Elektrische Antriebstechnik weiter auf Wachstumspfad

Im Jahr 2007 erwarten die Hersteller von elektrischen Antrieben einen Anstieg des Umsatzes um 9,7%. \“Damit überschreiten wir erstmals die 10Mrd. E-Marke\“, erklärte Günther Baumüller, wiedergewählter Vorsitzender des Fachbereichs Elektrische Antriebe im Fachverband Automation des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI). Die Anzahl der Arbeitsplätze wird sich wie im Vorjahr um ca. 2% auf 48.400 erhöhen. \“Auch die Erwartungen an das erste Halbjahr 2008 sind gut. Die Exportzahlen zeigen weiter nach oben. Unser Hauptabnehmer, der Maschinenbau, hat seine Wachstumsprognose gerade zum zweiten Mal nach oben korrigiert\“, fügte er hinzu.

Weitere Aufwärtsentwicklung

Die elektrische Antriebstechnik knüpfe nahtlos an die stürmische Aufwärtsentwicklung der Vorjahre an. Das Jahr 2006 schloss mit einem Umsatzplus von 9,15% auf 9,5Mrd. Euro. \“Getragen wurde diese Entwicklung gleichermaßen vom Binnenmarkt und dem Export. Die Verkäufe ins Ausland stiegen um 10%, der Import um 8,5%\“, sagte Baumüller. \“Wir sind weiterhin die Nummer eins in der Weltrang­liste elektrischer Antriebstechnik\“, stellte Baumüller fest. Auch im letzten Jahr habe Deutschland mehr Antriebstechnik exportiert als jedes andere Land. China habe zwar nach eigenen Angaben um rund 30% auf weltweit 4,5Mrd. Euro zugelegt, liege aber als zweitgrößter Exporteur immer noch hinter Deutschland.

Trends der Marktsegmente

Die deutschen Hersteller erzielen 31% des Umsatzes mit Drehstrommotoren, 29% mit Kleinmotoren und rund 20% mit Antriebselektronik. Ebenfalls wachsend ist das Geschäft mit Software und Dienstleistungen, auf das mittlerweile rund ein Fünftel des Branchenumsatzes entfällt. Die Umsätze im Marktsegment Niederspannungs-Drehstrommotoren profitieren von der guten Maschinenbau-Entwicklung. Nach einem Plus von 16% im vergangenen Jahr wird für 2007 ein nochmaliger Anstieg von 13% auf 2,2Mrd. Euro erwartet. Bei den Frequenzumrichtern ist der langjährige Wachstumspfad nach wie vor intakt. Dem Plus von 13% im Jahr 2006 dürfte im laufenden Jahr ein Umsatzzuwachs in gleicher Höhe auf 1,56Mrd. Euro folgen. Bei Kleinmotoren steigt der Umsatz stärker als die Produktion. Einem Produktionsplus von 0,7% im Jahr 2006 folgt voraussichtlich ein weiteres kleines Wachstum von 0,5% auf knapp 2,4Mrd. Euro im laufenden Jahr. Wesentliche Ursache ist die Teilverlagerung nicht mehr wettbewerbsfähiger Produktionen insbesondere im unteren Preissegment ins Ausland. Erfreulich ist laut ZVEI das seit Jahren wieder zunehmende Interesse an Gleichstrommotoren. Im laufenden Jahr wird mit einem Produktionsanstieg von 10% auf 134Mio. Euro gerechnet. Die Produktion von Hochspannungsmaschinen läuft auf Hochtouren. Nach einem Produktionsplus von 30% im vergangenen Jahr wird für 2007 ein weiterer Sprung von 30% auf 317Mio. E erwartet. Der Auftragsüberhang sorgt inzwischen für Vollauslastung bis weit in das Jahr 2008 hinein. (afs)