Energieeffizienz verbessern, Energiekosten reduzieren, Treibhausgasemissionen verringern und dadurch die Umwelt entlasten: Dies sind die Ziele der im August 2009 eingeführten ersten europäischen Norm EN16001 als auch der weltweit gültigen Norm ISO50001 für betriebliches Energiemanagement. Ansatzpunkt beider Normen ist es, Organisationen und Unternehmen beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur kontinuierlichen Verbesserung des unternehmensinternen Energiesatzes und zur nachhaltigen Optimierung der Energieeffizienz zu unterstützen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass der Vorrat an fossilen Energieträgern endlich ist und Ressourceneffizienz das Gebot der Stunde – für die Umwelt, aber auch, um als Unternehmen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erfolgreich am Markt zu bestehen. Energiemonitoringsysteme als Schlüssel zum Erfolg Das zentrale Werkzeug, um die in beiden Normen formulierten Ziele zu erreichen, sind Energiemonitoringsysteme (EnMS). Sie ermöglichen es, softwaregestützt die Energieströme eines Unternehmens in allen Produktions- und Nebenanlagen detailliert zu erfassen, den Energieverbrauch zu analysieren und auszuwerten. Aus diesem Datenmaterial lassen sich dann im gesamten Unternehmen Einsparpotenziale bestimmen. Dabei zielt ein Energiemanagementsystem nach EN16001 weit über die rein technische Ermittlung und Optimierung des Energieverbrauchs hinaus: Es umfasst die perspektivische Definition der unternehmerischen Energiepolitik, das heißt eine formale Erklärung über Absichten und Richtung des Unternehmens bezüglich seines Energieeinsatzes und Energieverbrauchs. Damit verbunden ist die Verpflichtung, die Energiebilanz nachhaltig zu verbessern. Zu diesem Zweck identifiziert, überwacht und misst das Unternehmen kontinuierlich die relevanten Faktoren, die den Energieverbrauch beeinflussen. Unter anderem geschieht dies, indem Energieleistungskennzahlen (EnPI, von engl. \’energy performance indicator\‘) mit der Ausgangsbasis bei der erstmaligen Bewertung des Energiekonsums abgeglichen werden. Mit diesen Erkenntnissen aktualisiert die zugrundeliegende Software regelmäßig die energetische Bewertung des Betriebs. Daraus entwickelt das Unternehmen schließlich ein Energiemanagement-Programm, dessen Zielsetzungen den Vorgaben der Energiepolitik entsprechen und das fortwährend verbessert wird. Energiemanagement zahlt sich aus Durch die Systematisierung energiesparender Verhaltensweisen ergeben sich wesentliche Vorteile für die Unternehmen. Die zentralen Argumente für die Einführung eines Energiemanagementsystems im Unternehmen lauten: 1. Kosten reduzieren: Geringere Energiekosten mehren den Gewinn. In fast allen Betrieben – selbst in denen mit hohem Energiebewusstsein – finden sich Einsparpotenziale bei der Energienutzung. Das zeigt der Blick auf Dänemark, das im Jahr 2000 als erstes europäisches Land eine nationale Norm eingeführt und gute Erfahrungen mit Energiemanagementsystemen gemacht hat. Generell gilt: Durch die Optimierung der Energieeffizienz kann ein Unternehmen bis zu 10% der Energiekosten in den ersten Jahren nach der Einführung eines EnMS einsparen, indem Schwachstellen im Energieverbrauch gezielt geortet und mit einfachen Mitteln behoben werden. Vor allem lohnen sich Investitionen in energieeffiziente Technologien, wie eine Studie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 2010 feststellte: Bei einer durchschnittlichen Amortisationszeit von weniger als zwei Jahren können sie zu einer Senkung des Stromverbrauchs um 5 bis 50% führen. 2. Größere Transparenz und Zuverlässigkeit: Ein systematisches Energiemanagement bietet neben der Optimierung der Energieeffizienz immer auch die Chance zu größerer Transparenz und Zuverlässigkeit der Energieversorgung und -auslastung. Digitale Messgeräte – wie z.B. die der Sentron PAC-Reihe von Siemens – sowie eine entsprechende Software zur Erfassung, Archivierung, Auswertung und Generierung von Kostenstellenberichten – z.B. powermanager – liefern die grundlegende Technik, damit Unternehmen nach EN16001 und ISO50001 energieeffizient und normgerecht arbeiten können. So liefern die einfach bedienbaren und kommunikationsfähigen Messgeräte von Siemens präzise, zuverlässige und nachprüfbare Informationen über Energiewerte, Anlagenzustand und Netzqualität, um Einsparpotenziale zu ermitteln und die Anlagenverfügbarkeit sicherzustellen. Dadurch sind sie ideale Datenlieferanten für Energiemanagementsysteme. Umfangreiche Voreinstellungen im powermanager garantieren einen geringen Engineering-Aufwand und hohe Wirtschaftlichkeit. Darüber hinaus sind mithilfe von Optionspaketen kundenspezifische Anpassungen und Erweiterungen jederzeit durchführbar: Einmal installiert, können die PAC-Messgeräte und die powermanager-Software flexibel an sich verändernde Anforderungen angepasst werden. 3. Gesetzliche Erleichterungen schaffen zusätzliche Anreize: Energieintensive Unternehmen, die ein zertifiziertes EnMS vorweisen, können seit Januar 2009 im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) Härtefall- bzw. Ausgleichsregelungen geltend machen. Ab 2013 soll ein überprüfbares Energiemanagementsystem nach DIN EN16001 zudem Voraussetzung für Energie- und Stromsteuerermäßigungen (z.B. beim Spitzenausgleich) sein. Zudem verspricht eine Zertifizierung nach DIN EN16001:2009 und ISO50001 Wettbewerbsvorteile auch auf europäischer Ebene: Ökologische Anforderungen werden bei Ausschreibungen aller Voraussicht nach eine immer größere Rolle einnehmen – der glaubhafte Nachweis einer nachhaltigen Energiepolitik eines Unternehmens wird damit umso wichtiger. Implementierung eines Energie- managementsystems nach DIN EN16001 Die Einführung eines Energiemanagementsystems geschieht in der Regel in drei Schritten und folgt der so genannten Plan-Do-Check-Act Methode. Wichtig ist, dass jede für den Energieverbrauch relevante Tätigkeit einer Organisation bzw. eines Unternehmens einbezogen wird. Geleitet und beaufsichtigt werden soll die Einführung des EnMS von einem so genannten Energiemanager, der mit den Abteilungsverantwortlichen innerhalb eines Unternehmens Verbesserungsmaßnahmen festsetzt, konkrete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung erarbeitet und erzielte Ergebnisse an die Geschäftsleitung berichtet. Die Plan-Do-Check-Act-Methode geht in drei Stufen vor: – 1. Stufe = Planen (Plan) – 2.Stufe = Umsetzen (Do) – 3. Stufe = Kontrollieren (Check) und Umsetzen (Act) Ziel der ersten Stufe (Planen/Plan) ist es, eine Übersicht über die Vorgänge im Unternehmen zu gewinnen. Hierzu sind die Basisdaten zu Verbrauch, Kosten und Produktion von Energie im Unternehmen zu ermitteln und übersichtlich und nachprüfbar zu dokumentieren. Für die Bestandsaufnahme und Planung des Projekts und der weiteren Maßnahmen sind die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, u.a. indem die Verantwortlichkeiten innerhalb des Unternehmens geklärt werden. Zentrale Aufgabe dieser Phase ist es, die Ziele der Energiepolitik des Unternehmens zu formulieren und ein Energiemanagementprogramm sowie einen Aktionsplan zu entwickeln. Sobald vorhandene Vorgänge dokumentiert und notwendige neue zur Erreichung dieser Ziele beschrieben sind, kann in der zweiten Stufe (Umsetzen/ Do) die Implementierung dieser Prozesse beginnen. Voraussetzung hierfür ist der Aufbau eines zuverlässigen und präzisen Systems zur Verbrauchsdatenerfassung, z.B. mit Messgeräten und Analysesoftware. Begleitet werden diese Maßnahmen durch das Training der Mitarbeiter und Schulungen zum EnMS sowie ein unablässiges Controlling der Dokumentation und Prozesse. In der dritten Stufe (Kontrollieren/Check und Handeln/ Act) arbeitet das Unternehmen bereits nach dem neuen Energiemanagementsystem. Da ein wesentliches Anliegen des Energiemanagements nach DIN EN16001 die fortlaufende Verbesserung der Vorgänge ist, müssen die Unternehmen in internen Audits regelmäßig überprüfen, ob das EnMS optimal funktioniert und sie ihre strategischen und operativen Ziele erreicht haben. Gegebenenfalls sind dann entsprechende Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen einzuleiten. Abschließendes Ziel dieser dritten Stufe ist die Zertifizierung durch externe Gutachter. Fazit Energieeffizient zu arbeiten in einer Zeit, in der Energieressourcen immer knapper – und damit teurer – werden, ist eine wesentliche Bedingung, um als Unternehmen auch in Zukunft Erfolg zu haben. Die Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN16001:2009 und ISO50001 ist eine zentrale Maßnahme auf diesem Weg. Sie erfordert Technik, die die hohen Anforderungen an Präzision, Zuverlässigkeit, Transparenz und Flexibilität erfüllen kann – so wie die PAC-Messgeräte und die powermanager-Software von Siemens. Lösungen für Energiemanagementsysteme sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 28Mrd. Euro erzielte. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 270Mio. Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel wie Hongkong, London, New York, Tokio, Delhi und Singapur in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.
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