf Paletten gesetzt und positioniert werden, der kann ahnen, dass diese Arbeit bei Gewichten bis zu 22kg eine enorme körperliche Belastung für die Lagerarbeiter war.\“ Eine Folge davon waren hohe Krankenstände. Weil die Sorge für die Mitarbeiter im Familienbetrieb Zöwie groß geschrieben wird, entschied die Unternehmensleitung, Abhilfe zu schaffen. Auf einer freien Fläche in der Verpackungslinie sollte so weit automatisiert werden, dass die Arbeiter weniger anstrengende Arbeiten übernehmen konnten. Nach einem ersten Gespräch mit dem technischen Verkauf von Reis Robotics war der Lösungsansatz schnell gefunden. Eine weitere Herausforderung war es, die vorhandenen Räumlichkeiten optimal zu nutzen. Das gilt besonders unter Berücksichtigung der vorgeschalteten Sortieranlage sowie der nachgeschalteten Fördertechnik. Auch der Wunsch der automatischen Bereitstellung von Leerpaletten sowie das Aufgeben von Sonderpaletten sollten mit der neuen Anlage möglich sein. Lösung: Linear-Roboter wird \’Packer vom Dienst\‘ Die Einrichtung der Roboterzelle (Bild 1) konnte recht kurzfristig erfolgen, weil Siegfried Gromhaus schon bei der Planung der Sortieranlage Raum für Erweiterungen eingeplant hatte – in weiser Voraussicht auf eine Ausweitung des Geschäfts. Siegfried Gromhaus erklärt die Besonderheiten der Verpackungsstation: \“In die von uns mit entwickelte Sortieranlage können verschiedene Sorten/Muster von Röllchen mittels ebenfalls selbst entwickelten Spezialpaletten mit seitlichen Gittern automatisch eingespeist werden. Je nach Auftrag und Kundenwunsch werden dann Kartons mit entsprechendem Inhalt konfektioniert. Nach dem automatischen Auffalten und Befüllen werden die Kartons – ebenfalls automatisch – geschlossen und zugeklebt. Dann folgt der zusätzliche Automationsschritt, das Palettieren.\“ Die zum Palettieren bereitgestellten Kartons laufen auf einem Fördersystem in die Roboterzelle. Hier saugt der Reis Linearroboter des Typs RL80 Kragarm mittels eines Sondergreifsystems zwei Kartons horizontal an und fährt zur Unterstützung zusätzlich flache Stapelgabeln darunter. Mit einer Hub-, Dreh- und Vorwärtsbewegung positioniert der vierachsige Roboter den Karton exakt auf der Palette. Er berechnet dabei selbst den Standplatz, abhängig von der maximalen Zahl von Kartons pro Palette. \“Erst die Kombination von Ansaugen und Unterstützung durch die Gabel macht es möglich, die Kartons mit dem Roboter spielfrei aufzusetzen. Dies ist eine Voraussetzung, um zu verhindern, dass Kartons auf dem weiteren Transport zur Folieranlage umfallen.\“ Ein Plus für Gesundheit und Geschwindigkeit beim Palettieren \“Die Palettierung mittels des Reis Roboters hat sich von Anfang an bewährt\“, berichtet Siegfried Gromhaus (Bild 2) und fährt fort: \“Unsere Mitarbeiter, die zuvor tagtäglich die Kartons heben mussten, freuten sich über einen körperlich weniger aufreibenden Arbeitsplatz.\“ Gleichzeitig kam es seit Einführung des Roboters zu keinem Ausfall oder Problem mehr beim Hantieren mit Paletten und Kartons. \“Neben der Tatsache, Menschen von schweren Arbeiten zu entlasten, ist eine weit gehende Automatisierung die Voraussetzung, um auch künftig wettbewerbsfähig in Deutschland und in der Region produzieren zu können\“, ergänzt Geschäftsführer Jürgen Popp, der das Familienunternehmen in der dritten Generation leitet. \“Als Familienunternehmen sehen wir uns in der Verantwortung für unsere Mitarbeiter, Arbeitsplätze hier in der Region zu erhalten und durch effiziente Investitionen und technische Weiterentwicklung in der Produktion und Logistik am Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu bleiben.\“ Die Tatsache, dass diese Unternehmensphilosophie uns innerhalb von 20 Jahren zum Marktführer als Vollsortimenter in Europa hat werden lassen, spornt uns täglich an, den eingeschlagenen Weg zielstrebig weiterzugehen. So schaffen und sichern wir Arbeitsplätze, indem wir die Mitarbeiter für interessante Arbeiten qualifizieren und das \’Massengeschäft\‘ den Maschinen überlassen.\“ Siegfried Gromhaus resümiert: \“Wir konnten durch die Einführung des Reis Roboters in der Palettierung eine 100-prozentige Verfügbarkeit sicherstellen und gleichzeitig unser Personal von schwerer körperlicher Arbeit befreien. Im Jahr 1999 haben wir das Unternehmen Pro Paper Art in Sonneberg Thüringen gegründet und dort 2009 die Geschenkpapierbedruckung von Herlitz im Auftrag integriert.\“ Aufgrund der Erfahrungen mit dem Robotersystem soll in Kürze für die Fabrikation in Sonneberg ebenfalls einen Palettierroboter projektiert werden. Interpack 2011 / Halle 6, Stand B38 Kasten 1: Details des Roboters – Linearroboter Typ RL80 – Ausführung als Kragarm – vierte NC-Achse als Zusatzachse – Greifsystem individuell angepasst an die Aufgabenstellung – Steuerung REIS RSV – Tragkraft 80kg Kasten 2: Das Unternehmen: Zöwie – Das Unternehmen Zöwie hat vier Tiefdruckanlagen, davon eine mit sechs Farben sowie eine mit fünf Farben mit einer Druckleistung von 260Mio. lfm – Gesamtproduktion 65Mio. Röllchen pro Jahr – Lagerkapazitäten: ca. 25.000 Stellplätze, davon 5.600 im computergestützten \’chaotischen\‘ Hochregallager und 16.000 in Blocklagern – Auf den 5.600 Palettenstellplätzen liegen ständig ca. 2.000 Artikel auf Lager – 2005 wurde eine vollautomatische Rollensortieranlage in Betrieb genommen – mit einer Kapazität von 350 Rollen pro Minute. – 2009 übernimmt Zöwie die Geschenkpapierfertigung von Herlitz, das unter der Marke Susy Card vertrieben wird und gründet das Tochterunternehmen Paper Art, das 45 Mitarbeiter beschäftigt. – Die Geschäfte des Familienunternehmens werden geleitet von Jürgen Popp. Ute Popp leitet
Die Verpackung macht´s: Palettierroboter sorgt für die Verpackung von Geschenkpapier
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