Edge ermöglicht neue M2M-Projekte

Enhanced Data Rates for GSM Evolution (EDGE) bezeichnet eine Technik, bei der die Datenrate von GSM-Mobilfunknetzen durch Einführung eines zusätzlichen Modulationsverfahrens erhöht wird. Edge ist wie GPRS eine Weiterentwicklung der GSM-Technologie, die sich mit mäßigem Aufwand durch die Netzanbieter in die bestehenden Mobilfunknetze einbauen lässt. Edge ermöglicht eine höhere Datenübertragungsrate von bis zu 200kBit/s. Die Edge-Technologie wurde bereits in 75 Ländern eingeführt. In Deutschland werden im Augenblick 10.000 T-Mobile Sendestationen mit Edge-Technik ausgestattet. Die Fertigstellung und damit eine große Flächenabdeckung in Deutschland soll bis Mitte 2007 abgeschlossen sein. Durch die erhöhte Datenübertragungsrate und eine \’always online\‘-IP-Verbindung zu Maschinen und Anlagen erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten. In der Vergangenheit konnten nur Machine-to-Machine (M2M)-Applikationen mit geringerem Datenaufkommen wirtschaftlich betrieben werden. Praktischer Einsatz Für den Einsatz von Edge-Technik muss kein neuer Vertrag mit den Providern abgeschlossen werden. Die GPRS-Datenkarten können auch für eine Edge-Verbindung verwendet werden. Es gilt: Wenn Edge vorhanden ist, bucht sich das Edge-Endgerät auch dort ein. Ist nur ein GPRS-Netz vorhanden, kann sich das gleiche Endgerät auch dort einbuchen. Die Auswahl erfolgt automatisch durch das Edge-Endgerät. Die Edge-Technik bietet neben der guten Flächenabdeckung auch ein hohes Maß an Investitionssicherheit. Die GSM-Technik, auf die Edge aufsetzt, ist und bleibt für die Zukunft der Standard. Edge-IP-Netzwerk Um ein Edge-IP-Netzwerk aufbauen zu können, ist der Einsatz von geeigneter Kommunikationstechnik erforderlich. Mit klassischen GPRS/Edge-Modems kann keine IP-Netzwerk-Infrastruktur aufgebaut werden. IP-Netzwerke müssen mit Router-Technologie realisiert werden. Hier bietet der Markt nach und nach geeignete Systeme an. Das in Folge beschriebene Applikationsbeispiel soll die Einsatzmöglichkeiten entsprechender Technik besser darstellen. Überwachtes Fernwärmenetz Ein Energieversorger überwacht und steuert sein komplettes Fernwärmenetz. Hierbei ist der störungsfreie Betrieb, das Auslesen der Verbrauchsdaten und das frühzeitige Erkennen möglicher Fehlerursachen das primäre Ziel. Serviceeinsätze werden so reduziert, und die Kundenzufriedenheit steigt. Die angebundenen Messstationen sind räumlich weit verzweigt. Außer einer Spannungsversorgung liegt keinerlei IT-Infrastruktur vor Ort. Die erforderlichen dezentralen Daten werden mittels einer SPS erfasst und vorverarbeitet. Die Edge-Standleitung ist mit Hilfe eines M2M-Edge-Industrierouters zur Leitwarte realisiert. In der Leitwarte werden die so übermittelten Daten archiviert und visualisiert. Alle gewünschten Informationen sind online und zeitnah im Leitstand vorhanden. Erforderliche Aktionen werden direkt vom Leitstand mit Hilfe der Visualisierung an die Außenstationen online übertragen. Edge kompakt Edge bietet Datenübertragung über das weitverbreitete GSM-Netz. Das Anbinden von dezentralen Maschinen und Anlagen kann schnell realisiert werden. Die Technik setzt auf die bewährte GSM-Technologie auf. Und schließlich bietet der Markt industrietaugliche Edge-M2M-Router an. Kasten: M2M-Industrie-Router mit Edge-Technologie Mit dem Hy-Line M2M-Industrie-Router ist eine globale Kommunikation zu Anlagen und Maschinen möglich. Nach Angaben des Herstellers wird durch den Einsatz eines internen Edge-Modems eine schnelle Kommunikation ermöglicht. Momentan wird das Edge-Sendegebiet in Deutschland ausgebaut. Diese Übertragungstechnologie soll bis Mitte 2007 in Deutschland und Europa flächendeckend verfügbar sein. Des Weiteren bietet der Industrie-Router eine integrierte Firewall, VPN-Verbindungen und Tele-Service-Dienste. Der Router verfügt über eine kompakte Bauform im Hutschienengehäuse und die Möglichkeit der internen Modemwahl in einem Grundgerät. Neben der Ethernet- ist eine RS232-Schnittstelle vorhanden. Auf Protokollseite unterstützt das Gerät DynDNS, PPP, SNMP und DHCP. Konfigurierbare Alarmmeldungen können per SMS oder E-Mail verschickt werden. Die digitalen E/As bieten zusätzliche Kontroll- und Steuermöglichkeiten. Auf jedem Router befindet sich ein HTML-Webserver mit der Konfigurationssoftware. Zugriff, Konfiguration und Wartung erfolgen mit Standard-Webbrowsern.